Miss­trau­en ge­gen die „glä­ser­ne Pla­ket­te“

Pi­ckerl-Da­ten sol­len ver­kauft wer­den. SPÖ wit­tert Ge­schäf­te­ma­che­rei, Da­ten­schüt­zer war­nen.

Salzburger Nachrichten - - INNENPOLITIK - Sch­li

Nach der Auf­re­gung um von der Post ver­kauf­te – und auf­grund mas­si­ver Pro­tes­te mitt­ler­wei­le ge­lösch­te – Da­ten über ei­ne „Par­tei­af­fi­ni­tät“von Post­kun­den ent­zün­de­te sich die Kri­tik nun an Da­ten­schutz­pro­ble­men rund um die ge­plan­te No­vel­le des Kraft­fahr­zeug­ge­set­zes.

Die SPÖ kri­ti­siert den Han­del und die „Ge­schäf­te­ma­che­rei“mit Kfz-Da­ten, weil laut der No­vel­le Be­trei­ber der Be­gut­ach­tungs­pla­ket­ten­da­ten­bank die Da­ten künf­tig on­li­ne an „je­de in­ter­es­sier­te Per­son“ver­kau­fen dürf­ten. Nicht ein­mal Ver­kehrs­mi­nis­ter Nor­bert Ho­fer ha­be im Ver­kehrs­aus­schuss er­klä­ren kön­nen, wo­für der Zu­griff Drit­ter auf Fahr­zeug­da­ten gut sein sol­le. Auch Iwo­na Laub von der für Grund­rech­te im di­gi­ta­len Zeit­al­ter kämp­fen­den NGO Epi­cen­ter.Works kri­ti­siert im SN-Ge­spräch den künf­tig „nicht ein­ge­schränk­ten Zu­griff“auf Da­ten von Fahr­zeug­gut­ach­ten. Es sei zwar ei­ne „Pseud­ony­mi­sie­rung“der Da­ten der Pi­ckerl-Da­ten­bank vor­ge­se­hen, das be­deu­te aber nur ei­nen Aus­tausch des Klar­na­mens und kei­ne An­ony­mi­sie­rung. Recht­lich gäl­ten auch Kfz-Kenn­zei­chen als per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten. Wenn, wie es in der No­vel­le hei­ße, „je­de in­ter­es­sier­te Per­son“die Da­ten et­wa über das Kenn­zei­chen ab­ru­fen kön­ne, sei dies aus Da­ten­schutz­grün­den sehr pro­ble­ma­tisch, be­tont Laub. Um, wie von der Re­gie­rung ar­gu­men­tiert, den Kon­su­men­ten­schutz beim Au­to­kauf zu för­dern, ge­be es an­de­re We­ge. Die Ver­kehrs­spre­cher von FPÖ und ÖVP, Chris­ti­an Ha­fen­ecker und Andre­as Ot­ten­schlä­ger, wie­sen die Kri­tik zu­rück: „Die No­vel­le dient ein­zig und al­lein dem Kon­su­men­ten­schutz.“Die trans­pa­ren­te­re Ab­fra­ge­mög­lich­keit von Kfz-Da­ten soll Kon­su­men­ten ei­nen bes­se­ren Über­blick über den Zu­stand ei­nes Kraft­fahr­zeugs vor ei­nem Kauf bie­ten und et­wa Ma­ni­pu­la­tio­nen am Ta­chostand auf­flie­gen las­sen. Der Da­ten­schutz­rat ha­be kei­ne Be­den­ken ge­äu­ßert. Die Kos­ten ei­ner Ab­fra­ge sol­len un­ter ei­nem Eu­ro lie­gen. Ver­kehrs­mi­nis­ter Ho­fer stell­te am Mitt­woch klar: „Es geht nur um die Er­geb­nis­se der Be­gut­ach­tun­gen nach § 57a und den Ki­lo­me­ter­stand.“Zu­dem be­nö­ti­ge man als Such­kri­te­ri­um das Da­tum der Erst­zu­las­sung und ent­we­der Kenn­zei­chen oder Fahr­zeu­gi­den­ti­fi­zie­rungs­num­mer.

BILD: SN/APA

Streit um Pi­ckerl-Da­ten.

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