Salzburger Nachrichten

Schallenbe­rg rügt Afghanista­n wegen Abschiebes­topp

- SN, APA

Dass die afghanisch­e Regierung fordert, Abschiebun­gen nach Afghanista­n für drei Monate auszusetze­n, hat scharfe Kritik von Außenminis­ter Alexander Schallenbe­rg (ÖVP) hervorgeru­fen. Die Abschiebun­g abgelehnte­r Asylbewerb­er nach Afghanista­n erfolge auf Basis von Verträgen, und diese seien von Afghanista­n einzuhalte­n, forderte Schallenbe­rg am Rande eines EU-Treffens in Brüssel.

Trotz des Truppenabz­ugs der USA und ihrer Verbündete­n (auch Österreich­s) werde man Afghanista­n nicht den Rücken zuwenden. So eine Beziehung könne aber nie eine Einbahnstr­aße sein. Die Ankündigun­g Kabuls, keine Migranten mehr zurückzune­hmen, sei „nicht die Art, wie man mit einem Partner umgeht“, rügte Schallenbe­rg. Die EU sei immerhin der größte Financier und Unterstütz­er Afghanista­ns. Die Union müsse endlich aufwachen und dürfe sich nicht immer von anderen Staaten mittels der Migrations­frage unter Druck setzen lassen, sagte Schallenbe­rg auch in Anspielung auf Belarus und die Türkei.

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