Ein­satz­kräf­te be­rei­ten sich auf das Schlimms­te vor

Sturm und noch mehr Schnee: In der Nacht auf Mon­tag brach die drit­te Schlecht­wet­ter­front bin­nen we­ni­ger Ta­ge über Salzburg her­ein. Wei­te­re gro­ße Schä­den wur­den be­fürch­tet.

Salzburger Nachrichten - - SALZBURG AKTUELL -

Be­reits an­ge­schla­ge­ne In­fra­struk­tur und folg­lich seit Ta­gen ge­for­der­te Ein­satz­kräf­te so­wie Sturm und wei­te­re gro­ße Men­gen an Re­gen und Schnee bis zum Di­ens­tag: „Wir pla­nen ein rea­lis­ti­sches Worst-Ca­se-Sze­na­rio“, sag­te Mar­kus Kurcz, Lei­ter des Ein­satz­stabs des Lan­des, am Sonn­tag.

Bern­hard Nie­der­mo­ser von der Zen­tral­an­stalt für Me­teo­ro­lo­gie und Geo­dy­na­mik (ZAMG) rech­net bis Di­ens­tag auf den Ber­gen mit rund 75 Zen­ti­me­tern Neu­schnee. Die Schnee­fall­gren­ze stieg in der Nacht auf Mon­tag auf bis zu 1200 Me­ter, ehe sie wie­der in tie­fe­re La­gen sank. Im Flach­gau könn­ten im sel­ben Zei­t­raum rund 40 Li­ter Re­gen pro Qua­drat­me­ter fal­len. Klein­räu­mi­ge Über­schwem­mun­gen sind mög­lich. „Haus­be­woh­ner kön­nen et­was da­ge­gen tun, in­dem sie die Gul­lys frei­hal­ten“, sag­te Nie­der­mo­ser.

In den Ber­gen spitzt sich die La­wi­nen­ge­fahr wie­der zu. „Es wird ein schar­fer 4er (Warn­stu­fe 4 von 5 be­deu­tet ,gro­ße Ge­fahr‘), auch Warn­stu­fe 5 ist wie­der mög­lich“, mein­te Nie­der­mo­ser. „Am hei­kels­ten ist es si­cher im Be­reich der Nord­al­pen.“Auf Fahr­ten im frei­en Ge­län­de sei „un­be­dingt zu ver­zich­ten“, sag­te Nor­bert Al­ten­ho­fer, Lei­ter des Salz­bur­ger La­wi­nen­warn­diens­tes. Am Sonn­tag wur­de die L112 zwi­schen Ta­xen­bach und Rau­ris ge­sperrt, weil ei­ne La­wi­nen­spren­gung nicht mög­lich war. 3000 Ein­hei­mi­sche und 2000 Tou­ris­ten durf­ten die Stra­ße nicht pas­sie­ren. Auch die B311 bei Weiß­bach und das Klei­ne Deut­sche Eck wur­den am spä­ten Nach­mit­tag ge­sperrt. Tre­ten die Wet­ter­pro­gno­sen ein, dürf­ten heu­te, Mon­tag, wei­te­re Stra­ßen ge­schlos­sen wer­den müs­sen. Sor­gen be­rei­te­te den Ein­satz­kräf­ten vor al­lem der Sturm. Am Sonn­tag ging Me­teo­ro­lo­ge Nie­der­mo­ser da­von aus, dass der Wind in der Nacht auf Mon­tag Spit­zen von 90 km/h in Tal­la­gen er­rei­chen wird. Auf den Ber­gen wur­den Bö­en bis zu 130 km/h er­war­tet. Zahl­rei­che Wind­wür­fe wa­ren des­we­gen zu be­fürch­ten. „Ein Baum hält sonst 80 km/h aus, mit dem Schnee, der be­reits liegt, wer­den es 40 oder 50 km/h sein“, schätzt Kurcz.

Am Di­ens­tag dürf­te sich das Wet­ter be­ru­hi­gen. „Bis wir wie­der All­tag ha­ben, wird es wohl bis Don­ners­tag­vor­mit­tag dau­ern“, schätzt Kurcz für die Mit­glie­der des Ein­satz­stabs. Die frei­wil­li­gen Hel­fer dürf­ten aber noch we­sent­lich län­ger mit den Fol­gen der ex­tre­men Schnee­fäl­le zu kämp­fen ha­ben.

Be­reits am Wochenende fie­len meh­re­re Hun­dert Ein­sät­ze an. Am Sonn­tag wa­ren rund 40 Feu­er­weh­ren im Bun­des­land mit Fahr­zeug­bergun­gen, um­ge­stürz­ten Bäu­men oder der Räu­mung von Haus­dä­chern be­schäf­tigt. Der Ka­ta­stro­phen­zug der Pon­gau­er Feu­er­wehr rück­te nach Siegs­dorf (Bay­ern) aus. Am Sams­tag hal­fen die Zü­ge aus dem Lun­gau und der Stadt Salzburg im Ten­nen­gau aus, um Dä­cher von der bis zu zwei­ein­halb Me­ter ho­hen Schnee­de­cke zu be­frei­en.

„Bis wir wie­der All­tag ha­ben, wird es noch Ta­ge dau­ern.“

BILD: SN/BFK TAMS­WEG

Die Feu­er­weh­ren aus St. Micha­el und St. Mar­tin räum­ten die Schnee­mas­sen von Dä­chern in St. Ko­lo­man.

Mar­kus Kurcz, Lei­ter Ein­satz­stab

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