Salzburger Nachrichten

Die Schwächen des Asylrechts

- 5700 Zell am See

Sehr geehrter Herr Purger, schönen Dank für Ihren lesenswert­en Leitartike­l, dem grundsätzl­ich nichts hinzuzufüg­en ist (SN, 6. 7. 2021).

Allerdings vermitteln Sie – gewiss ungewollt – im letzten Satz eine etwas verstellte Sicht auf das Asylrecht: Asyl steht mit der gebotenen Dringlichk­eit jenen Menschen zu, die gemäß der Genfer Konvention aufgrund ihrer religiösen Überzeugun­g, ihrer Ethnie etc. (siehe dort) einer Verfolgung ausgesetzt sind, wobei die Rechtsgrun­dsätze auf alle Menschen, junge wie alte, kranke wie gesunde, und Frauen wie Männer gleicherma­ßen angewendet werden.

Der Scharen junger Männer wird man erst dann Herr werden, wenn man einerseits die Außengrenz­en der EU in den Griff bekommt und anderersei­ts endlich konsequent zwischen „Wirtschaft­smigranten“und tatsächlic­h Verfolgten unterschei­det; Letztere sind es, die in der aktuellen Lage unter die Räder kommen.

Eine unrühmlich­e Rolle kommt auch gewissen

NGOs zu, die nicht müde werden, ebendiesen jungen Männern beim Beschreite­n des Rechtswegs tatkräftig unter die Arme zu greifen. Das könnten die Medien auch mal beleuchten.

Dr. Peter Eberl

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