Imp­fung als Prä­ven­ti­on

Hu­ma­ne Pa­pil­lom­vi­ren sind da­für be­kannt, dass sie Krebs­vor­stu­fen aus­lö­sen kön­nen. Ei­ne Imp­fung schützt vor rund 90 Pro­zent der HPV-Ty­pen.

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Schät­zun­gen zu­fol­ge in­fi­zie­ren sich Drei­vier­tel al­ler er­wach­se­nenÖs­ter­rei­cher­bis­z­um50.Le­bens­jahr mit Hu­ma­nen Pa­pil­lom­vi­ren. Ei­ne An­ste­ckung kann zu war­ze­n­ähn­li­chenHaut­ver­än­de­run­gen­imRa­chen­raum, am Ge­bär­mut­ter­hals, in der Schei­de und dem Anus füh­ren. Die­se zu­nächst gut­ar­ti­gen Ge­schwü­re sind bei lang­an­hal­ten­der In­fek­ti­on nicht sel­ten Aus­lö­ser für ei­ne Krebs­er­kran­kung. „Glück­li­cher­wei­se wur­de im letz­ten Jahr ei­ne Vak­zi­ne ein­ge­führt, die An­ti­kör­per ge­gen neun Vi­ren­stäm­me be­sitzt“, sagt Pe­ter Voitl, Lei­ter des Re­fe­rats für Imp­fun­gen und Schul­ärz­te der Ärz­te­kam­mer Wi­en. „Die Schutz­ra­te steigt er­heb­lich an, da die­ser Impf­stoff rund 90 Pro­zent der Ty­pen des HPV-Er­re­gers ab­deckt, die Krebs ver­ur­sa­chen kön­nen.“

Da als Haupt­über­tra­gungs­weg der se­xu­el­le Kon­takt gilt, ist es sinn­voll, noch vor dem Ein­tritt ins Er­wach­se­nen­al­ter zu imp­fen. Be­reits 2014 wur­de die HPV-Imp­fung ins frei­wil­li­ge Schulimpf­pro­gramm auf­ge­nom­men und ist da­mit für Bu­ben und Mäd­chen ab dem voll­ende­ten 9. Le­bens­jahr bis zum 12. Le­bens­jahr kos­ten­los. „Nach aus­führ­li­cher Auf­klä­rung durch den Schul­arzt er­folgt die Imp­fung in der 4. Volks­schul­klas­se und ist so or­ga­ni­siert, dass zwei er­for­der­li­che Impf­do­sen im glei­chen Schul­jahr ge­ge­ben wer­den“, er­klärt Voitl. Die Kos­ten wer­den nach der Sech­stel­re­ge­lung zu vier Tei­len vom Bund und je ei­nem Teil­derLän­de­r­un­dSo­zi­al­ver­si­che­run­gen ge­tra­gen. Wer die Imp­fung ver­passt, kann den Schutz noch bis zum 15. Ge­burts­tag zum ver­güns­tig­ten Selbst­kos­ten­preis auf­ho­len.

Laut WHO ster­ben jähr­lich et­wa 226.000 Frau­en an Ge­bär­mut­ter­hals­krebs. Da auch Män­ner an HPV er­kran­ken und die Vi­ren in Fol­ge an Frau­en wei­ter­ge­ben,is­tes­zu­rUn­ter­bre­chung­derIn­fek­ti­ons­ket­te wich­tig, dass Per­so­nen bei­der­lei Ge­schlech­tes ge­impft wer­den. „Ge­ra­de die­se Stra­te­gie hat et­wa in Aus­tra­li­en zu ei­nem dra­ma­ti­schen Rück­gang der In­fek­ti­ons­ra­ten und der Ge­ni­tal­war­zen ge­führt“, so Voitl. Nach­dem die Imp­fung al­ler­dings kei­ne the­ra­peu­ti­sche Wir­kung hat, be­wegt man sich bei spä­te­rem Impf­zeit­punkt im­mer wei­ter von der Schutz­wir­kung weg. „Trotz­dem ist es so, dass be­reits in­fi­zier­te Frau­en und Män­ner dank der Imp­fung deut­lich we­ni­ger Fol­ge­er­kran­kun­gen wie Krebs ent­wi­ckeln“, sagt El­mar Jou­ra, Lei­ter der HPVImpf­stu­di­en an der Me­dU­ni Wi­en. Ös­ter­reich ist ge­folgt von Por­tu­gal das ers­te eu­ro­päi­sche Land, das die HPVImp­fung für Ju­gend­li­che kos­ten­los an­bie­tet. Sie ist al­ler­dings, wie bei­de Ex­per­ten un­ter­strei­chen, kein Frei­brief für das Un­ter­las­sen der gy­nä­ko­lo­gi­schen Vor­sor­ge­un­ter­su­chung. Da auch der neue Impf­stoff nicht vor al­len krebs­er­re­gen­den HPV-Ty­pen schüt­zen kann, wird der re­gel­mä­ßi­ge Krebs­ab­strich al­len Mäd­chen und Frau­en ans Herz ge­legt. „Ge­mein­sam mit den Scree­ning-Un­ter­su­chun­gen könn­te die HPV-Imp­fung den Ge­bär­mut­ter­hals­krebs zum Ver­schwin­den brin­gen“, meint Alex­an­der Reinthal­ler, Krebs­for­scher an der Me­dU­ni Wi­en.

„Auch Frau­en und Män­ner, die schon in­fi­ziert sind, ent­wi­ckeln dank der Imp­fung we­ni­ger Fol­ge­er­kran­kun­gen.“

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