STE­FA­NIE HER­TEL: ICH WAR EIN RICH­TI­GES LAU­SE­MÄ­DEL!

Ein biss­chen Pip­pi Langs­trumpf, ein biss­chen Ron­ja Räu­ber­toch­ter – die Schil­de­run­gen ih­rer glück­li­chen Kind­heit ent­füh­ren uns in ei­ne Welt vol­ler Aben­teu­er, La­chen und Stau­nen!

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Ei­ne glück­li­che Kind­heit ist die bes­te Ba­sis für ein schö­nes Le­ben. Wenn Phan­ta­sie und Be­geis­te­rungs­fä­hig­keit nicht nach­las­sen, die Träu­me ge­lebt wer­den, die Ide­en spru­deln und Spon­ta­ni­tät noch ei­ne Chan­ce hat, dann be­sitzt man auch für die stür­mi­schen Zei­ten gu­tes Rüst­zeug. Ste­fa­nie Her­tel kann sich glück­lich schät­zen. Sie darf so ein Le­ben füh­ren, denn sie be­kam durch ih­re El­tern­haus viel Gu­tes mit auf den Weg. Sie wuchs be­hü­tet bei ih­ren El­tern mit ih­ren Ge­schwis­tern in Oels­nitz auf, wur­de ge­liebt und hat­te vie­le Frei­hei­ten, um sich in Kin­der­ta­gen aus­zu­to­ben.

Wir ken­nen Ste­fa­nie als er­folg­rei­che Sän­ge­rin, als be­geis­tern­de Mo­de­ra­to­rin, als gro­ße Tier­freun­din, lie­be­vol­le Mut­ter und wun­der­ba­re Part­ne­rin. Jetzt hat die 38-Jäh­ri­ge in ei­nem Buch auf­ge­schrie­ben, was und wer sie in ih­rer Kind­heit und Ju­gend ge­prägt hat. In „Über je­den Bach führt ei­ne Brü­cke“schil­dert die Vogt­län­de­rin an­schau­lich und in ei­ner bil­der­rei­chen Spra­che, wo ih­re Wur­zeln sind und wer ih­re wich­tigs­ten Weg­be­glei­ter wa­ren. Nach wel­chen Kri­te­ri­en hat sie die Ka­pi­tel aus­ge­wählt? „Das war rei­nes Bauch­ge­fühl. Ich saß ta­ge­lang mit den Au­to­ren Pe­ter Käf­fer­lein und Olaf Köh­ne zu­sam­men und ha­be nur so ge­spru­delt vor Ge­schich­ten. Ich kam vom Hun­derts­ten ins Tau­sends­te. Das Bes­te dar­aus ha­ben wir zu­sam­men­ge­stellt.

Ich tra­ge die­se Idee für ein Buch schon lan­ge mit mir her­um. Es gibt ein­fach vie­le Ge­schich­ten zu er­zäh­len.“, er­zählt sie der STADLPOST. Fa­mi­lie, Freun­de, Kol­le­gen – vie­le Men­schen ha­ben sie ge­prägt. Al­len vor­an die ge­lieb­te Groß­mut­ter Er­na! Wo wach­sen die größ­ten Pil­ze, wo die le­ckers­ten Bee­ren? Wel­che Kräu­ter hel­fen bei Be­schwer­den? Wel­cher Vo­gel singt da ge­ra­de sein schö­nes Mor­gen­lied? Er­na war ei­ne le­bens­klu­ge Frau und brach­te ih­rer En­ke­lin vie­les bei. Ste­fa­nie Her­tel ist heu­te selbst ei­ne er­fah­re­ne Kräu­ter­hex’. „Ich möch­te den Men­schen mei­ne Lie­be zur Na­tur nä­her­brin­gen. Vie­le ha­ben den Zu­gang zur Na­tur ver­lo­ren. Da­bei bie­tet sie uns al­les, was wir zum Le­ben brau­chen“, sagt sie. Auch Oma Er­nas Koch­kunst war le­gen­där. Ei­ni­ge von ih­ren Re­zep­ten fin­den sich des­halb in Ste­fa­nies Buch. Auf Sei­te 44 fin­den Sie auch in der STADLPOST ein köst­li­ches Des­sert: He­fe­klöß’ mit Hei­del­bee­ren!

Ste­fa­nie Her­tel er­zählt – ganz ehr­lich und of­fen – viel über sich als Mensch. Und da kommt manch Über­ra­schen­des zu­ta­ge. Sie war kein stil­les Mäd­chen, das am liebs­ten die Haa­re sei­ner Pup­pe kämm­te und bei Re­gen drin­nen blieb. Nein, ganz im Ge­gen­teil! „Ich war ein ech­tes Lau­se­mä­del“, gibt sie zu. Ge­mein­sam mit ih­rer bes­ten Freun­din, die ge­nau­so „wild“war wie sie, heck­te Klein-Ste­fa­nie je­de Men­ge Strei­che aus und er­leb­te da­bei so man­ches Aben­teu­er.

Aus­gangs­punkt für die Un­ter­neh­mun­gen der zwei Mäd­chen war ein zu­ge­mau­er­ter Koh­len­kel­ler. Den zu be­tre­ten, war ei­gent­lich strengs­tens ver­bo­ten. Um­so bes­ser! Die zwei fan­den ei­nen Weg hin­ein und rich­te­ten dort ih­re „Zen­tra­le“ein. „Als Kind spiel­te ich lie­ber mit den Jungs Räu­ber und Gen­darm, an­statt mit Pup­pen und Mä­dels­kram. Wir mach­ten die Wäl­der un­si­cher, bret­ter­ten mit den Rä­dern über Stock und St­ein“, ist im Buch zu le­sen. Mut­pro­ben und Wet­ten al­ler Art wa­ren ein we­sent­li­cher Be­stand­teil des un­be­schwer­ten Kin­der­le­bens. Auf­grund ei­ner ver­lo­re­nen Wet­te weiß die Au­to­rin auch sehr gut, wie ein Re­gen­wurm schmeckt! Na­tür­lich spie­len sich in un­se­ren ers­ten Le­bens­jah­ren auch klei­ne Dra­men ab. Über die wir heu­te rück­bli­ckend la­chen kön­nen. Aber aus da­ma­li­ger Sicht mach­ten sie uns das Le­ben schwer. So er­ging es auch dem Nest­häk­chen der Fa­mi­lie. Vor al­lem mit ih­rem grö­ße­ren Bru­der Andre­as lag sich Ste­fa­nie im­mer wie­der in den Haa­ren. Ei­ne Art Hass­lie­be ver­band die bei­den. Die bei­den ha­ben sich über die Jah­re zu­sam­men­ge­rauft. „Ein­mal ha­be ich ihm mei­ne Block­flö­te mit vol­ler Wucht über den Schä­del ge­zo­gen, und er be­kam ei­ne Rie­sen­beu­le. Je­der war für den an­de­ren ein ro­tes Tuch“, ist zu le­sen. Das kann man sich zwar kaum vor­stel­len, wenn man den Zu­sam­men­halt in­ner­halb der Fa­mi­lie kennt, war aber da­mals im kind­li­chen Un­ge­stüm so. Vor­teil der Kab­be­lei­en: Auch in der Schu­le ließ sich Ste­fa­nie nicht un­ter­but­tern und die gro­ßen Jungs hat­ten Re­spekt vor ihr. Denn sie ging bei Rau­fe­rei­en meist als Sie­ge­rin vom Platz!

Und über­haupt – die Schu­le! Eben­falls ein neur­al­gi­sches Ka­pi­tel für vie­le von uns. Lan­ge­wei­le, Angst, No­ten­druck – da gab es so man­che schwie­ri­gen Pha­sen. Ste­fa­nie Her­tel hat sich zum Glück leicht da­mit ge­tan, den Schul­stoff zu ler­nen. Aber ir­gend­wann ver­lor sie doch ein we­nig die Lust an der Pau­ke­rei – und wuss­te sich mit­tels klei­ner Tricks zu hel­fen. Sprich: Ab und an kam auch mal ein Spick­zet­tel zum Ein­satz. Bis sie ei­nes Tages er­wischt wur­de. Ein heil­sa­mer Schock! Auf sym­pa­thi­sche Wei­se ler­nen wir in „Über je­den Bach führt ei­ne Brü­cke“die un­be­kann­ten Sei­ten der be­lieb­ten Mu­si­kan­tin ken­nen. Ge­ra­de weil sie ein herz­er­fri­schens Lau­se­mä­del war. Ste­fa­nie wird uns da­bei von Zei­le zu Zei­le sym­pa­thi­scher. Ein Muss – nicht nur für je­den Fan, son­dern für all die, de­nen amü­san­te Ge­schich­ten aus dem Le­ben Spaß ma­chen!

Im­mer zum Scher­zen auf­ge­legt: Eber­hard Her­tel wird von Ste­fa­nie und En­ke­lin Jo­han­na für ei­nen Auf­tritt ge­schminkt

Die klei­ne Vogt­län­de­rin in volks­tüm li­cher Tracht. Wer hät­te da­mals ge­ahnt, dass sie spä­ter im schö­nen Chiem­gau in Bay­ern le­ben wird? Mit En­te „Frau Pflatsch“und Ka­ter Max. Schon als Kind lieb­te die Sän­ge­rin Tie­re über al­les!

Kath­rin, Michae­la, Ca­ro­li­ne und Mar­ti­na (v. l.): 2013 hat­ten Ste­fa­nie Her­tel und ih­re „DirndlRo­ckBand“bei Car­men Ne­bel Pre­mie­re Von ih­rer Oma hat Ste­fa­nie viel ge­lernt: Er­na hat auch in schwe­ren Zei­ten ih­ren Le­bens­mut nie ver­lo­ren

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