Ei­ne Be­stands­auf­nah­me

Die Ter­ror­an­schlä­ge von Pa­ris zu Be­ginn die­ses Jah­res ha­ben die Welt ver­än­dert. Kaum ein Tag, an dem nicht von der Be­dro­hung durch is­la­mis­ti­sche Fun­da­men­ta­lis­ten, von den Gräu­el­ta­ten der Kämp­fer des „Is­la­mi­schen Staats“und von der Not­wen­dig­keit, dar­auf en

ProZukunft - - Inhalt -

Kaum ein Tag, an dem nicht von der Be­dro­hung durch is­la­mis­ti­sche Fun­da­men­ta­lis­ten und den Gräu­el­ta­ten der Kämp­fer des IS ge­schrie­ben wird. Ne­ben den Bei­trä­gen des ta­ges­po­li­ti­schen Jour­na­lis­mus gibt es mitt­ler­wei­le ei­ne Rei­he an Pu­bli­ka­tio­nen, Vor­trä­ge und In­ter­views zum The­ma, die sich Wal­ter Spiel­mann an­ge­se­hen hat.

Was be­deu­tet Is­la­mis­mus?

In ei­ner schma­len, aber, der Tra­di­ti­on der Rei­he ent­spre­chend, ge­halt­vol­len An­nä­he­rung an sei­nen Ge­gen­stand legt Til­man Sei­den­sti­cker, Is­lam­wis­sen­schaft­ler an der Fried­rich-schil­ler-uni­ver­si­tät in Je­na, ein­lei­tend dar, dass es „ei­ne all­ge­mein ak­zep­tier­te De­fi­ni­ti­on des Be­griffs Is­la­mis­mus nicht gibt“(S. 9), um kurz dar­auf fol­gen­de De­fi­ni­ti­on für die wei­te­re Darstel­lung an­zu­bie­ten: „Beim Is­la­mis­mus han­delt es sich um Be­stre­bun­gen zur Gestal­tung von Ge­sell­schaft, Kul­tur, Staat und Po­li­tik an­hand von Wer­ten und Nor­men, die als is­la­misch an­ge­se­hen wer­den.“(ebd.) Grund­sätz­lich ha­be man es im­mer mit ei­ner „sub­jek­ti­ven Aus­wahl und In­ter­pre­ta­ti­on aus der brei­ten (…) is­la­mi­schen Tra­di­ti­on zu­züg­lich neu­er Ele­men­te, et­wa zur „Herr­schaft der Rechts­ge­lehr­ten“(nach Khomei­ni) zu tun [ebd.]. Die „Dis­tan­zie­rung von (un­ter­schied­lich gro­ßen) Tei­len der re­li­gi­ös-po­li­ti­schen Ge­schich­te“, die „Ver­ab­so­lu­tie­rung des Is­lams für die Gestal­tung des in­di­vi­du­el­len, ge­sell­schaft­li­chen und staat­li­chen Le­bens kom­bi­niert mit dem Ziel ei­ner weit­ge­hen­den Durch­drin­gung der Ge­sell­schaft“so­wie „die For­de­rung, statt der west­li­chen Volks­sou­ve­rä­ni­tät die ‚Sou­ve­rä­ni­tät Got­tes‘ ins Werk zu set­zen“, sei­en als em­pi­ri­sche Merk­ma­le des Is­la­mis­mus aus­zu­ma­chen. Mit ei­ner kon­zi­sen Darstel­lung des ge­schicht­li­chen Hin­ter­grunds, der prä­gen­den Ex­po­nen­ten, wich­ti­ger Or­ga­ni­sa­tio­nen und Par­tei­en so­wie der Recht­fer­ti­gung zum Ge­brauch von Ge­walt bie­tet der Band reich­hal­ti­ge Ba­sis­in­for­ma­tio­nen zum Ver­ständ­nis des is­la­mi­schen Fun­da­men­ta­lis­mus.

Is­la­mis­mus: Be­stands­auf­nah­me

Is­la­mis­mus als Be­dro­hung?

Der al­ge­ri­sche Schrift­stel­ler Boua­lem San­sal, 2011 mit dem Frie­dens­preis des Deut­schen Buch­han­dels ge­ehrt, hat mit die­sem Es­say - an­ders als es der Ti­tel na­he­legt - ei­ne sach­li­che Ana­ly­se zur Ge­ne­se und zur ak­tu­el­len Be­deu­tung des Is­la­mis­mus vor­ge­legt, die mit Ge­winn und Ver­wun­de­rung zugleich zu le­sen ist: An­re­gend und wert­voll in der Schil­de­rung von De­tails, aber auch wi­der­sprüch­lich in der zen­tra­len Beur­tei­lung der Ma­te­rie.

Ein­gangs schil­dert San­sal den Hin­ter­grund und Ver­lauf des is­la­mis­ti­schen Ter­rors in sei­ner Hei­mat, der zwi­schen 1991 und 2006 mehr als 200.000 To­des­op­fer for­der­te, und bie­tet dar­an an­schlie­ßend ei­nen de­tail­lier­ten Über­blick zur Ge­schich­te und Aus­dif­fe­ren­zie­rung des Is­lams. Nach­voll­zieh­bar plä­diert der Au­tor für die Un­ter­schei­dung von Is­lam und Is­la­mis­mus, stellt aber die Un­ter­schie­de nur un­ge­nü­gend dar. Wohl zu Recht kri­ti­siert er, dass in Eu­ro­pa zwar über den Is­la­mis­mus, kaum je­doch über die Wert­hal­tun­gen des Is­lams dis­ku­tiert wer­de.

Den Is­lam sieht Boua­lem San­sal „welt­weit auf Ex­pan­si­ons­kurs“; hält aber die Ur­sa­chen hier­für für „nach wie vor un­be­kannt“: ein „ver­mehr­tes Be­dürf­nis nach Spi­ri­tua­li­tät in ei­ner vom Ma­te­ria­lis­mus do­mi­nier­ten Welt“, ei­ne „Re­nais­sance des Pa­n­ara­bis­mus oder des Pa­nis­la­mis­mus“, und ei­ne „Form kul­tu­rel­ler Iden­ti­täts­fin­dung in ei­ner Welt, die auf der Su­che nach ei­ner neu­en Ori­en­tie­rung ist“, könn­ten s. E. als Grün­de in Be­tracht kom­men. (S. 55).

Der Is­la­mis­mus, so San­sal in die­sem 2013 ver­fass­ten Es­say, sei „als sol­cher we­der ab­surd noch wirk lich ge­fähr­lich“. Es hand­le sich aber um ei­ne „ul­tra­or­tho­do­xe Strö­mung mit dem Ziel ei­ner ra­di­ka­len Trans­for­ma­ti­on der mus­li­mi­schen Län­der und letzt­lich der Welt, die po­li­ti­sche und re­li­giö­se, so­zia­le und kul­tu­rel­le Aspek­te um­fasst“(S. 74).

Wie die­ser Be­we­gung in An­be­tracht ei­ner zu­neh­men­den „Schwä­che der west­li­chen De­mo­kra­ti­en“,

ei­ner an­hal­ten­den glo­ba­len Um­welt- und Wirt­schafts­kri­se so­wie ei­ner „ver­fehl­ten Ein­wan­de­rungs­und In­te­gra­ti­ons­po­li­tik“in Eu­ro­pa, aber auch an­ge­sichts der nach­weis­li­chen Rück­stän­dig­keit der ara­bi­schen Völ­ker (staat­li­cher und re­li­giö­ser Ri­go­ris­mus, ver­bis­se­ner Na­tio­na­lis­mus, die Un­ter­drü­ckung der Frau­en und der Ju­gend sind nur ei­ni­ge der Fol­gen) zu be­geg­nen sei, lässt der Au­tor weit­ge­hend un­be­ant­wor­tet.

Die Re­vo­lu­tio­nen des „Ara­bi­schen Früh­lings“, so San­sals Re­sü­mee, ha­ben den Is­la­mis­mus stark ge­macht, und es sei da­mit zu rech­nen, dass er „künf­tig ei­nen grö­ße­ren Ak­ti­ons­spiel­raum ha­ben wird, zu­mal Chi­ne­sen, Rus­sen, Bra­si­lia­ner, Süd­afri­ka­ner etc. pro­blem­los mit ihm zu­sam­men­ar­bei­ten kön­nen und ihn mit al­lem be­lie­fern, was auch im­mer er von ih­nen wird or­dern wol­len“(S. 134). Kei­ne gu­ten Aus­sich­ten!

Is­la­mis­mus: Be­dro­hungs­po­ten­zi­al

Wie fa­schis­tisch ist der Is­lam?

Breit re­zi­piert, aber auch kon­tro­vers dis­ku­tiert wur­de ei­ne Ana­ly­se des in Kai­ro ge­bo­re­nen, in Deutsch­land le­ben­den Au­tors Ha­med Ab­del-sa­mad, der ob sei­ner Be­haup­tung, dass der Is­lam von je­her fa­schis­tisch ge­prägt sei, mit ei­ner To­des-fat­wa be­legt wur­de. Der an den Uni­ver­si­tä­ten Erfurt und München leh­ren­de Is­lamex­per­te ist Mit­glied der Deut­schen Is­lam­kon­fe­renz und setzt sich trotz die­ser Be­dro­hung für ei­nen auf­ge­klär­ten Is­lam in ei­ner sä­ku­la­ri­sier­ten Ge­sell­schaft ein.

Da­von aus­ge­hend, dass be­reits der Ur-is­lam fa­schis­ti­sche Zü­ge ent­wi­ckelt ha­be, be­grün­det Ab­del-sa­mad sei­ne The­se un­ter an­de­rem mit dem im Is­lam aus­ge­präg­ten „Kult der Über­lie­fe­rung“und der trau­ma­ti­sie­ren­den Er­fah­rung ei­ner „ver­spä­te­ten Na­tio­nen­bil­dung“im ara­bi­schen Raum (die auch in Ita­li­en und Deutsch­land zur Aus­bil­dung des Fa­schis­mus ge­führt hät­ten).

Man kann im Is­lam und mehr noch in der is­la­mis­ti­schen Ra­di­ka­li­sie­rung ge­wiss fa­schis­ti­sche Ten­den­zen fest­stel­len, soll­te aber vor al­lem auch Dif­fe­ren­zen be­nen­nen, et­wa je­ne, dass der Na­tio­nal­so­zia­lis­mus die Re­li­gi­on nicht zur Be­an­spru­chung sei­nes bar­ba­ri­schen Herr­schafts­an­spruchs miss­brauch­te, oder auch, dass der is­la­mis­ti­sche Ter­ror (noch) nicht als ei­ne staats­tra­gen­de Ideo­lo­gie in Er­schei­nung tritt, die sich die Aus­rot­tung „art­frem­der Ras­sen“zum Ziel ge­setzt hat. Nicht au­ßer Acht zu las­sen ist vor al­lem, dass der Is­lam über vie­le Jahr­hun­der­te als Ver­mitt­ler abend­län­di­scher Kul­tur in Er­schei­nung trat.

Frei­lich ist dem Au­tor recht zu ge­ben, dass es in den au­to­ri­tä­ren Re­gi­men des Na­hen Os­tens im­mer wie­der fa­schis­to­ide Ten­den­zen und mas­si­ve For­men von Un­ter­drü­ckung gibt. Um­so wert­vol­ler und wich­ti­ger ist sein Nach­weis, dass es von Ma­rok­ko bis Ägyp­ten im­mer mehr jun­ge Men­schen gibt, die sich für ei­nen auf­ge­klär­ten, sä­ku­la­ri­sier­ten Is­lam oder auch das Recht auf Kon­fes­si­ons­lo­sig­keit stark ma­chen (vgl. Ka­pi­tel 9). Dass an­de­rer­seits die re­li­gi­ös-po­li­ti­sche Ra­di­ka­li­sie­rung im Zei­chen des Is­lams in Eu­ro­pa zu­neh­mend als Ab­leh­nung des Esta­blish­ments und „west­li­cher Wer­te“zu ver­ste­hen ist, steht da­zu in ei­nem mar­kan­ten Ge­gen­satz. Um die­ser Ent­wick­lung ent­ge­gen­zu­wir­ken, setzt Ab­del-sa­mad u. a. auf „die schwei­gen­de Mehr­heit der in Eu­ro­pa le­ben­den Mus­li­me“. An­statt sich „apo­li­tisch“zu ver­hal­ten und den Ein­satz für ei­nen sä­ku­la­ri­sier­ten Is­lam ei­ni­gen Re­for­mern zu über­las­sen, sei auch sie ge­for­dert, „den Ex­tre­mis­ten et­was ent­ge­gen­zu­set­zen“. Tun sie es nicht, lau fen auch sie Ge­fahr als Dschi­ha­dis­ten oder Suf­fis­ten an­ge­se­hen zu wer­den. (vgl. S. 193f.)

Is­lam: Fa­schis­mus

Die Ideo­lo­gie des IS

In ei­nem In­ter­view, das auf Youtu­be zu se­hen ist, gibt Jür­gen To­den­hö­fer glei­cher­ma­ßen in­ter­es­san­te, frag­wür­di­ge wie un­er­war­te­te Ein­bli­cke, die er im Ver­lauf ei­nes zehn­tä­gi­gen Auf­ent­hal­tes auf dem Ge biet des IS ge­win­nen konn­te. Die Kampf­stär­ke des IS ma­che, so der deut­sche Nah­ost- und Ter­ror­ex­per­te, mit rund 40.000 Mann nur 0,02 der mus­li­mi­schen Be­völ­ke­rung welt­weit aus und doch sei die­se Be­we­gung auf­grund ih­rer mi­li­tä­ri­schen Stär­ke und Ent­schlos­sen­heit durch­aus in der La­ge, wei­te­re Staa­ten des Na­hen Os­tens, et­wa Jor­da­ni­en und auch Sau­di-ara­bi­en zu un­ter­wer­fen. Das lang­fris­ti­ge Ziel des IS, so des Au­tors zu hin­ter­fra­gen­de The­se, sei die Aus­rot­tung al­ler nicht-abra­ha­mi­ti­schen Re­li­gio­nen und al­ler Mus­li­me, die nicht der ei­ge­nen ra­di­ka­len Glau­bens­rich­tung fol­gen. Da­mit frei­lich nicht ver­ein­bar ist die Hin­rich­tung und Ver fol­gung von christ­li­chen Kop­ten und As­sy­rern. Mit sei­ner vor al­lem über die so­zia­len Me­di­en ver­brei­te­ten Stra­te­gie des Grau­ens wol­le der IS nicht nur Luft­an­grif­fe, son­dern vor al­lem den Ein­satz von Bo­den­trup­pen pro­vo­zie­ren, um im Kampf ge­gen Un­gläu­bi­ge als Mär­ty­rer zu ster­ben. Die nach den jüngs­ten Ex­zes­sen be­trie­be­nen mi­li­tä­ri­schen Schlä­ge spiel­ten dem IS in die Kar­ten, und nichts sei un­sin­ni­ger, als dem Ter­ror mit mi­li­tä­ri­scher Ge­walt zu be­geg­nen. „Bom­ben sind ein Ter­ror-zucht­pro­gramm“, so To­den­hö­fer poin­tiert.

Men­schen, die vor al­lem durch den mi­li­tä­ri­schen Ein­satz der USA trau­ma­ti­siert und ra­di­ka­li­siert wur den, kön­ne nur mit Mit­teln der Po­li­tik be­geg­net wer-

„Die Is­la­mis­ten sind fle­xi­ble Op­por­tu­nis­ten. Für sie ist die Re­li­gi­on ei­ne Art Selbst­be­die­nungs­la­den, in dem sie zu je­dem An­lass das Pas­sen­de fin­den. Sie plün­dern nach Be­lie­ben den mäch­ti­gen Baum des Is­lam.“(Boua­lem San­sal in , S. 82)

„Wir wer­den we­der Trost noch Iden­ti­täts­stif­ten­des in Re­li­gio­nen oder ver­al­te­ten Kon­zep­ten von Na­tio­nen fin­den, die da­von le­ben, an­de­re aus­zu­schlie­ßen. Die Zu­kunft ge­hört der Mul­ti­kul­tu­ra­li­tät und der Fle­xi­bi­li­tät. Wer Iden­ti­täts­hy­gie­ne be­treibt und ho­he Mau­ern um sei­ne Kul­tur oder Re­li­gi­on baut, hat längst ver­lo­ren.“(H. Ab­del-sa­mad in , S. 206)

den. Wür­de et­wa der Irak die sun­ni­ti­sche Be­völ­ke­rung am po­li­ti­schen Le­ben be­tei­li­gen, wä­re dem IS eben­so der Bo­den zu ent­zie­hen, wie dies auch in Sy­ri­en durch ei­ne Al­li­anz mit dem As­sad-re­gime zu er­rei­chen wä­re. Der Wes­ten aber, so das Re­sü­mee des In­ter­view­ten, sei nicht be­reit, ent­spre­chen­de Initia­ti­ven zu er­grei­fen.

Ei­ne vor al­lem po­li­tisch in­ter­es­san­te Ana­ly­se, die nicht zu­letzt auch ei­nen glo­ba­len stra­te­gi­schen Aspekt mit in Be­tracht zieht: Mit 9/11 und dem En­de der So­wjet­uni­on hät­ten Us-mi­li­tärs mit dem Ein­satz ge­gen den Ter­ror wie­der ein Mo­tiv ge­habt, um stra­te­gi­sche und geo­po­li­ti­sche Stär­ke un­ter Be­weis zu stel­len; ei­ne An­sicht, die frei­lich in den west­li­chen Me­di­en kaum dis­ku­tiert wird.

IS: Hin­ter­grün­de und Ge­gen­stra­te­gi­en

Sy­ri­scher Ji­had

Die For­mie­rung ei­nes mi­li­tan­ten Is­la­mis­mus in der sy­ri­schen Stadt Ha­ma (1963/1964) und der sich dar­an an­schlie­ßen­de Krieg (bis 1982), der Irak­krieg als Auf­takt zum zwei­ten sy­ri­schen Dschi­had und ei­ne Darstel­lung des Zu­sam­men­hangs zwi­schen den Be­we­gun­gen des Ara­bi­schen Früh­lings und dem Dschi­had sind Aus­gangs­punkt ei­ner um­fang­rei­chen, mit zahl­rei­chen Ori­gi­nal­tex­ten an­ge­rei­cher­ten Darstel­lung zur Ge­ne­se des IS, die der 1982 ge­bo­re­ne Is­lam­wis­sen­schaft­ler und im Ver­fas­sungs­schutz tä­ti­ge Au­tor mit die­sem Band vor­liegt. Aus­führ­lich schil­dert Beh­nam T. Said die Ent­wick­lung des IS im Irak und in Sy­ri­en so­wie die Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen Al­quai­da und ISIS um die Er­rich­tung des Ka­li­fats, be­schreibt die „gren­zen­lo­se Ideo­lo­gie“die­ser Be­we­gung und be­nennt – mit Ver­weis auch auf die Ge­schich­te des spa­ni­schen Bür­ger­krie­ges – die Rol­le aus­län­di­scher Kämp­fer in Sy­ri­en. Ein ei­ge­nes Ka­pi­tel wid­met Said den im Wes­ten tä­ti­gen Weg­be­rei­tern deutsch­spra­chi­ger IS- Kämp­fer. Da bei wird aus­führ­lich auf die Rol­le des in Wi­en tä­ti­gen Mo­ha­med Mahmoud und, ge­wis­ser­ma­ßen stell­ver­tre­tend, auf die Ge­schich­te des Ber­li­ner Ex-rap­pers De­nis Cu­s­pert und des­sen Mo­ti­ve ein­ge­gan­gen, sich dem IS an­zu­schlie­ßen. In­ter­es­sant im Kon­text der jüngs­ten An­schlä­ge in Eu­ro­pa ist der Hin­weis auf ei­ne Stu­die des dä­ni­schen Ter­ro­ris­mus­ex­per­ten Tho­mas Hegg­ham­mer, wo­nach west­li­che Dschi­ha­dis­ten „mehr­heit­lich da­zu ten die­ren, sich mi­li­tan­ten Grup­pen im Aus­land an­zu­schlie­ßen und dass nur ei­ne Min­der­heit in dem er­fass­ten Zei­t­raum [1990-2010] ver­such­te, An­schlä­ge vor der Haus­tü­re zu be­ge­hen“(S. 168). Die eu­ro­päi­schen Staa­ten, so ein wei­te­rer Be­fund, hät­ten kaum le­ga­le Mög­lich­kei­ten, Is-sym­pa­thi­san­ten an der Aus­rei­se zu hin­dern, da sie „kei­nen Straf­be­stand für die Teil­nah­me an ei­nem im Aus­land statt­fin­den­den Krieg ken­nen“(S. 172).

Bei den Aus­ein­an­der­set­zun­gen in Sy­ri­en, so Said, hand­le es sich nicht um ei­nen Bür­ger­krieg; viel­mehr wer­de in „ei­ner seit Lan­gem schwe­len­den Ri­va­li­tät um die Vor­herr­schaft im Na­hen und Mitt­le­ren Os­ten“(un­ter Ein­be­zie­hung geo­po­li­ti­scher In­ter­es­sen) ge­kämpft (vgl. S. 175ff.). Mit der Pro kla­ma­ti­on des Is­la­mi­schen Staa­tes im Ju­ni 2014 wer­de sich, so ei­ne ab­schlie­ßen­de Pro­gno­se des Au­tors, „das eth­ni­sche, re­li­giö­se, so­zia­le, wirt­schaft­li­che und po­li­ti­sche Ge­fü­ge des Na­hen und Mitt­le­ren Os­tens lang­fris­tig und schwer­wie­gend ver­än­dern“(S. 197).

IS: Hin­ter­grün­de und Fol­gen

Die Rück­kehr des Ka­li­fats

Ei­nen kennt­nis­rei­chen, dif­fe­ren­zie­ren­den Blick auf die his­to­ri­sche Ent­wick­lung, die kul­tu­rel­le und so­zia­le Be­deu­tung des Is­la­mi­schen Staats (und der dar­aus ab­leit­ba­ren Un­ter­stüt­zung, die die­ses Re­gime in wei­ten Tei­len der Be­völ­ke­rung fin­det) so­wie nicht zu­letzt ei­ne kla­re Be­nen­nung der po­li­ti­schen Feh ler der USA und ih­rer Ver­bün­de­ten leis­tet Lo­ret­ta Na­po­leo­ni, aus­ge­wie­se­ne Ex­per­tin für die öko­no­mi­schen Grund­la­gen des in­ter­na­tio­na­len Ter­ro­ris­mus. Die Au­to­rin, un­ter an­de­rem Be­ra­te­rin der UN, be­leuch­tet die tech­no­lo­gi­sche Mo­der­ni­tät der Be­we­gung, ver­weist auf das archai­sche Mo­tiv ei­nes ei­ge­nen is­la­mi­schen Staa­tes (in Ana­lo­gie zum zio­nis­ti­schen Pro­jekt) und re­flek­tiert die her­aus­ra­gen­de Be­deu­tung des Ka­li­fen Abu­ba­kr al-bagh­da­di, der, 2009 aus ei­nem Us-ge­fan­ge­nen­la­ger in Irak ent­las­sen, zum „Pho­enix aus der Asche“wer­den konn­te. Ne­ben vie­len his­to­risch in­ter­es­san­ten Aspek­ten weiß die Au­to­rin aber auch um die mög­li­che At­trak­ti­vi­tät die­ses we­gen sei­ner mi­li­tan­ten Ra­di­ka­li­tät ver­ab­scheu­ens­wer­ten Mo­dells ei­ner streng hier­ar­chisch struk­tu­rier­ten Ge­sell­schaft, die in „per­fek­ter Har­mo­nie mit al-ta­huid, dem Man­dat Got­tes [lebt]. Tat­säch­lich ver­spricht die­se idea­li­sier­te Na­ti­on Mus­li­men nicht nur Er­lö­sung von Jahr­hun­der ten der Er­nied­ri­gung, son­dern auch ei­ne po­li­ti­sche Uto­pie für die Sun­ni­ten des 21. Jahr­hun­derts: ein mäch­ti­ges phi­lo­so­phi­sches Kon­strukt, das Ge­lehr­te über Jahr­hun­der­te zu schaf­fen ver­such­ten und da­bei stets schei­ter­ten. Dies ist die po­li­ti­sche Kraft, die der Wes­ten bis in den Som­mer 2014 hin­ein igno­rier­te“(S. 89). Es ist höchs­te Zeit, die­ses Ver­säum­nis nach­zu­ho­len und, hof­fent­lich, die rich­ti­gen Kon­se­quen­zen dar­aus zu zie­hen. Die­ses Buch leis­tet da­zu ei­nen ent­schei­den­den Bei­trag.

IS: Po­li­ti­sche Uto­pie

„Bom­ben sind ein Ter­ror-zucht­pro­gramm. Sie wir­ken so, als wür­de man mit ei­nem Stock auf ei­nen auf ei­nen Bie­nen­schwarm ein­schla­gen, wenn man von ei­ner ge­sto­chen wur­de.“(Jür­gen To­den­hö­fer in 14 )

Der po­li­ti­sche Is­lam

In der ak­tu­el­len, viel­fach ver­kürz­ten und ober­fläch­li­chen Dis­kus­si­on um die Be­deu­tung des Is­lam und sei­ne po­li­ti­schen Zie­le im Na­hen Os­ten wer­den so gut wie aus­schließ­lich Mei­nun­gen in Form von Kom­men­ta­ren und Ana­ly­sen ver­han­delt. Sel­ten je­doch wer­den pro­gram­ma­ti­sche Schrif­ten und Re­den von Vor­den­kern des po­li­ti­schen Is­lams im Ori­gi­nal wie­der­ge­ge­ben und kri­tisch re­flek­tiert. Imad Musta­pha, 1980 in Deutsch­land ge­bo­ren, leis­tet als Po­li­to­lo­ge und frei­schaf­fen­der Pu­bli­zist mit dem hier vor­ge­leg­ten Buch ei­nen wert­vol­len Bei­trag, die­sem De­fi­zit ent­ge­gen­zu­wir­ken. An­hand von Ori­gi­nal­tex­ten von füh­ren­den Ver­tre­tern mus­li­mi­scher Re­form­bewe gun­gen zeigt er die Ent­wick­lung von Ide­en und po­li­ti­schen Uto­pi­en seit Be­ginn des 19. Jahr­hun­derts eben­so auf wie die Ent­ste­hungs­grund­la­gen ei­nes re­li­gi­ös-ideo­lo­gi­schen Selbst­ver­ständ­nis­ses is­la­mi­scher Be­we­gun­gen und Par­tei­en. An­hand aus­ge­wähl­ter Tex­te wer­den Gr­und­zü­ge der is­la­mi­schen Po­li­tik zwi­schen Staat­lich­keit und na­tio­na­lem Wi­der­stand aus­ge­leuch­tet und so­zi­al­öko­no­mi­sche Po­si­tio­nen wie das „Za­kat“als „frei­wil­lig-ob­li­ga­to­ri­scher Mo­dus so­zia­ler Wohl­fahrt“oder auch die Gr­und­zü­ge ei­ner is­la­mi­schen Wirt­schaft mit dem Pos­tu­lat mensch­li­cher Wür­de als höchs­tem Ziel er­läu­tert. Ein wich­ti­ger Bei­trag zum Ver­ständ­nis ei­ner frem­den Kul­tur und zur Ver­stän­di­gung jen­seits po­li­ti­scher Ma­ni­pu­la­ti­on. Po­li­ti­scher Is­lam Feind­bild Is­lam Ei­nen de­zi­diert kri­ti­schen Blick auf die Is­lam-re­zep­ti­on des Wes­tens wirft Wer­ner Ruf [Jg. 1937], von 1982-2003 In­ha­ber ei­nes Lehr­stuhls an der Uni­ver­si­tät Kas­sel mit den Schwer­punk­ten in­ter­na­tio­na­le und in­ter­ge­sell­schaft­li­che Be­zie­hun­gen. Ruf sieht den vom Wes­ten in­sze­nier­ten „Krieg ge­gen den Ter­ror“als „ge­gen­zi­vi­li­sa­to­ri­sches Pro­jekt“(vgl. S. 22ff.), be­tont die grund­sätz­lich re­spekt­vol­le Hal­tung des Is­lam ge­gen­über Ju­den- und Chris­ten­tum und ar­bei­tet zugleich über­zeu­gend die Gr­und­zü­ge des ra­di­ka­len Fun­da­men­ta­lis­mus her­aus, der auf die Wie­der­her­stel­lung des ur­sprüng­lich von Mo­ham­med er­las­se­nen Ge­set­zes zum Ziel hat. Aus­führ­lich – und dar­in liegt ei­ner der we­sent­li­chen, viel­fach nicht re­flek­tier­ten Aspek­te der ak­tu­el­len Ent­wick­lung – kommt Ruf auf die stra­te­gi­sche Be­deu­tung des Na­hen und Mitt­le­ren Os­tens als ein­zi­ge Re­gi­on mit noch nen­nens­wer­ten Erd­öl­res­sour­cen zu spre­chen und er­läu­tert die da­mit ver­bun­de­ne Na­to-stra­te­gie. His­to­risch ar­gu­men­tie­rend, hält Ruf die The­se der jü­disch-christ­li­chen Tra­di­ti­on des Abend­lan­des für zu­min­dest frag­wür­dig und sieht die Ju­den­ver­fol­gung des eu­ro­päi­schen Mit­tel­al­ters und die nun auf­bre­chen­de Stim­mung ge­gen den Is­lam als „zwei Sei­ten ei­ner Me­dail­le“(vgl. S. 74ff.). Ein ei­ge­nes Ka­pi­tel wid­met Wer­ner Ruf der „Is­lam­het­ze“und ih­ren Ak­teu­ren (wo­bei das Spek­trum von Ralph Gior­da­no, Thi­lo Sar­ra­zin und Hen­ryk M. Bro­der über den an die­ser Stel­le schon er­wähn­ten Ha­mad Ab­del-sa­mad bis hin zu den eher links ori­en­tier­ten „An­ti­deut­schen“reicht). Dass im Zei­chen des neu­en An­ti­is­la­mis­mus die eu­ro­päi­sche Rech­te die Freund­schaft zu Is­ra­el ent­deckt und im Kampf ge­gen die Is­la­mi­sie­rung die Prin­zi­pi­en der Rechts­staat­lich­keit und der To­le­ranz un­ter­gra­ben wer­den, sind wei­te­re, ernst­zu­neh­men­de Ar­gu­men­te, die ei­ne brei­te Öf­fent­lich­keit und (selbst)kri­ti­sche Über­prü­fung ver­die­nen.

Zur Rol­le des Erd­öls als Mo­tiv für das En­ga­ge­ment des We­sens im Na­hen Os­ten und zum Zu­sam­men­hang mit 9/11 s. auch Da­nie­le Gan­ser auf You Tu­be zu sei­nem Buch „Eu­ro­pa im Erd­öl­rausch“. Is­lam: Feind­bild Mög­lich­kei­ten, die Angst zu über­win­den Wir le­ben - so die ein­lei­ten­de Fest­stel­lung der re­nom­mier­ten Us-ame­ri­ka­ni­schen Phi­lo­so­phin und Rechts­wis­sen­schaft­le­rin Mar­tha Nuss­baum - in ei­ner „Zeit der Angst und Ver­däch­ti­gun­gen“. Und: Wir tä­ten gut dar­an, „an­ge­sichts un­se­rer ei­ge­nen Bi­lanz als ver­meint­lich to­le­ran­te und re­spekt­vol­le Kul­tur be­schei­den zu wer­den. (…) Un­se­re Si­tua­ti­on schreit ge­ra­de­zu nach kri­ti­scher Selbst-re­fle­xi­on, so­fern wir die Wur­zeln der schlim­men Ängs­te und Ver­däch­ti­gun­gen frei­le­gen wol­len, die ge­gen­wär­tig al­le west­li­chen Ge­sell­schaf­ten ent­stel­len“(S. 13). Im Geis­te So­kra­tes‘ wä­re ei­ne ethi­sche Her­an­ge­hens­wei­se an­zu­ra­ten, die in An­be­tracht der gras­sie­ren­den re­li­giö­sen In­to­le­ranz drei­er­lei er­for­dert: 1.) „Po­li­ti­sche Grund­sät­ze des glei­chen Re­spekts vor al­len Bür­gern und ein Ver­ständ­nis des­sen, was die­se Grund­sät­ze für die heu­ti­ge Kon­fron­ta­ti­on mit re­li­giö­sen Un­ter­schie­den be­deu­ten (…) 2.) Ri­go­ro­se Kri­tik, die Un­ver­ein bar­kei­ten auf­spürt und kri­ti­siert, ge­ra­de auch je­ne, die Aus­nah­men für ei­nen selbst zu­las­sen und den St­a­chel im Au­ge des an­de­ren be­mer­ken, oh­ne den Bal­ken im ei­ge­nen Au­ge zu er­ken­nen; 3.) Ei­ne sys­te­ma­ti­sche Aus­bil­dung des „in­ne­ren Au­ges“, der Vor­stel­lungs­kraft, die uns er­ken­nen lässt, wie die Welt vom Stan­dpunkt an­de­rer Re­li­gio­nen oder Eth­ni­en aus­sieht.“(ebd.)

In­dem die Au­to­rin das nar­zis­ti­sche Ge­fühl der

Angst als Grund­la­ge der (re­li­giö­sen) In­to­le­ranz of­fen­legt und de­ren (bio­lo­gi­sche und kul­tu­rel­le) Ur­sa­chen se­ziert, ge­lingt es ihr, po­li­ti­sche Kon­se­quen­zen (Mi­na­rett­ver­bot, Brei­vik-at­ten­tat u. a. m.) neu zu se­hen und zu be­wer­ten. Da­mit wird der Weg frei, Mög­lich­kei­ten ei­nes re­spekt­vol­len Mit­ein­an­ders aus­zu­lo­ten, der für Nuss­baum in dem Grund­prin­zip des „glei­chen Re­spekts für das Ge­wis­sen“liegt. Dem­nach ha­ben al­le Men­schen glei­che Wür­de. Wie oft es ge­schieht, an­de­re für et­was zu kri­ti­sie­ren, was man selbst kei­nes­falls bes­ser macht, zeigt Mar­tha Nuss­baum ex­em­pla­risch an der Dis­kus­si­on über das Bur­ka-ver­bot: kei­nes der vor­ge­brach­ten Ar­gu­men­te – feh­len­de Si­cher­heit, Dis­kri­mi­nie­rung, Nö­ti­gung oder Ge­sund­heits­ge­fähr­dung – hält ih­rem Ein­wand stand. Mit ei­nem Plä­doy­er für Re­spekt und die Ein­übung von „mit­füh­len­der Phan­ta­sie“, der Er­ör­te­rung des Dis­kur­ses rund um „Park 51“(die Er­rich­tung ei­ner mus­li­mi­schen Er­in­ne­rungs­stät­te für die Op­fer von 9/11) wen­det sich Nuss­baum zu­letzt der Fra­ge zu, was in An­be­tracht ei­ner in der Tat ge­fähr­li­chen Zeit, in der wir le­ben zu tun oder, bes­ser wohl, ein­zu­üben sei: die Fä­hig­keit zu kri­ti­scher Prü­fung und zu Selbst­kri­tik in ei­nem Geist der Neu­gier und der Freund­schaft. Ein groß­ar­ti­ges Buch! Re­li­giö­se To­le­ranz

Wie funk­tio­nie­ren Dia­lo­ge?

In dem ab­schlie­ßend vor­ge­stell­ten Band wird der Fra­ge nach­ge­gan­gen, wie Dia­lo­ge als Vor­aus­set­zung der Ver­stän­di­gung zwi­schen Kul­tu­ren, wis­sen­schaft­li­chen Dis­zi­pli­nen und auch Re­li­gio­nen funk­tio­nie­ren. An­statt auf die Ent­wick­lung ei­nes all­ge­mein gül­ti­gen Mo­dells ab­zu­zie­hen, wer­den in die­sem Band der Schrif­ten­rei­he „Wer­te­wel­ten“an­hand von nicht we­ni­ger als 20 Bei­trä­gen ver­schie­de­ne Aspek­te des „Dia­lo­gi­schen“the­ma­ti­siert. So geht es et­wa um den „Dia­log über Recht“, „Ver­fas­sungs­dia­log und die theo­lo­gi­sche Ver­fas­sung“, die Be­deu­tung des Schwei­gens im Deut­sch­ja­pa­ni­schen Ver­gleich, um Er­fah­run­gen im Um­gang mit Ge­walt am Bei­spiel Süd­afri­kas oder um den „Hal­lyu“, ei­ne asia­ti­sche Pra­xis des Dia­logs zwi­schen In­ter­kul­tu­ra­li­tät und Trans­kul­tu­ra­li­tät. In ei­nem Bei­trag von Ul­ri­ke Kist­ner wird aber auch dem Zu­sam­men­hang von Ge­mein­schaft und Ge­walt­be­reit­schaft un­ter dem Aspekt der “Gren­zen von Dia­lo­gi­zi­tät” nach­ge­spürt. Dia­log

Li­te­ra­tur- und Qu­el­len­nach­wei­se

Ab­del-sa­mad, Ha­med: Der is­la­mi­sche Fa­schis­mus. Ei­ne Ana­ly­se. München: Dro­emer, 2014. 223 S., €18,- [D], 18,50 [A], sfr 19,40 ; ISBN 978-3-426-27627-3

Gan­ser, Da­nie­le: Die Ter­ror­an­schlä­ge vom 11. Sep­tem­ber 2001 und die Fol­gen. Vor­trag, ge­hal­ten am 7. Sept. 2012 in Thun / Schweiz. https://www.youtu­be.com/watch?v=vh­qh­f2fz­ho4 (ab­ge­ru­fen am 2.3.2015)

6 Kul­tu­ren des Dia­logs. Hrsg. v. Heinz-die­ter Ass­mann … Ba­den-ba­den: No­mos, 2010. 214 S., €24,- [D], 24,70 [A], sfr 25,80

ISBN 978-3-8329-6219-7

7 Na­po­leo­ni, Lo­ret­ta: Die Rück­kehr des

Ka­li­fats. Der Is­la­mi­sche Staat und die Neu­ord­nung des Na­hen Os­tens. Zü­rich: Rot­punkt­ver­lag, 2015.

158 S., €18,90 [D], 19,50 [A], sfr 20,30

ISBN 978-3-85869-640-3

8 Nuss­baum, Mar­tha: Die neue re­li­giö­se In­to­le­ranz. Ein Aus­weg aus der Po­li­tik der Angst. Darm­stadt: Wis­sen­schaftl. Buch-ges., 2014.

220 S., €39,95 [D], 41,15 [A], sfr 42,90

ISBN 978-3-534-26460-5

9 Musta­fa, Imad: Der po­li­ti­sche Is­lam.

Zwi­schen Mus­lim­brü­dern, Ha­mas und Hiz­bol­lah.

Wi­en: Pro­me­dia-verl., 2014 (2. Aufl.). 230 S.,

€17,90 [D], 25,10 [A], sfr 19,20

ISBN 978-3-85371-360-0

10 Ruf, Wer­ner: Der Is­lam – Schre­cken des Abend­lands. Wie sich der Wes­ten sein Feind­bild kon­stru­iert. Köln: Pa­py­ros­sa-verl., 2014 (2. Aufl.). 141 S., €11,90 [D], 12,30 [A], sfr 12,80

ISBN 978-3-89438-484-5

11 Said, Beh­nam T.: Is­la­mi­scher Staat: Is-mi­liz, al-qai­da und die deut­schen Bri­ga­den. München:

C. H. Beck, 2014 [3.Aufl.]. 223 S. 14,95 [D],

15,40 [A], sfr 21,90

ISBN 978-3-406-67210-1

12 San­sal, Boua­lem: Al­lahs Nar­ren. Wie der Is­la­mis­mus die Welt er­obert. Ein Es­say zur Sa­che. Gif­ken­dorf: Mer­lin-verl., 2014 [5. Aufl.]. 164 S.,

€14,95 [D], 15,40 [A], sfr 16,05

ISBN 978-3-87536-903-8

13 Sei­den­sti­cker, Til­man: Is­la­mis­mus. Ge­schich­te, Vor­den­ker, Or­ga­ni­sa­tio­nen. München: C. H. Beck, 2014 (2. Aufl.). 127 S.,

€8,95 [D], 9,20 [A], sfr 9,60

ISBN 978-3-406-66069-6

To­den­hö­fer, Jür­gen: Die bis­her nicht ge­stell­ten Fra­gen zum IS. RT Deutsch In­ter­view mit Jür­gen To den­hö­fer. www.youtu­be.com/watch?v=ub­hhjjaf7me (ab­ge­ru­fen am 16.2.2015)

Wei­ters zu emp­feh­len:

Akyol, Cig­dem: Ge­ne­ra­ti­on Er­do­gan.

Die Tür­kei – ein zer­ris­se­nes Land im 21. Jahr­hun­dert. Wi­en: Kre­mayr & Sche­ri­au, 2015. 208 S.,

€22,- [D], 22,70 [A], sfr 23,60

ISBN 978-3-218-00969-0

„Könn­te es sein, dass die An­hän­ger des IS dem Ka­li­fat als ei­ner kor­rup­ti­ons­lo­sen und un­be­stech­li­chen Na­ti­on ent­ge­gen­se­hen, in der ei­ne At­mo­sphä­re der Brü­der­lich­keit herrscht? Ei­ne Ge­sell­schaft oh­ne die Her­aus­for­de­run­gen, die west­li­che und am west­li­chen...

„Angst ist ei­ne ‚ver­dun­keln­de Vor­ein­ge­nom­men­heit‘, ein in­ten­si­ver Fo­kus auf die ei­ge­ne Per­son, die an­de­re Men­schen in die Dun­kel­heit ver­bannt. Wie wert­voll und so­gar es­sen­zi­ell sie in ei­ner wahr­haft ge­fähr­li­chen Welt auch ist, ist sie doch selbst ei­ne...

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