Vom Droh­nen­krieg trau­ma­ti­siert

Salzburger Nachrichten - - TV / SONNTAG -

Ei­ne Sta­tue, Ed­vard Munchs „Der Schrei“nach­emp­fun­den, als Mord­waf­fe: Schmerz ist in ei­nem Kri­mi­nal­film un­ver­meid­lich, wird hier aber gleich dop­pelt ver­sinn­bild­licht durch die Fi­gur und das Op­fer! Kom­mis­sa­rin Le­na Oden­thal, in­zwi­schen seit 29 Jah­ren im Fern­seh­dienst, wird dies­mal mit dem Mord an ei­nem Psych­ia­ter kon­fron­tiert, der auf Kriegs­trau­ma­ta spe­zia­li­siert war und ei­ne ent­spre­chen­de Kli­en­tel hat­te. „Der Krieg hat ei­nen lan­gen Arm“, war ei­ner sei­ner Lieb­lings­sät­ze. Tä­ter und Op­fer müs­sen ein­an­der in der­sel­ben Pra­xis ge­trof­fen ha­ben. Das ge­hört zu den er­schre­cken­den Er­kennt­nis­sen. Aber es gilt nicht nur den Mord auf­zu­klä­ren, dar­über hin­aus ist ein po­li­ti­scher An­schlag ge­plant – auf ei­nen für ein Rüs­tungs­ge­schäft zu Be­such wei­len­den Re­prä­sen­tan­ten des US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums. Le­nas neue Kol­le­gin Jo­han­na (Li­sa Bit­ter) schlägt sich wa­cker, als sym­pa­thi­sche Nach­fol­ge­rin des doch stets gran­ti­gen Kop­per. Ein­mal sehnt sich Le­na nach ihm: „Es ist ge­ra­de ein biss­chen an­stren­gend. Da fehlt er halt, der al­te Ein­zel­gän­ger.“Er­fah­rung nutzt frei­lich dies­mal nicht viel, geht es doch um ei­nen hy­per­mo­der­nen An­schlags­plan durch Droh­nen. Ein kur­di­sches Brü­der­paar und ei­ne trau­ma­ti­sier­te ehe­ma­li­ge US-Sol­da­tin, die selbst Droh­nen ge­steu­ert hat­te und dar­un­ter lei­det, vie­le Op­fer ver­ur­sacht zu ha­ben, zäh­len zu den Ver­däch­ti­gen. So­li­der, ak­tu­el­ler Fall, lan­ge Zeit reich­lich vor­her­seh­bar, in der letz­ten hal­ben Stun­de aber dann doch span­nend – denn nicht nur der Schmerz kommt in die­sem Film im Dop­pel­pack, son­dern auch die Be­dro­hung für den ho­hen USBe­am­ten.

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