Nächs­te Aus­fahrt Volks­mu­sik

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Wenn man sich die Me­dien­land­schaft und ins­be­son­de­re die Rund­funk- und TV-Pro­gram­me an­sieht, könn­te man glatt mei­nen: Die Volks­mu­sik ist tot! Da­bei ist das ex­ak­te Ge­gen­teil der

Fall. Be­stimmt ist es nur ei­ne Fra­ge der Zeit, bis die Fern­seh- und Rund­funk-Re­dak­teu­re end­lich ka­pie­ren, dass sie Volks­mu­sik nie­mals aus­rot­ten kön­nen. Im Ge­gen­teil: „Alt­ge­dien­te“Pro­fis wie Ma­ri­an­ne & Micha­el fei­ern der­zeit ei­ne re­gel­rech­te Re­nais­sance. In Ver­an­stal­ter­krei­sen weiß man längst, dass Grup­pen wie „Die Schä­fer“, „Die La­di­ner“und vie­le an­de­re For­ma­tio­nen vol­le Häu­ser ga­ran­tie­ren. Spar­ten­sen­der nut­zen die Ni­sche und be­die­nen er­folg­reich die Ziel­grup­pe. Par­al­lel da­zu hat sich ei­ne neue Ge­ne­ra­ti­on jun­ger Volks­mu­si­kan­ten ge­bil­det. Ei­ne Me­lis­sa Na­schen­weng hat in Ös­ter­reich längst Su­per­star-Sta­tus er­langt – und das ganz oh­ne Ne­bel und Sil­be­rei­sen. Trau­rig ge­nug, dass selbst Gi­gan­ten der Volks­mu­sik, wie die Ka­s­tel­ru­ther Spat­zen und Han­si Hin­ter­se­er, al­len­falls nur noch Ran­der­schei­nun­gen in den gro­ßen Sams­tag­abend-Shows sind. Er­fri­schen­de Acts wie „Die Drauf­gän­ger“(Mil­lio­nen-Klicks auf YouTube!), „Die Hol­ler­stau­den“oder „Zwirn“sind dort völ­lig chan­cen­los. Doch ob­wohl den „jun­gen Wil­den“sei­tens der gro­ßen Sen­der jeg­li­cher Nähr­bo­den ent­zo­gen wur­de, ent­wi­ckelt sich ge­ra­de ei­ne neue Volks­mu­sik-Wel­le – auch wenn sich die­se in den Pro­gram­men von ARD, ZDF & Co NOCH nicht wi­der­spie­gelt. Nie­mals zu­vor war das Gen­re so viel­sei­tig auf­ge­stellt und be­setzt wie jetzt! Das über­aus pas­sa­ble Ab­schnei­den der Grup­pe vo­XX­club beim deut­schen Vor­ent­scheid zum „Eu­ro­vi- si­on Song Con­test“(Platz zwei bei der Pu­bli­kums­wer­tung) macht Mut. Nächs­te Aus­fahrt Volks­mu­sik! Denn es ist die Stra­ße zum Glück. Das zu­min­dest fin­den Mil­lio­nen be­geis­ter­ter Fans, die sich ih­ren Ge­schmack von nie­man­dem vor­schrei­ben las­sen.

Herz­lichst, Ihr An­dy Tich­ler

Sm­a­go!

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