Suf­fi­zi­enz und Ge­rech­tig­keit

ProZukunft - - Ökonomie -

„Vom rech­ten Maß“lau­tet der Ti­tel ei­ner Aus­ga­be der Po­li­ti­schen Öko­lo­gie mit zahl­rei­chen Bei­trä­gen zum The­ma Suf­fi­zi­enz - un­ter den Au­to­rin­nen die Avant­gar­de der De­bat­te wie Ni­ko Pa­ech, Oli­ver Sten­gel, Ma­thi­as Bins­wan­ger oder eben Uwe Schnei­de­wind und An­ge­li­ka Zahrnt. Ex­em­pla­risch her­aus­ge­grif­fen sei der Bei­trag von Lau­ra Speng­ler über Suf­fi­zi­enz­po­li­tik. An­ders als Ef­fi­zi­enz müs­se Suf­fi­zi­enz, wenn sie po­li­tisch ver­ord­net wird, neu ar­gu­men­tiert wer­den, da die­se eben in die pri­va­te Le­bens­wei­se der Men­schen ein­grei­fe, so die Au­to­rin. Doch das „Scha­den­s­prin­zip“er­lau­be eben­so Ein­grif­fe in die Frei­heit der Bür­ge­rin­nen wie der Grund­satz der Ge­rech­tig­keit. Denn: „Ein Her­un­ter­wirt­schaf­ten des Pla­ne­ten mit dem Er­geb­nis, dass die we­ni­ger Pri­vi­le­gier­ten be­zie­hungs­wei­se zu­künf­ti­ge Ge­ne­ra­tio­nen mit Res­sour­cen na­he dem Exis­tenz­mi­ni­mum und ei­ner sehr viel ge­rin­ge­ren Um­welt­qua­li­tät zu­recht­kom­men müss­ten, wä­re mit den meis­ten Ge­rech­tig­keits­kon­zep­tio­nen nicht ver­ein­bar.“(S. 49) Um „Öko­lo­gi­sche Ge­rech­tig­keit“geht es in ei­ner wei­te­ren Aus­ga­be von „Po­li­ti­sche Öko­lo­gie“. Be­son­ders ver­wie­sen dar­aus sei auf Über­le­gun­gen von Va­len­tin Zahrnt zum Ver­hält­nis von Ge­rech­tig­keit und Suf­fi­zi­enz. Da Wachs­tum in un­glei­chen Ge­sell­schaf­ten mehr Nut­zen stif­te, sei­en die­se eher be­reit, dar­aus re­sul­tie­ren­de Um­welt­be­las­tun­gen zu ak­zep­tie­ren, so die Aus­gangs­the­se des Au­tors. Zu­dem wür­de in stark un­glei­chen Ge­sell­schaf­ten das Sta­tus­den­ken ei­ne grö­ße­re Rol­le spie­len, denn nur in die­sen loh­ne es sich zu si­gna­li­sie­ren, dass man ver­mö­gend ist. Die Kon­sum­spi­ra­le dre­he sich nach oben, da je­ne mit dem klei­ne­ren und lang­sa­me­ren Auto auch ein grö­ße­res und schnel­le­res wol­len, so ein Bei­spiel. Der „Stan­dard“wer­de auf die­se Wei­se per­ma­nent nach oben ge­schraubt. Und wenn die Men­schen das Ge­fühl ha­ben, dass es im Gro­ßen in der Ge­sell­schaft nicht ge­recht zu­geht, dann sei­en sie we­nig be­reit, sich im Klei­nen öko­lo­gisch und fair zu ver­hal­ten. „Wer hat Lust, im pri­va­ten Haus­halt Was­ser und Ener­gie zu spa­ren, wenn die Selbst­be­die­ner­men­ta­li­tät in der Fi­nanz­in­dus­trie die öf­fent­li­chen Haus­hal­te rui­niert?“(S. 106) Va­len­tin Zahrnt führt al­so trif­ti­ge Grün­de an, war­um ega­li­tä­re­re Ge­sell­schaf­ten nicht nur so­zi­al, son­dern auch öko­lo­gisch bes­ser ab­schnei­den wür­den, denn sie re­du­zie­ren Wachs­tums­druck und Sta­tus­den­ken und för­dern ei­ne „Kultur der Ko­ope­ra­ti­on und des Maß­hal­tens“(S. 108) H. H. Suf­fi­zi­enz: Politik

45 Vom rech­ten Maß. Suf­fi­zi­enz als Schlüs­sel zu mehr Le­bens­glück und Um­welt­schutz. München: oe­kom, 2013 (Po­li­ti­sche Öko­lo­gie) 145 S.,

€ 16,95 [D], 17,50 [A], sfr 20,70

ISBN 978-86581-426-5

46 Öko­lo­gi­sche Ge­rech­tig­keit. Stra­te­gi­sche Al­li­an­zen zwi­schen Um­welt­schutz und So­zi­al­po­li­tik. München: oe­kom, 2014 (Po­li­ti­sche Öko­lo­gie) 145 S., € 16,95 [D], 17,50 [A], sfr 20,70

ISBN 978-86581-475-3

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