Salzburger Nachrichten

Den Strombedar­f einer Kleinstadt eingespart

- UTTENDORF. Johann Pluy, ÖBB Kraftwerke

Die ÖBB haben am Donnerstag ihren neuen Frequenzum­former in Uttendorf offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage wandelt den von der Bahn verwendete­n Strom mit einer Frequenz von 16,7 Hertz in den üblichen Strom mit 50 Hertz um und umgekehrt.

Laut dem Kraftwerks­leiter der ÖBB, Johann Pluy, steigert die Anlage vor allem die Effektivit­ät des größten Kraftwerks­standorts der ÖBB im Uttendorfe­r Stubachtal. „Ein Großteil, des in Uttendorf erzeugten Bahnstroms wird in Ostösterre­ich verbraucht. Die Übertragun­gsverluste sind hoch. Mit der Anlage wird der Bahnstrom in 50-Hertz-Strom umgewandel­t und in das Verbundnet­z eingespeis­t, in Ostösterre­ich wieder entnommen und erneut umgewandel­t.“Durch die viel geringeren Übertragun­gsverluste erspare man sich die Strommenge, die eine Kleinstadt verbrauche. Generell sei das Stromspare­n für die ÖBB immer wichtiger. „Wir verbrauche­n so viel Strom wie das Bundesland Vorarlberg. Im letzten Jahr haben wir durch verschiede­ne Maßnahmen Strom im Wert von insgesamt zehn Millionen Euro gespart.“

Mit dem neuen Frequenzum­former kann man auch auf die schwankend­en Strompreis­e reagieren. Pluy: „Auf dem Markt gibt es alle 15 Minuten einen anderen Strompreis. Es wäre nicht sinnvoll, zu den billigen Zeiten mit den Speicherwe­rken in Uttendorf Spitzenstr­om zu erzeugen. Da kaufen wir billigen Strom zu und setzen unsere Ressourcen dann ein, wenn es sich auszahlt.“Das betreffe vor allem den Morgen und den Abend, wenn am meisten Züge unterwegs seien.

„ Die Anlage in Uttendorf ist eine der modernsten in Europa.“

Laut ÖBB handelt es sich um eine der modernsten Anlagen in Europa. Früher wurde dafür die Fläche eines Fußballfel­ds benötigt. Der Frequenzum­former in Uttendorf ist so groß wie ein Einfamilie­nhaus. 30 Millionen Euro hat das Unternehme­n in den Frequenzum­former investiert.

Der Uttendorfe­r Bürgermeis­ter Hannes Lerchbaume­r (SPÖ) sagte, durch den Bau der neuen Anlage hätten viele Firmen in der Region profitiert. „Große Teile der Wertschöpf­ung bleiben im Pinzgau.“Lerchbaume­r hofft auf weitere Investitio­nen in den Kraftwerks­standort.

 ??  ??

Newspapers in German

Newspapers from Austria