Dem Bil­lig­flie­ger lau­fen die Kos­ten da­von

Salzburger Nachrichten - - Vorderseit­e - Hel­mut Kretzl HEL­MUT.KRETZL@SN.AT

Mit Dum­ping­prei­sen hat Micha­el O’Lea­ry, Chef des iri­schen Bil­lig­flie­gers Rya­nair, Kon­kur­ren­ten das Fürch­ten ge­lehrt. Rei­sen­de da­ge­gen ha­ben sich über 9,99-Eu­ro-Schnäpp­chen ge­freut, die sie um den Preis für ei­nen Mit­tags­snack an Rei­se­zie­le in ganz Eu­ro­pa brach­ten.

Das jetzt im Eil­tem­po durch­ge­zo­ge­ne Aus für die Lau­da­mo­ti­on-Ba­sis in Wi­en wirft ein Schlag­licht dar­auf, mit wel­chen Mit­teln sol­che Prei­se zu er­zie­len sind. Rya­nair woll­te die Löh­ne der Lau­da­mo­ti­on-Mit­ar­bei­ter in Ös­ter­reich noch ein­mal um 20 Pro­zent drü­cken. Ein­stiegs­ge­häl­ter für Flug­be­glei­ter wä­ren auf 848 Eu­ro net­to ge­sun­ken – un­ter die Ar­muts­gren­ze und das Exis­tenz­mi­ni­mum. Die Ge­werk­schaft leg­te sich qu­er ge­gen das Lohn­dum­ping, ob­wohl Mit­ar­bei­ter da­zu be­reit ge­we­sen wä­ren.

Jetzt zei­gen Rya­nair und Lau­da­mo­ti­on mit dem Fin­ger auf Ge­werk­schaft und Re­gie­rung. Der Vor­wurf: Sie hät­ten die Ar­beits­plät­ze auf dem Ge­wis­sen. Aber das kom­pro­miss­lo­se Vor­ge­hen legt den Ver­dacht na­he, dass hier ein nüch­tern rech­nen­der O’Lea­ry im Schat­ten der Co­ro­nak­ri­se ei­nen Weg ge­fun­den hat, ge­sichts­wah­rend ei­nen Schluss­strich un­ter das ös­ter­rei­chi­sche Aben­teu­er zu zie­hen, das Rya­nair bis­her nur her­be Ver­lus­te be­schert hat.

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