Ma­crons Kri­se trifft die EU

Salzburger Nachrichten - - WELTPOLITIK - HEL­MUT.MU­EL­[email protected]

Prä­si­dent Em­ma­nu­el Ma­cron ist in der Bre­douil­le. Die Reich­wei­te der neu­en Pro­tes­te auf der Stra­ße hat er un­ter­schätzt. Auf die Ak­tio­nen der Wut­bür­ger hat er zu spät re­agiert. Sym­bo­li­sche Kon­zes­sio­nen rei­chen jetzt nicht mehr. Der Prä­si­dent muss auch sei­nen po­li­ti­schen Stil und den In­halt sei­ner Po­li­tik än­dern. Gibt es kei­nen grund­le­gen­den Kon­sens in Frank­reich, kann er sei­ne gro­ßen Re­form­vor­ha­ben wie die Ve­rän­de­rung des Pen­si­ons­sys­tems oder der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung vor­läu­fig nicht mehr durch­brin­gen.

Ma­crons po­li­ti­sche Kri­se ist ei­ne schlech­te Nach­richt für Eu­ro­pa. Der Prä­si­dent wird wei­ter ge­schwächt, so­fern ihm sei­ne rechts­ex­tre­me Kon­kur­ren­tin Ma­ri­ne Le Pen we­gen des Auf­ruhrs in Frank­reich ei­ne Schlap­pe bei der EU-Wahl 2019 zu­fügt. Wird aber Ma­crons Elan zu Hau­se ge­bremst, wird es noch schwie­ri­ger, die Eu­ro­päi­sche Uni­on vor­an­zu­brin­gen.

Hel­mut L. Mül­ler

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