AM PULS DER ZEIT

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De­si­gne­rin Su­san­ne Die­mann über das Ent­ste­hen von Trends

Un­se­re Welt ver­än­dert sich mas­siv. Das spie­geln auch die Trends. Die Grund­ris­se wer­den noch of­fe­ner, die Mö­bel noch fle­xi­bler – sagt die Sti­l­ex­per­tin.

» Su­san­ne Die­mann ist Di­plom-De­si­gne­rin, mit Lehr­auf­trä­gen an meh­re­ren In­sti­tu­tio­nen und Hoch­schu­len. Ge­fragt ist ihr Wis­sen auch als In­te­ri­or-Sty­lin­gund Pro­dukt­de­si­gne­rin. Ei­ne Frau ganz nah am Puls der Zeit. Aber wie ist das ei­gent­lich mit Trends? Wo­her kom­men sie, wer macht sie?

Die gan­ze Welt­wirt­schaft ori­en­tiert sich an Trends. Was liegt ih­nen zu­grun­de? Su­san­ne Die­mann: Viel­fach sind es gro­ße ge­sell­schaft­li­che Strö­mun­gen, die Trends ent­ste­hen las­sen. Mo­men­tan ha­ben wir es mit ei­nem mas­si­ven Um­bruch un­se­rer Wer­te­sys­te­me zu tun. Ein sim­ples Bei­spiel zeigt das schön: Der Füh­rer­schein und der Be­sitz ei­nes Au­tos war Men­schen frü­her sehr wich­tig. Für jun­ge Leu­te ist das we­ni­ger ein The­ma. Trotz­dem sind sie ex­trem mo­bil, in­dem sie im städ­ti­schen Be­reich öf­fent­lich fah­ren und an­de­re Mög­lich­kei­ten, wie Car- und Bi­cy­cle-Sha­ring nut­zen. Auch der Um­welt­ge­dan­ke spielt da ei­ne Rol­le.

Wie ma­ni­fes­tiert sich das Zuhause?

Zuhause ist ein gu­tes Stich­wort. Gut aus­ge­bil­de­te Leu­te, et­wa in der IT Bran­che, sit­zen heu­te nicht mehr in Stadt­bü­ros, son­dern ar­bei­ten da­heim. Oder noch bes­ser: am Strand von Goa. Die di­gi­ta­le Welt macht’s mög­lich. Die­se Men­schen sind fle­xi­bel, be­nö­ti­gen dem­nach klei­ne, flot­te, prak­ti­sche Mö­bel, mit de­nen man auch schnell mal um­zie­hen kann. Auch wich­tig in dem Zu­sam­men­hang: Jün­ge­re Ge­ne­ra­tio­nen ach­ten sehr auf ih­re Li­feWork-Ba­lan­ce, al­so auf ein ge­sun­des und glück­li­ches Le­ben.

Was be­deu­tet das hin­sicht­lich Trends?

Der nach­hal­ti­ge Kon­sum wird noch wach­sen, die ge­sun­de Kü­che ist wei­ter am Vor­marsch und die ve­ga­ne Be­we­gung wird nicht nur in ur­ba­nen Be­rei­chen zu fin­den sein. Die Ver­brau­cher wer­den noch sen­si­bler ge­gen­über dem res­sour­cen­scho­nen­den Ma­te­ri­al­ver­brauch, bio­lo­gi­sche Ma­te­ria­li­en ha­ben Vor­rang. Leuch­ten aus Al­gen, Ver­pa­ckun­gen aus Erd­nuss­scha­len, Ka­cheln aus Kaf­fee­satz, Tex­ti­li­en aus Brenn­nes­sel­fa­sern ha­ben Po­ten­zi­al. Das Ler­nen von der Na­tur wird noch es­sen­zi­el­ler.

Was ist ein we­sent­li­cher Wohn­trend?

Die Grund­ris­se wer­den noch of­fe­ner. Neue Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zo­nen zwi­schen Wohn-, Ess- und Kü­chen­be­reich wer­den ge­schaf­fen. Da­durch wer­den mo­du­la­re Mö­bel, die fle­xi­bel nutz­bar sind und vie­le Funk­tio­nen ha­ben, noch zu­le­gen. - COR­DU­LA PUCH­WEIN

Su­san­ne Die­mann, De­si­gne­rin und Sty­lis­tin

„Wir ha­ben es mit ei­nem mas­si­ven Um­bruch un­se­rer Wer­te-Sys­te­me zu tun.“

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