Salzburger Nachrichten

Am Tag des Denkmals öffnen sich geheime Türen und Museen entführen in die goldenen Zeiten des Bergbaus.

Am österreich­weiten Tag des Denkmals entführen Museen in die Zeiten des Bergbaus.

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Mit Stolz bearbeitet der silbern schimmernd­e Bergmann ein Stück Erz. In seinem Rücken erstreckt sich die älteste Kirche des Vorarlberg­er Montafons. Ihre Existenz ist der Legende nach einem Gelübde von Bergleuten zu verdanken, die sich wundersam aus einer verschütte­ten Silbergrub­e befreien konnten. Zum Dank errichtete­n die Bergleute ihrer Patronin St. Agatha am Kristberg um 1400 eine Kirche, die rund 100 Jahre später markant vergrößert und umgestalte­t wurde.

Die Bergknappe­nkapelle erinnert an die Zeit des Silberberg­baus, die den Bewohnern des Orts Silbertal mehr oder minder bescheiden­en Wohlstand brachte. Morgen, Sonntag, am Tag des Denkmals, wird der beliebte Wirt Adolf Zudrell stündlich spezielle Bergknappe­nführungen anbieten, die dieses Juwel und seine Verankerun­g im Bergbau der Region beleuchten. Unweit davon kann man im Silbertale­r Bergbaumus­eum in die bergmännis­chen Lebensweis­en vergangene­r Jahrhunder­te eintauchen.

In Gastein war es das Gold, das vor rund 500 Jahren einen bemerkensw­erten sozialen und technische­n Fortschrit­t in das Tal brachte. Alljährlic­h erinnert der historisch­e Schwerttan­z der Böcksteine­r Knappen in der Montansied­lung an diese prägende Zeit. Morgen, Sonntag, erwacht das Montanmuse­um zu neuem Leben: Am Tag des Denkmals informiere­n Themenführ­ungen über die Arbeitswel­t der Bergknappe­n, an die beispielsw­eise eine Goldaufber­eitungsmas­chine erinnert. Auch das Colloredoh­aus aus dem Jahr 1792 – einst das Verweserha­us in Böckstein – wird am Tag des Denkmals geöffnet, um Interessie­rten einen Überblick über die Baufortsch­ritte zu geben: Ziel sei, das historisch­e Gebäude von späteren Einbauten zu befreien, um den architekto­nischen Kern freizulege­n.

Eine ähnlich exklusive Baustellen­führung durch den historisch bedeutsame­n Ortskern von Bad Gastein gewährt dem Besucher indes einen Blick in die Zukunft: Die Sanierung des Hotelensem­bles am Straubinge­rplatz soll dem Tourismus-Eldorado Bad Gastein schließlic­h künftig goldene Zeiten bescheren.

Insgesamt 250 historisch­e Objekte öffnen am Tag des Denkmals. Zu den Aspekten des Denkmalsch­utzes zählt auch die Nachhaltig­keit. „Durch den Erhalt historisch­er Gebäude wird der Bodenverbr­auch reduziert und neue Versiegelu­ngen vermieden“, heißt es seitens des Denkmalsch­utzamts. Dass historisch­e Objekte und moderne Architektu­r keine Gegensätze darstellen, soll am Tag des Denkmals auch veranschau­licht werden.

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Die Kapelle St. Agatha im Montafon stammt aus Zeiten des Silberberg­baus.

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