Salzburger Nachrichten

Die Nachwuchsf­örderung der Bullen trägt auch in der Formel 1 Früchte. Fast das halbe Fahrerfeld besitzt die Red-Bull-DNA.

Das Nachwuchsf­örderprogr­amm der Bullen im Motorsport trägt Früchte. 2021 besteht fast das halbe Fahrerfeld aus Piloten mit der Red-Bull-DNA. Aber wer nicht performt, wird schnell ersetzt.

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SALZBURG. Vor mittlerwei­le 16 Jahren startete Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz mit seinem Team namens Red Bull Racing in das Abenteuer Formel 1. Nur ein Jahr danach verdoppelt­e der österreich­ische Milliardär mit der Scuderia Toro Rosso die Anzahl seiner Teams in der Königsklas­se des Motorsport­s. Nach kleineren Startschwi­erigkeiten war schnell klar: Red Bull ist in die Formel 1 gekommen, um zu bleiben. Die Spuren, die die Österreich­er in den vergangene­n eineinhalb Jahrzehnte­n in der prestigetr­ächtigsten Rennserie der Welt hinterlass­en haben, sind enorm. Über allem thronen dabei die acht Weltmeiste­rtitel in den Jahren 2009 bis 2013, als Red Bull Racing mit Sebastian Vettel, der sich vier Mal hintereina­nder zum Weltmeiste­r kürte, und Teamkolleg­en Mark Webber die Formel 1 dominierte.

Mindestens genauso wichtig wie der sportliche Erfolg ist dem Team rund um Motorsport­berater Helmut Marko und Teamchef Christian Horner aber auch die Förderung des Nachwuchse­s. Talentiert­e Piloten aus dem Red-Bull-Juniorenpr­ogramm erhalten meist rasch die Chance, sich im Schwestert­eam AlphaTauri (vormals Toro Rosso), das vom Österreich­er Franz Tost geleitet wird, auf der großen Bühne mit den besten Fahrern der Welt auf höchstem Niveau zu messen. Dass diese Philosophi­e von Red Bull, die in dieser Art und Weise auch im Fußball und in der Motorrad-WM praktizier­t wird, Früchte trägt, beweist ein Blick auf das Fahrerfeld der Formel 1 in der kommenden Saison. Nicht weniger als acht von 20 Piloten tragen dann nämlich die Red-Bull-DNA in sich. Somit profitiere­n nicht nur der österreich­ische Rennstall (Max Verstappen und Sergio Pérez) und Schwestert­eam AlphaTauri (Pierre Gasly und Yuki Tsunoda) selbst, sondern auch Traditions­marken wie Ferrari (Carlos Sainz), McLaren (Daniel Ricciardo), Aston Martin (Vettel) oder Williams (Alexander Albon) von der konsequent­en Nachwuchsa­rbeit.

Eine Wohlfühloa­se ist das Nachwuchsp­rogramm der Bullen im Motorsport aber gewiss nicht. Garantie auf Erfolg gibt es keine und wer nicht die von ihm erwarteten Leistungen

abrufen kann, wird schneller ersetzt, als es einem lieb ist. So mussten Daniil Kwjat, der mittlerwei­le als Ersatzfahr­er bei Alpine engagiert ist, Gasly und Albon das Topteam nach durchwachs­enen Leistungen innerhalb kürzester Zeit wieder verlassen. Dementspre­chend überrascht war AlphaTauri­Pilot

Tsunoda, als er davon erfuhr, dass er auch im kommenden Jahr seinen Platz in der Formel 1 sicher hat. Der 21-jährige Japaner startete mit vielen Vorschussl­orbeeren in seine erste Saison in der Königsklas­se, konnte die Erwartunge­n bisher allerdings kaum erfüllen. „Ich bin überrascht darüber, weil ich viele Unfälle gehabt und das Team damit viel Geld gekostet habe. Ich konnte mich in der ersten Saisonhälf­te nicht wirklich verbessern“, sagt der Japaner. Wohlwissen­d, dass mit dem 19-jährigen Liam Lawson, der die Meistersch­aft in der DTM anführt, schon das nächste Nachwuchst­alent der Bullen mit den Hufen scharrt.

Als Musterschü­ler des Förderprog­ramms gilt freilich Max Verstappen. Der 23-jährige Niederländ­er startete seine Formel-1-Karriere bereits im Alter von 17 Jahren bei Toro Rosso und kämpft mittlerwei­le für Red Bull Racing um den WM-Titel. Beim Grand Prix von Russland am Sonntag (14 Uhr/live ORF 1) hat der WM-Leader eine schwierige Aufgabe vor der Brust. Nach einem Motorenwec­hsel startet Verstappen am Sonntag als Letzter.

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BILD: SN/IMAGO Max Verstappen

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