Sub­stanz­klas­se im Test

Ei­ne welt­wei­te Stu­die gibt An­lass zur Hoff­nung für ei­ne neue The­ra­pie­opti­on ge­gen die häu­figs­te Sub­grup­pe von Brust­krebs. Ge­lei­tet wird das Pro­jekt von Wi­en aus.

KURIER_SPECIAL - - PERSONALISIERTE THERAPIE -

Bei Brust­krebs wird zwi­schen un­ter­schied­li­chen Sub­ty­pen un­ter­schie­den. Ent­spre­chend ver­schie­den­ar­tig sind auch die Mög­lich­kei­ten der Be­hand­lung. Für die The­ra­pie der häu­figs­ten Sub­grup­pe – den frü­hen hor­mon­re­zep­tor-po­si­ti­ven, HER2-ne­ga­ti­ven Brust­krebs – steht vor­aus­sicht­lich schon bald ei­ne neue Op­ti­on zur Ver­fü­gung. In ei­ner in­ter­na­tio­na­len Pha­se-III-Stu­die na­mens ABCSG 42/PALLAS wird der­zeit ge­tes­tet, ob das Me­di­ka­ment Pal­boci­clib, das be­reits bei me­ta­st­a­sier­tem Brust­krebs viel­ver­spre­chend wirkt, auch hier die Er­folgs­ra­te ver­bes­sern kann. Die neue Sub­stanz­klas­se könn­te Zel­len, noch be­vor sie in die Tei­lungs­pha­se ein­tre­ten, ab­stop­pen.

Das Me­di­ka­ment wird kom­bi­niert mit der en­do­kri­nen Stan­dard­the­ra­pie, um­gangs­sprach­lich auch Hor­mon­the­ra­pie ge­nannt, an ins­ge­samt 4600 Pa­ti­en­tin­nen ge­tes­tet. Ver­gli­chen wird das krank­heits­freie Über­le­ben zwi­schen der en­do­kri­nen Stan­dard­the­ra­pie plus dem Wirk­stoff Pal­boci­clib ge­gen­über der en­do­kri­nen Stan­dard­the­ra­pie al­lein. Die Un­ter­su­chun­gen wer­den in 24 Län­dern durch­ge­führt. Der Wie­ner On­ko­lo­ge Micha­el Gnant ist für die Stu­die in al­len Län­dern au­ßer den USA ver­ant­wort­lich. Er ist au­ßer­dem Lei­ter des Brust­ge­sund­heits­zen­trums der Me­di­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Wi­en und Prä­si­dent der Aus­tri­an Bre­ast & Co­lo­rec­tal Can­cer Stu­dy Group (ABCSG). „Pal­boci­clib ist beim me­ta­st­a­sier­ten Brust­krebs be­reits in Zu­las­sung und zeigt dort gro­ße The­ra­pie­er­fol­ge. Der Wirk­stoff hat das Po­ten­zi­al, die The­ra­pie des frü­hen, hor­mon­re­zep­tor-po­si­ti­ven Brust­krebs, zu re­vo­lu­tio­nie­ren. Un­ser Ziel ist es, das pro­gres­si­ons­freie Über­le­ben zu ver­län­gern und lang­fris­tig die dau­er­haf­te Hei­lung ei­nes Groß­teils der Pa­ti­en­tin­nen zu er­rei­chen“, fasst der Spe­zia­list zu­sam­men. In Ös­ter­reich kön­nen in den nächs­ten zwei Jah­ren bis zu 500 Pa­ti­en­tin­nen in die Stu­die ein­ge­bracht wer­den. „Wir sind sehr stolz dar­auf, dass wir die­ses welt­wei­te Pro­jekt or­ga­ni­sie­ren dür­fen“, so Gnant.

Ös­ter­reich­spie­le bei Stu­di­en zu Brust­krebs ei­ne grö­ße­re Rol­le, als bei sei­ner geo­gra­fi­schen Grö­ße zu er­war­ten wä­re. Was me­di­zi­ni­sche Spit­zen­for­schung wie die­se be­wirkt, zei­gen die Zah­len der Sta­tis­tik Aus­tria: An Brust­krebs ster­ben heu­te in Ös­ter­reich jähr­lich rund 2000 Men­schen we­ni­ger als noch vor zwan­zig Jah­ren. Ent­schei­dend da­bei ist ei­ne mög­lichst früh­zei­ti­ge Dia­gno­se.

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