CHRISTIAN AN­DERS

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Das ver­kann­te Ge­nie

Christian An­ders zählt zu den schil­lernds­ten Künst­ler­per­sön­lich­kei­ten und Pa­ra­dies­vö­geln, die wir ha­ben. Mit „Zeit­los“bringt er jetzt ein zu­kunfts­und rich­tungs­wei­sen­des neu­es Werk auf den Markt, das be­weist, dass der ihm ver­lie­he­ne Bei­na­me „Der Gött­li­che“ei­gent­lich noch stark un­ter­trie­ben ist. Wie gut, dass CHRISTIAN so AN­DERS ist! Der Co­me­di­an Tho­mas Her­manns („Quatsch Come­dy

Club“) brach­te es be­reits vor über

25 Jah­ren auf den

Punkt, als er Christian An­ders als „Das ver­kann­te Ge­nie“be­zeich­ne­te: „Es ist er­staun­lich, dass bis heu­te das Werk ei­nes

Künst­lers, das so viel­schich­tig ist wie das von Christian An­ders, im­mer nur ei­ner klei­nen Grup­pe von Ver­schwo­re­nen be­kannt und ver­traut ist. Man­cher kennt si­cher­lich den ei­nen oder an­de­ren Pop­song aus der Zeit, als je­ne noch ab­fäl­lig ‚Schla­ger‘ ge­nannt wur­den, aber wer er­wähnt das schrift­stel­le­ri­sche, wer den ,gna­den­lo­sen Rea­lis­mus sei­nes fil­mi­schen Wer­kes‘, das bis heu­te ,chro­nisch un­ter­schätzt‘ ist („In Re­tro­spek­ti­ven sucht man sei­nen Na­men ver­ge­bens un­ter den Klu­ges, Fass­bin­ders und Wen­ders“). An­ders hat in sei­nen Songs vor kei­ner Form und kei­ner The­ma­tik halt ge­macht: Dra­ma­ti­sche Groß­stadt­schick­sa­le und To­des­fäl­le (,Der letz­te Tanz‘, 1974), die Lei­den jun­ger Mäd­chen (,Ver­liebt in den Leh­rer‘, 1975) und die

exis­ten­zia­lis­ti­sche Lee­re

(,Es fährt ein Zug nach Nir­gend­wo‘) wer­den in­ter­es­sant kon­tras­tiert von der nach­sich­ti­gen Gü­te sei­nes schrift­stel­le­ri­schen Wer­kes (,Der Brief‘, Bra­vo Ro­man 1975), und er kom­po­niert ei­ne ‚Ma­li­bu Sym­pho­nie‘.“Tho­mas Her­manns schloss sei­ne Aus­füh­run­gen über das „Mul­ti­ta­lent“Christian An­ders mit den Wor­ten: „Ein Kri­ti­ker hat mal ge­schrie­ben, Christian An­ders wä­re der deut­sche El­vis. Ich möch­te hin­zu­fü­gen, An­ders ist El­vis und An­dy War­hol – Mu­si­ka­li­tät und Kon­zept – in ei­nem“, der „ein Ge­samt­kunst­werk“hin­ter­las­sen hat. ■

Christian An­ders bringt die Werk­schau sei­nes Le­bens auf den Markt. Mit sei­nen neu­en Ti­teln be­weist er, dass er im­mer noch am Puls der Zeit ist Sein 6-Mi­nu­ten-Epos „Geh nicht vor­bei“mach­te ihn vor 50 Jah­ren zum Kult-Star und Schla­ger-Gott in ei­nem

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