Der Stres­spe­gel ist durch die Co­ro­nak­ri­se nicht ge­stie­gen

Ers­te Zwi­schen­aus­wer­tung ei­ner Stu­die über­rascht Salz­bur­ger Psy­cho­lo­gen. Aber es gibt auch ne­ga­ti­ve psy­chi­sche Fol­gen.

Salzburger Nachrichten - - Wissen / Gesundheit - Al­ko­hol ist auf Dau­er kei­ne Lö­sung ge­gen Stress.

Ein­schrän­kun­gen der Be­we­gungs­frei­heit, feh­len­der Kon­takt zu Fa­mi­lie, Freun­den und Be­kann­ten oder Heim­ar­beit: Das neue Co­ro­na­vi­rus hat das Leben der Men­schen welt­weit von heu­te auf mor­gen ver­än­dert. Wel­che ge­sund­heit­li­chen Fol­gen hat das und wie wirkt sich das auch auf die Psy­che aus? Ein For­scher­team um Jens Ble­chert vom Fach­be­reich Psy­cho­lo­gie der Uni­ver­si­tät Salz­burg geht in zwei Stu­di­en die­sen Fra­gen nach und kam in ei­ner Zwi­schen­aus­wer­tung zu fol­gen­dem Er­geb­nis: „Das Stres­ser­le­ben hat sich im Mit­tel nicht er­höht, da­für aber de­pres­si­ve Stim­mung und düs­te­re Zu­kunfts­aus­sich­ten“,

sagt Ble­chert. Vie­le Men­schen hät­ten durch Kurz­ar­beit oder Ho­me­of­fice mehr Zeit für Fa­mi­lie, für In­di­vi­du­al­sport wie Wan­dern oder Lau­fen, aber auch fürs Ko­chen. Das heißt, dass bei al­len ne­ga­ti­ven Aspek­ten der Co­ro­nak­ri­se vie­le Men­schen auch po­si­ti­ve Aspek­te ent­deckt ha­ben.

Wel­che län­ger­fris­ti­gen Ef­fek­te auf ge­sund­heit­lich re­le­van­te Fak­to­ren ent­ste­hen, muss nach An­ga­ben Ble­cherts al­ler­dings noch viel ge­nau­er un­ter­sucht wer­den, weil sich die jet­zi­ge Kri­se von vor­her­ge­hen­den Groß­er­eig­nis­sen grund­le­gend un­ter­schei­det. „Nor­ma­ler­wei­se ha­ben die meis­ten Men­schen ei­ne Rei­he

von Be­wäl­ti­gungs­stra­te­gi­en, um sich bei Stress auf­zu­mun­tern oder ab­zu­len­ken. Oft­mals sind das so­zia­le Ak­ti­vi­tä­ten, Hob­bys oder der Be­such von Ver­an­stal­tun­gen. Viel da­von ist aber wei­ter­hin nicht mög­lich oder zu­min­dest noch er­schwert“, er­klärt der Psy­cho­lo­ge. Be­we­gung und Sport – oft ge­paart mit So­zi­al­kon­tak­ten – feh­le vor al­lem de­nen, die Mann­schafts­sport­ar­ten nach­gin­gen, Fuß­ball oder Ten­nis spiel­ten, an Yo­ga- oder Pi­la­tes-Kur­sen teil­neh­men und ins Sport­stu­dio ge­hen wür­den.

Wel­che Stress­be­wäl­ti­gungs­stra­te­gi­en tre­ten nun an die Stel­le von So­zi­al­kon­tak­ten und be­sag­ten Ak­ti­vi­tä­ten?

Die­ser Fra­ge – und wel­che Prä­ven­ti­ons­stra­te­gi­en hel­fen – wol­len Ble­chert und sein Team ge­nau­er nach­ge­hen und su­chen da­für auch noch Stu­di­en­teil­neh­mer. Ins­be­son­de­re hat man da­bei un­ge­sun­de Stress­be­wäl­ti­gungs­stra­te­gi­en im Fo­kus, wie ver­mehr­tes Rau­chen, Al­ko­hol­ge­nuss oder über­mä­ßi­ger Kon­sum von Junk­food. Die­se Stra­te­gi­en könn­ten sich ver­stärkt ha­ben. „Pro­ble­ma­tisch dar­an ist, dass sie nur kurz­fris­tig vom Stress ab­len­ken, mit­tel­fris­tig aber zum Ge­sund­heits­pro­blem wer­den kön­nen“, be­tont Ble­chert. schwi In­ter­es­sier­te kön­nen sich un­ter

www.ess­for­schung.at an­mel­den.

BILD: SN/AUREMAR - STOCK.ADOBE.COM

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