Nach Ab­bruch keh­ren nur we­ni­ge in ei­ne Aus­bil­dung zu­rück

Vorarlberger Nachrichten - - Politik -

WI­EN Knapp 300.000 Per­so­nen un­ter 35 Jah­ren ha­ben ih­re ers­te wei­ter­füh­ren­de Aus­bil­dung, in der Re­gel Leh­re, AHS-Ober­stu­fe oder be­rufs­bil­den­de mitt­le­re/hö­he­re Schu­le, ab­ge­bro­chen. Meist führt sie dann auch kein Weg mehr zu­rück. Zwei Jah­re nach ih­rem Ab­bruch fan­den sich nur rund 12.000 (vier Pro­zent) in ei­ner an­de­ren Lehr­aus­bil­dung oder Schu­le wie­der, zeigt ei­ne Stu­die der Ar­bei­ter­kam­mer (AK).

In der Stu­die wur­de der wei­te­re Kar­rie­re­weg der Ab­bre­cher ana­ly­siert. Et­was mehr als die Hälf­te (53 Pro­zent) wa­ren zwei Jah­re nach ih­rem Bil­dungs­aus­stieg er­werbs­tä­tig, meist in ei­ner un­qua­li­fi­zier­ten Tä­tig­keit. Knapp ein Drit­tel (31 Pro­zent) gilt als nicht er­werbs­tä­tig, et­wa weil sie Kin­der be­kom­men oder man­gels vor­her­ge­hen­dem Job kei­nen An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­geld ha­ben. Zehn Pro­zent sind ar­beits­los. Nur knapp 10.000 bzw. et­was über drei Pro­zent kehr­ten in ei­ne Leh­re zu­rück, noch we­ni­ger (2300 bzw. ein Pro­zent) in ei­ne Schu­le. Der Rest (et­was über zwei Pro­zent) wan­der­te aus.

AK-Prä­si­den­tin Re­na­te An­derl or­tet bei in­di­vi­du­el­len Be­ra­tungs­an­ge­bo­ten Lü­cken. Mit ei­nem „Bil­dungs-Na­vi“will die Kam­mer ge­gen­steu­ern: Ab Fe­bru­ar soll es per­sön­li­che Bil­dungs­be­ra­tun­gen mit Schwer­punkt auf 13- bis 14-Jäh­ri­ge so­wie 17- bis 18-Jäh­ri­ge ge­ben, da­zu kom­men et­wa El­tern­in­fo­aben­de an Neu­en Mit­tel­schu­len (NMS) und Be­rufs­ori­en­tie­rungs­work­shops. Auch Re­gie­rung und Wirt­schaft will An­derl nicht aus der Pflicht ent­las­sen. So soll es nicht nur an NMS, son­dern auch an AHS-Un­ter­stu­fen ein ei­ge­nes Fach Be­rufs­ori­en­tie­rung ge­ben. Un­ter­neh­men müss­ten zu­dem mehr Aus­bil­dungs­plät­ze zur Ver­fü­gung stel­len.

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