Fi­nanz war­tet bei teu­re­ren Di­enst­woh­nun­gen ab

Rund 1400 ak­ti­ve und pen­sio­nier­te Sol­da­ten kön­nen bei der Nach­ver­steue­rung vor­erst au­f­at­men.

Salzburger Nachrichten - - ÖSTERREICH -

Das Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um ist nach der Auf­re­gung um Steu­er­nach­for­de­run­gen für Di­enst­woh­nun­gen beim Bun­des­heer um Be­ru­hi­gung be­müht. Wie be­rich­tet, hat­te sich bei dem The­ma zu­letzt auch die Volks­an­walt­schaft ein­ge­schal­tet und die Vor­gangs­wei­se der Fi­nanz kri­ti­siert. Die Fi­nanz­be­hör­den hat­ten nach Kri­tik des Rech­nungs­hofs be­gon­nen, für die Be­woh­ner von Di­enst- bzw. so­ge­nann­ten Na­tu­ral­woh­nun­gen des Hee­res hö­he­re Sach­be­zü­ge an­zu­set­zen. Die Be­trä­ge sind nach den Im­mo­bi­li­en­prei­sen in den Bun­des­län­dern ge­staf­felt. Für ei­nen be­trof­fe­nen pen­sio­nier­ten Of­fi­zier aus Salz­burg be­deu­tet das zum Bei­spiel Mehr­kos­ten von rund 1000 Eu­ro im Jahr.

Nun kün­dig­te der Spre­cher des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums, Jo­han­nes Pas­qua­li, im SN-Ge­spräch an, die Ver­fah­ren wür­den dem­nächst prak­tisch aus­ge­setzt, bis die Si­tua­ti­on fi­nanz­recht­lich end­gül­tig ge­klärt ist. Da­mit sei noch im No­vem­ber zu rech­nen, sag­te Pas­qua­li.

Denn in je­nem Ver­fah­ren, das nach ei­ner Be­schwer­de des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums läuft, sei dem­nächst mit der Be­ru­fungs­vor­ent­schei­dung zu rech­nen. Da­nach wer­de die Fi­nanz mit wei­te­ren Vor­schrei­bun­gen zu­war­ten, bis die The­ma­tik durch ei­ne Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­ge­richts ge­klärt sei.

Nach An­ga­ben des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums sind von der Pro­ble­ma­tik je­weils rund 700 ak­ti­ve und pen­sio­nier­te Sol­da­ten des Bun­des­hee­res end­gül­tig be­trof­fen. Wie be­rich­tet, müs­sen sich die Hee­res­pen­sio­nis­ten selbst um ih­re An­ge­le­gen­hei­ten küm­mern, wäh­rend das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um den ak­ti­ven Be­diens­te­ten ge­ra­ten hat­te, sich ein­fach der Be­schwer­de des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums an­zu­schlie­ßen und ab­zu­war­ten. Steu­er­be­ra­ter Jo­sef Hau­ser aus Eu­gen­dorf er­klärt zum Fall des er­wähn­ten pen­sio­nier­ten Of­fi­ziers: „Die Fi­nanz­be­hör­de setzt die Steu­er­for­de­rung aus. Vor­aus­set­zung sind ei­ne fun­dier­te Be­schwer­de und der An­trag auf Aus­set­zung.“

Im Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um ist man über die Si­tua­ti­on nicht ge­ra­de glück­lich. Schließ­lich ha­be der Rech­nungs­hof fest­ge­stellt, dass das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um fal­sche Sach­be­zugs­wer­te be­rech­net ha­be. Teil­wei­se sei­en so­gar in­ner­halb ei­nes Jah­res un­ter­schied­li­che Wer­te an­ge­setzt wor­den. Bei Hau­sers Man­dan­ten wur­de Jah­re nach der Pen­sio­nie­rung ein neu­er Lohn­zet­tel aus­ge­stellt.

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