Warn­stu­fe Vor­hof­flim­mern

Herz­rhyth­mus­stö­run­gen. Wenn der kör­per­ei­ge­ne Herz­schritt­ma­cher au­ßer Takt ge­rät, kann dies ge­fähr­lich wer­den. Un­be­han­delt kann die Er­kran­kung auch töd­lich en­den. Da­her ist es wich­tig, die Warn­si­gna­le, die der Kör­per aus­sen­det, recht­zei­tig zu er­ken­nen und

KURIER_UNSER HERZ - - Inhalt - -MAG­DA­LE­NA MEER­GRAF

Herz­rhyth­mus­stö­run­gen sind Warn­si­gna­le des Kör­pers

Das Vor­hof­flim­mern ist nicht nur welt­weit die häu­figs­te, son­dern auch die ge­fähr­lichs­te Form der Herz­rhyth­mus­stö­run­gen. Wenn die ko­or­di­nier­te Pump­leis­tung vom Herz nicht mehr mög­lich ist, schränkt dies nicht nur die Le­bens­qua­li­tät der Be­trof­fe­nen ein. Un­be­han­delt kann die Er­kran­kung im schlimms­ten Fall auch töd­lich en­den. Denn sie ist ei­ne der Haupt­ur­sa­chen für den Schlag­an­fall. Auch be­steht die Ge­fahr, in Fol­ge ei­ne Herz­schwä­che zu er­lei­den. Bei ei­nem ge­sun­den Men­schen zie­hen sich die Mus­kel­zel­len der bei­den Vor­hö­fe bei je­dem Herz­schlag zu­sam­men und ent­span­nen sich an­schlie­ßend wie­der. Auf die­se Wei­se wird das Blut in die Herz­kam­mern ge­pumpt. Von dort ge­langt es an­schlie­ßend in die Haupt­schlag­ader und in den Lun­gen­kreis­lauf. Beim Vor­hof­flim­mern han­delt es sich, ver­ein­facht ge­sagt, um ei­ne elek­tri­sche Stö­rung der Vor­hö­fe. Die elek­tri­schen Im­pul­se, die das rhyth­mi­sche Zu­sam­men­zie­hen der Mus­kel­zel­len be­feh­len, wer­den im Herz selbst er­zeugt: durch den Si­nus­kno­ten – so­zu­sa­gen der kör­per­ei­ge­ne Herz­schritt­ma­cher. Wird die­ser Takt­ge­ber au­ßer Kraft ge­setzt, herrscht elek­tri­sches Cha­os in den Vor­hö­fen, denn plötz­lich wer­den vie­le un­ter­schied­li­che Be­feh­le an die Mus­ku­la­tur ab­ge­ge­ben. Bei ei­nem ge­sun­den Men­schen schlägt das Herz im Ru­he­zu­stand et­wa 80 Mal pro Mi­nu­te. Beim Vor­hof­flim­mern kann die Fre­quenz bei über 300 lie­gen. Das ge­sam­te Herz ge­rät aus dem Takt: Die Kam­mern zie­hen sich nicht mehr rich­tig zu­sam­men, der Blut­strom ver­lang­samt sich. Da­durch kann es zur Bil­dung von Blut­ge­rinn­seln kom­men. Sie kön­nen über die Blut­bahn in ei­ne Hirn­ar­te­rie ge­lan­gen und die­se ver­schlie­ßen – da­durch ent­steht ein Schlag­an­fall. An­de­rer­seits führt das Cha­os im Herz auch zu ei­nem un­re­gel­mä­ßi­gen Puls, der vor al­lem bei Be­las­tung enorm hoch an­steigt.

AUCH BEI GE­SUN­DEN MÖG­LICH. Be­trof­fen sind in ers­ter Li­nie äl­te­re Men­schen. Ursachen kön­nen Blut­hoch­druck, ko­ro­na­re Herz­er­kran­kung und Herz­mus­kel­schwä­che sein. Vor­hof­flim­mern kann aber auch bei bis­her ge­sun­den Men­schen auf­tre­ten. Fol­gen­de Sym­pto­me könn­ten ein Hin­weis auf Vor­hof­flim­mern sein: star­kes Herz­klop­fen oder Herz­ra­sen, Ge­fühl des Herz­stol­perns, Schwin­del­ge­fühl, kör­per­li­cher Leis­tungs­ab­fall, plötz­li­cher Kol­laps, even­tu­ell Atem­not bei be­ste­hen­der Herz­in­suf­fi­zi­enz, Angst­ge­fühl oder un­re­gel­mä­ßi­ger Puls. Da­mit sich kei­ne Blut­ge­rinn­sel in den Vor­hö­fen bil­den, ist stan­dard­mä­ßig die Hem­mung der Blut­ge­rin­nung durch Me­di­ka­men­te not­wen­dig. Bei ei­ni­gen Men­schen kann die­se The­ra­pie aber auf­grund des er­höh­ten Blu­tungs­ri­si­kos nicht durch­ge­führt wer­den. Sie wa­ren lan­ge Zeit weit­ge­hend schutz­los dem Ri­si­ko ei­nes Schlag­an­falls aus­ge­lie­fert. Bis neue Ent­wick­lun­gen ei­ne herz­ka­the­ter­ba­sier­te Tech­nik für ei­nen Ver­schluss des Vor­ho­foh­res er­mög­lich­ten. Bei den ein­zel­nen Pa­ti­en­ten stellt sich die Fra­ge, ob das Herz wie­der in ei­nen nor­ma­len Rhyth­mus ge­bracht wer­den soll – dies ist mit­tels Elek­tro­schock un­ter ei­ner Kurz­zeit­nar­ko­se mög­lich. Al­le an­de­ren Herz­rhyth­mus­stö­rung be­dür­fen nicht un­be­dingt so­fort ei­ner Be­hand­lung.

Ste­chen in der Brust, Kurz­at­mig­keit, ra­sen­der Puls – die­se Sym­pto­me sind ty­pisch für Vor­hof­flim­mern

Beim Vor­hof­flim­mern herrscht elek­tri­sches Cha­os in den Herz­mus­keln

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