Jä­ger-Chef sucht Pres­se­spre­cher

Max Mayr Meln­hof will künf­tig die An­lie­gen der Jä­ger­schaft bes­ser er­klä­ren.

Salzburger Nachrichten - - SALZBURG AKTUELL - M. Mayr Meln­hof, stv

204 von 204 Stim­men – mit die­sem Er­geb­nis wur­de am Sams­tag Ma­xi­mi­li­an Mayr Meln­hof (47) beim Lan­des­jä­ger­tag zum neu­en Lan­des­jä­ger­meis­ter ge­wählt. Auch die sie­ben wei­te­ren neu­en Vor­stands­mit­glie­der wur­den ein­stim­mig ge­kürt.

Guts­be­sit­zer Mayr Meln­hof be­ton­te, dass er künf­tig die Öf­fent­lich­keits­ar­beit des Ver­bands ver­stär­ken wol­le: „Wir wol­len ei­ne Per­son an­stel­len, die sich dar­um küm­mert.“Denn bis­her hät­ten sich die Jä­ger zu sehr ver­steckt: „Wir wol­len uns er­klä­ren und zei­gen, was wir tun und kön­nen, und uns nicht nur recht­fer­ti­gen.“Denn die Jä­ger tä­ten viel Gu­tes, von dem aber oft nur we­ni­ge wüss­ten, be­tont Mayr Meln­hof: „Wenn ei­ner ein Bio­top an­legt, um so die En­ten­jagd zu för­dern, pro­fi­tie­ren da­von auch Frö­sche, Mol­che und Schlan­gen.“ Und durch He­cken­pflan­zun­gen für die Jagd nach Fa­sa­nen, Reb­hüh­nern oder Ha­sen pro­fi­tier­ten auch vie­le Sing­vö­gel. Sein zwei­tes An­lie­gen ist, dass die Jä­ger­schaft künf­tig auch in den Schu­len prä­sent sein sol­le: „Wir wol­len die Wald­päd­ago­gik in Rich­tung Jagd­päd­ago­gik um­mün­zen.“Schü­lern sol­le er­klärt wer­den, wel­che Ar­ten von Wild es gibt, was da­von jagd­bar sei und dass zu viel Wild auch Schä­den an­rich­te.

Sein drit­tes An­lie­gen ist, für Ju­gend­li­che Ka­min­ge­sprä­che an­zu­bie­ten: „Da wird es auch un­an­ge- neh­me Fra­gen ge­ben – wie, war­um wir Tie­re schie­ßen und was pas­siert, wenn Wolf und Bär bei uns wie­der hei­misch wer­den.“

Mayr Meln­hof war 2015 in die Schlag­zei­len ge­ra­ten, weil es bei ei­ner Gat­ter­jagd auf sei­nem Grund am Hauns­berg zu Pro­tes­ten durch Tier­schüt­zer ge­kom­men war. In wei­te­rer Fol­ge soll ein Jä­ger auf ei­ne Ka­me­ra-Droh­ne, mit der die Ak­ti­vis­ten film­ten, ge­schos­sen ha­ben. Die Cau­sa ist ge­richts­an­hän­gig. Mayr Meln­hof glaubt aber nicht, dass er da­durch sei­nem neu­en Amt scha­de: „Sonst wä­ren wir nicht ein­stim­mig ge­wählt wor­den.“Er be­tont aber auch, wie er un­ter den An­grif­fen von ra­di­ka­len Tier­schüt­zern lei­de: „Ich ha­be 30 Mord­und Ge­walt­dro­hun­gen ge­gen mich und mei­ne Fa­mi­lie, et­wa über Face­book-Pos­tings, hin­ter mir. Das ist kein Spaß mehr.“

„Wir müs­sen wis­sen, wie wir uns bes­ser ver­kau­fen.“

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.