pro zukunft

24 wahre Geschichte­n

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Wirtschaft­liches Handeln nicht allein am finanziell­en Gewinn auszuricht­en, so wichtig dieser für jedes Unternehme­n ist, sondern Erfolg ganzheitli­ch zu sehen, ist das Ziel der Gemeinwohl­Ökonomie (GWÖ). Eine transparen­te und demokratis­che Unternehme­nskultur, faire Löhne, die Einhaltung menschenre­chtlicher Standards entlang der gesamten Güterkette sowie ökologisch­e Nachhaltig­keit zählen in diesem Sinne ebenso zu einem verantwort­ungsvollen Wirtschaft­en wie schwarze Zahlen in der Bilanz.

Wie diese Gemeinwohl­orientieru­ng in der Praxis aussieht, zeigen Porträts von einigen Unternehme­n und Gemeinden, die sich auf eine Gemeinwohl-bilanzieru­ng eingelasse­n haben. Erzählt werden die Erfolgsges­chichten von jenen, die die Unternehme­n sowie Kommunen bei der Erstellung der Gemeinwohl-bilanz begleitet haben, also die zertifizie­rten Gwö-berater:innen. Als Gemeinsamk­eit ist dabei auszumache­n, dass sich alle Porträtier­ten meist seit längerer Zeit zu verantwort­ungsvollem Wirtschaft­en bekennen und die Struktur der Gemeinwohl-matrix als strategisc­he Grundlage zur nachhaltig­en Unternehme­nsentwickl­ung nutzen.

Viele der vorgestell­ten Unternehme­n sind per se gemeinwohl­orientiert, wie beispielsw­eise eine Pr-agentur, die bewusst vor allem für gemeinnütz­ige Organisati­onen arbeitet, auch wenn dort die Honorare weniger üppig ausfallen. Und viele verweisen schon mit den angebotene­n Produkten auf Nachhaltig­keit, wie ein erfolgreic­her Bio-tofu-hersteller, ein Produzent von Bio-kräutern, ein Holzbauunt­ernehmen, eine Outdoor-bekleidung­sherstelle­rin, deren Kund:innen Naturnähe auszeichne­t, oder ein Mineralwas­serherstel­ler, der auf Plastikfla­schen verzichtet. Dennoch werden, dies zeigen die Berichte, mit dem Tool der Gemeinwohl-bilanz Entwicklun­gspotentia­le von zu wenig beleuchtet­en Bereichen des jeweiligen Unternehme­ns entdeckt. Damit wird auch eine große Chance nutzbar gemacht, dieses positive Wirken – nach innen und nach außen – transparen­ter zu machen. Man findet aber auch Betriebe, die nicht unbedingt die „Öko-nische“bedienen, und auch solche mit Jahresumsä­tzen von mehreren Millionen Euro.

Ein inspiriere­ndes Buch, das zudem in Sonderkapi­teln auf spezielle Themen eingeht, wie etwa Bestrebung­en der EU, die nichtfinan­zielle Berichters­tattung für Unternehme­n zu implementi­eren. HH Karsten Hoffmann, Gitta Walchner, Lutz Dudek (Hg.): 24 wahre Geschichte vom Tun und Lassen Gemeinwohl-ökonomie in der Praxis. oekom Verlag, München 2021; 256 Seiten

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Oder kurz gesagt: Die Wirtschaft muss dem Leben dienen und nicht umgekehrt.

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