BILDERG’SCHICHT DIETER THO­MAS HECK

Er war Mo­de­ra­tor, Sän­ger, Schau­spie­ler und der Va­ter un­zäh­li­ger Mu­sik-Kar­rie­ren. Die gro­ße Lü­cke, die er hin­ter­lässt, ist nicht zu schlie­ßen

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Hier ist Ber­lin! Das Zwei­te Deut­sche Fern­se­hen prä­sen­tiert Ih­nen Aus­ga­be Num­mer eins der Hit­pa­ra­de! Am Mi­kro­fon Ihr Dieter Tho­mas Heck, gu­ten Abend!“Mit die­sen Wor­ten be­gann am 18. Ja­nu­ar 1969 ei­ne Show­mas­ter­kar­rie­re, wie sie im deutsch­spra­chi­gen Sprach­raum ih­res­glei­chen sucht.

Die Pro­gramm­zeit­schrift „Hör­zu“hat­te im Vor­feld der ers­ten „ZDF-Hit­pa­ra­de“ge­schrie­ben: „Fro­he Bot­schaft für Schlager-Fans: Am 18. Ja­nu­ar star­tet das ZDF ei­ne deut­sche Hit­pa­ra­de. Da­mit die Sen­dung wie ei­ne Ra­ke­te in den Schla­ger­him­mel steigt, hat man ei­nen Heck-Mo­tor besonderer

Art in­stal­liert. Oh­ne Zy­lin­der, vol­ler

Takt will Dieter Tho­mas Heck all das prä­sen­tie­ren, was sich auf un­se­rem Hit-Trepp­chen ganz oben tum­melt.“Der le­gen­dä­re Re­gis­seur Truck Branss gab zu Pro­to­koll: „Ich ha­be Dieter Tho­mas Heck als Aus­hän­ge­schild für die Hit­pa­ra­de ge­wählt, weil er un­ver­braucht ist und sich im Rund­funk be­währt hat.“

Die Zeit­schrift „Gong“zeich­net gar ein Psy­cho­gramm von Heck: „Er hat ein kom­pli­zier­tes, hin­ter­grün­di­ges Ge­sicht, jung in den Kon­tu­ren – trotz An­deu­tung von Zie­gen­bart. Ein Ge­sicht mit skep­ti­schen Au­gen hin­ter fun­keln­den Glä­sern.“ Auch wenn die ers­ten Kri­ti­ken („Der neue Show­mas­ter schrie, die Sän­ger flüs­ter­ten“– BILD) ziem­lich er­nüch­ternd aus­fie­len, war der Auf­stieg von Heck in den Show-Olymp nicht mehr auf­zu­hal­ten. Fast vier­zig Jah­ren lang präg­te er die deut­sche TV-Land­schaft wie kein an­de­rer. Der ehe­ma­li­ge ZDF-In­ten­dant Dieter Stol­te be­zeich­ne­te ihn ein­mal als den „größ­ten Kom­mu­ni­ka­tor, den das ZDF je­mals ge­habt hat“.

Als Sän­ger hat­te Dieter Tho­mas Heck we­ni­ger Er­folg, da­für um­so mehr als Text­dich­ter. Er schrieb zum Bei­spiel 1964 den Song „Jun­ger Mann mit ro­ten Ro­sen“für die Sän­ge­rin Dorthe und auch die B-Sei­te „Syl­via“von Chris­ti­an An­ders‘ Num­mer-eins-Er­folgs-Sing­le „Geh nicht vor­bei“. Mit For­ma­ten wie „Die Py­ra­mi­de“, „Die Gol­de­ne Stimm­ga­bel“, „Mu­sik liegt in der Luft“und „Me­lo­di­en für Mil­lio­nen“schrieb er deut­sche Un­ter­hal­tungs­ge­schich­te. Je­weils ein­ma­lig mo­de­rier­te er auch „Das Ak­tu­el­le Sport­stu­dio“, so­wie den „ZDF-Fern­seh­gar­ten“. Heck war zeit­le­bens auch stark so­zi­al en­ga­giert. (Deut­sche Welt­hun­ger­hil­fe, Deut­sche Krebs­hil­fe, Grit-Jor­dan-Ver­ein). Auch als Schau­spie­ler („Das Mil­lio­nen­spiel“, „Ca­fé Wer­ni­cke“) bril­lier­te er. Zu­dem spiel­te er in zwei „Tat­ort“-Fol­gen mit.

Der Tod von Dieter Tho­mas Heck am 23. Au­gust 2018 lös­te bei al­len Schla­ger­fans tie­fe Be­trof­fen­heit aus. Vie­le mu­si­ka­li­sche Weg­ge­fähr­ten von einst pos­te­ten auf Face­book ih­re Trau­er. Mit DTH starb ei­nes der letz­ten Ur­ge­stei­ne des deut­schen Un­ter­hal­tungs­fern­se­hens. Dan­ke für al­les, lie­ber Dieter Tho­mas Heck. Wir wer­den dich nie ver­ges­sen!

„Lam­pen­fie­berist mei­ne Art, Ach­tung vor dem Pu­bli­kum zu zei­gen“: 2007 nahm Heck Ab­schied von der Show­büh­ne

Mr. Hit­pa­ra­de 15 Jah­re lang mo­de­rier­te der Flens­bur­ger 183 Fol­gen des Kult-Schla­ger­for­mats

Mit sei­ner zwei­ten FrauWah­re Lie­bewar Heck Ra­gn­hild (hier am Vier­wald­stät­ter See) vie­le Jahr­zehn­te glück­lich. Den Le­bens­abendSpa­ni­en ver­brach­te das Paar über­wie­gend In

1961 singt er beim Vor­ent­scheid des Grand-Prix-Eu­ro­vi­si­on de la Chan­son „Was tut man nicht al­les aus Lie­be“

1972 ist er als Schlager-Pa­tron längst eta­bliert. Auch Sän­ge­rin Ire­en Sheer ver­dankt ihm viel

1969 geht es los mit der „ZDF-Hit­pa­ra­de“DTH mo­de­riert das For­mat bis 1984 selbst

1968 ist Heck vor al­lem noch als Ra­dio-Mo­de­ra­tor ak­tiv. Ei­ner sei­ner Star­gäs­te schon da­mals: Udo Jür­gens!

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