Nächs­ter lo­gi­scher Schritt

Ralph Ha­sen­hüttl will sich nach der Bun­des­li­ga nun in der Pre­mier Le­ague ei­nen Na­men ma­chen.

Vorarlberger Nachrichten - - Sport -

SOUTHAMPTON Ralph Ha­sen­hüttl gab sich bei sei­ner An­tritts­pres­se­kon­fe­renz ent­schlos­sen und selbst­be­wusst. „Ich möch­te hier mei­ne Fuß­ab­drü­cke im Schnee hin­ter­las­sen. Das ha­be ich über­all ge­macht“, sag­te der Ex-Coach von RB Leip­zig. Schon als er die Leip­zi­ger im Som­mer ver­las­sen hat­te, hät­te er an die Pre­mier Le­ague ge­dacht. „Ich bin stolz, hier zu sit­zen“, sag­te der 51-jäh­ri­ge Stei­rer. „Es ist ei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung, aber es ist auch ein lo­gi­scher nächs­ter Schritt.“Der Gra­zer hat­te sei­ne ge­sam­te bis­he­ri­ge Trai­ner­lauf­bahn in Deutsch­land zu­ge­bracht. Nun wol­le er et­was Neu­es se­hen. „Ich möch­te mich per­sön­lich wei­ter­ent­wi­ckeln, aber auch mei­ne Sicht von Fuß­ball. Da­her ha­be ich die­se Ent­schei­dung ge­trof­fen.“Ha­sen­hüttls Ver­trag läuft bis Som­mer 2021. Viel Zeit hat er aber nicht. Als Ta­bel­len-18. liegt Southampton der­zeit in der Ab­stiegs­zo­ne. Ha­sen­hüttls De­büt bei Car­diff Ci­ty ist am Sams­tag ein rich­tungs­wei­sen­des Gast­spiel.

Weg von der Ab­stiegs­zo­ne

„Das ers­te Ziel ist, dass wir so schnell wie mög­lich aus der Ab­stiegs­zo­ne her­aus­kom­men“, er­klär­te Ha­sen­hüttl. Da­zu gel­te es, die Mann­schaft zu ent­wi­ckeln. Er den­ke, dass sei­ne Spiel­phi­lo­so­phie sehr gut nach En­g­land pas­se, ver­si­cher­te aber auch, um die Me­cha­nis­men des Fuß­balls zu wis­sen. „Es ist ein Er­geb­nis-Busi­ness, das weiß ich.“Er wis­se, dass es kei­ne Ga­ran­ti­en ge­be. „Wenn du Ga­ran­ti­en ha­ben willst, musst du ei­ne Wasch­ma­schi­ne kau­fen.“

Als ers­ter ös­ter­rei­chi­scher Trai­ner in der Pre­mier Le­ague las­te ein be­son­de­rer Druck auf ihm. „Ich muss es gut ma­chen. Wenn ich es nicht gut ma­che, dann ist die Tür für al­le an­de­ren zu“, mein­te der frü­he­re ÖFB-Team­stür­mer. Er hät­te hart auf die­se Chan­ce hin­ge­ar­bei­tet - als Trai­ner bei den un­ter­klas­si­gen deut­schen Clubs SpVgg Un­ter­ha­ching und VfR Aa­len so­wie schließ­lich beim FC In­gol­stadt und in Leip­zig. Von den ös­ter­rei­chi­schen Ber­gen ha­be er in den ver­gan­ge­nen sechs Mo­na­ten seit sei­ner Tren­nung von Leip­zig ge­nug ge­se­hen. „Ich ha­be die­se Zeit ge­braucht, um mei­ne Bat­te­ri­en wie­der auf­zu­la­den“, mein­te Ha­sen­hüttl.

Sei­ne Ge­dan­ken, als er erst­mals von ei­nem An­ge­bot aus Southampton er­fah­ren hat­te? „Die Ti­ta­nic ist hier weg­ge­fah­ren. Ich hof­fe, ich kra­che nicht in den ers­ten Eis­berg, der auf mich war­tet.“Die Vor­schuss­lor­bee­ren, die ihm in der süd­eng­li­schen Ha­fen­stadt ent­ge­gen­ge­bracht wer­den, sind groß. Den Ti­tel „Klopp der Al­pen“hört Ha­sen­hüttl aber nicht ger­ne - auch wenn er mit Li­ver­pool-Coach Jür­gen Klopp einst in Deutsch­land die Pro-Li­zenz-Aus­bil­dung ab­sol­viert hat. „Ich möch­te mei­ne ei­ge­ne Per­sön­lich­keit sein.“

Klopp hat­te am Vor­tag ver­geb­lich ver­sucht, der eng­li­schen Pres­se Ha­sen­hüttls Na­men zu er­klä­ren. „Er hat ge­sagt, ‚Hüttl‘ be­deu­tet nichts. Da­mit hat er nicht recht. Viel­leicht ist er schon zu lan­ge in En­g­land und sein Eng­lisch ist schon bes­ser als sein Deutsch“, scherz­te der Ös­ter­rei­cher, um we­nig spä­ter noch ein­mal lä­chelnd auf Eng­lisch sei­nen Na­men zu er­klä­ren: „Es ist schwer aus­zu­spre­chen. Es ist ei­ne klei­ne Hüt­te für die Ha­sen.“

„Wenn du Ga­ran­ti­en ha­ben willst, musst du ei­ne Wasch­ma­schi­ne

kau­fen.“

Als Spie­ler kein An­ge­bot

Als Spie­ler hät­te es nicht für die eng­li­sche Li­ga ge­reicht. Pro­be­trai­nings bei Chel­sea und den Bol­ton Wan­de­rers hät­ten laut Ha­sen­hüttl nicht für ein En­ga­ge­ment auf der In­sel ge­reicht. „Es war scha­de, aber ich bin sehr stolz, jetzt als Trai­ner hier zu sit­zen.“Kon­tak­te mit Ar­senal, die ihm im Som­mer nach­ge­sagt wor­den wa­ren, de­men­tier­te er.

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