Ab Sonn­tag fah­ren Bus und Bahn wie­der an­ders

Der neue Fahr­plan für Vor­arl­berg tritt in Kraft, das neue Kurs­buch kommt mit den VN.

Vorarlberger Nachrichten - - Vorarlberg -

DORN­BIRN Öf­fent­li­cher ur­ba­ner Ver­kehr wie in ei­ner Groß­stadt: Das soll in Vor­arl­berg mit dem neu­en Fahr­plan Rea­li­tät wer­den. Am Sonn­tag, 9. De­zem­ber, steht der all­jähr­li­che eu­ro­pa­wei­te Fahr­plan­wech­sel ins Haus, mit dem auch die Vor­arl­ber­ger Öf­fis wie­der an­ders fah­ren. Wel­che das sind, steht im neu­en Kurs­buch, das heu­te mit den VN aus­ge­lie­fert wird. Be­son­de­res Au­gen­merk wur­de die­ses Jahr auf op­ti­mier­te An­schlüs­se zwi­schen Bus und Bahn so­wie er­gän­zen­de An­ge­bo­te an Ta­ges­rand­zei­ten und neue Zie­le, zum Bei­spiel am Al­ten Rhein in Lus­ten­au, ge­legt. Neue Hal­te­stel­len gibt es un­ter an­de­rem beim Mes­se­quar­tier Dorn­birn (Mes­se­hal­le 5) und beim Hör­bran­zer So­zi­al­zen­trum.

„Wir sind nicht schlecht un­ter­wegs, der öf­fent­li­che Ver­kehr hat in Vor­arl­berg die höchs­ten Zu­wachs­ra­ten, noch vor Wi­en“, er­läu­tert Mo­bi­li­täts­lan­des­rat Jo­han­nes Rauch. Laut Hoch­rech­nung wird es bis Jah­res­en­de 72.000 Jah­res­kar­ten­be­sit­zer ge­ben, was ein Plus von drei Pro­zent be­deu­tet. „Der Bal­lungs­raum Rhein­tal-Wal­gau be­hei­ma­tet zwei Drit­tel der Be­völ­ke­rung und ist im Prin­zip ei­ne gro­ße zu­sam­men­wach­sen­de Stadt“, er­läu­tert Lan­des­rat Jo­han­nes Rauch. Dar­über hin­aus ge­be es kein Bun­des­land, wo es in die­ser Takt­dich­te mög­lich ist, in die Tal­schaf­ten zu ge­lan­gen. „Trotz­dem müs­sen wir ste­tig dar­an ar­bei­ten, das An­ge­bot zu ver­bes­sern.“

Um­stei­ge­kul­tur schaf­fen

Rauch sieht da­bei die Ver­an­ke­rung ei­ner Um­stei­ge­kul­tur als pri­mä­res Ziel. Es sol­le nor­mal wer­den, Bus, Bahn und Rad mit­ein­an­der zu ver­bin­den. Um das zu ge­währ­leis­ten, gibt es ei­ne en­ge Ab­stim­mung zwi­schen den Plä­nen auf der Schie­ne und je­nen der Bus­se. Seit 2016 fah­ren die Zü­ge vier­mal in der St­un­de zwi­schen Blu­denz und Bregenz durchs Land. „Hier ha­ben wir ei­nen städ­ti­schen Bahn­ver­kehr. Wir ha­ben nun ver­sucht, ra­sche­re Ver­bin­dun­gen von den Bus­sen zu den Bahn­hö­fen und knap­pe Um­stiegs­zei­ten an den Bahn­hö­fen zu ge­währ­leis­ten.“

Grö­ße Be­mü­hun­gen sol­len laut Mo­bi­li­täts­lan­des­rat Rauch in den Aus­bau, vor al­lem auch der klei­ne­ren Bahn­hö­fe, zu Mo­bi­li­täts­dreh­schei­ben ge­legt wer­den. Wich­ti­ge Neue­rung für 2019 ist ne­ben den 21 neu­en Zug­gar­ni­tu­ren die Un­ter­zeich­nung des Ver­kehrs­diens­te­ver­trags zwi­schen Land, Bund und ÖBB, der mit dem Fahr­plan­wech­sel in Kraft tritt. In die­sem wird der öf­fent­li­che Ver­kehr der kom­men­den zehn Jah­re ver­trag­lich ge­re­gelt.

Was den Nah­ver­kehr be­trifft, gibt es laut ÖBB-Re­gio­nal­ma­na­ger Ger­hard May­er zwei Ve­rän­de­run­gen: Ei­ner­seits wird es ei­ne neue Ver­bin­dung zwi­schen Zü­rich, Feld­kirch, Wi­en und Bra­tis­la­va ge­ben. Zum an­de­ren wird die Stre­cke nach Mün­chen auf­grund von Bau­ar­bei­ten von vier Zug­paa­ren auf drei re­du­ziert.

Stau als Pro­blem

Im­mer mehr zum Pro­blem wer­de laut den Ver­ant­wort­li­chen der Stadt-, Land- und Orts­bus­se der zu­neh­men­de Stau auf der Stra­ße: „Die Fahr­gäs­te fin­den es zwar schön, dass je­de Vier­tel­stun­de ein Bus zum Bahn­hof fährt, aber trotz­dem gibt es Be­schwer­den, dass der An­schluss­zug ver­passt wird“, stellt Chris­ti­an Hill­brand, Ge­schäfts­füh­rer des Vor­arl­ber­ger Ver­kehrs­ver­bunds (VVV), fest. „In den kom­men­den Mo­na­ten müs­sen die not­wen­di­gen Bus­be­schleu­ni­gungs­maß­nah­men wie zu­sätz­li­che Bus­spu­ren oder Am­pel­be­ein­flus­sung deut­lich ra­scher vor­an­kom­men, wenn wir die­ses at­trak­ti­ve An­ge­bot hal­ten und wei­ter aus­bau­en wol­len“, ap­pel­liert der VVV-Ge­schäfts­füh­rer. „Hier wün­schen wir uns ein kla­res und mu­ti­ges Be­kennt­nis der Po­li­tik“, un­ter­streicht der VVV-Ge­schäfts­füh­rer. VN-MIH

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