Die Crux mit der Woh­nungs­ver­ga­be

Punk­te­sys­tem und Vor­ga­ben des Lan­des sol­len fai­re Ent­schei­dun­gen ga­ran­tie­ren.

Vorarlberger Nachrichten - - Vorarlberg -

DORN­BIRN Kei­ne ein­fa­che Auf­ga­be ha­ben je­ne Äm­ter in den Rat­häu­sern, die für die Ver­ga­be von ge­mein­nüt­zi­gen Woh­nun­gen zu­stän­dig sind. Der An­drang ist groß, und man­che Woh­nungs­su­chen­den füh­len sich un­ge­recht be­han­delt. In Dorn­birn soll ein Punk­te­sys­tem Un­ge­rech­tig­kei­ten ver­hin­dern.

Die Be­wer­ber­lis­te für die ge­mein­nüt­zi­gen Woh­nun­gen ist lang und wird im­mer län­ger. Die bes­ten Chan­cen ha­ben je­ne Woh­nungs­su­chen­den, die ei­ne ho­he Punk­te­an­zahl er­rei­chen. Men­schen oh­ne fes­ten Wohn­sitz, die auf Not­schlaf­stel­len an­ge­wie­sen sind, de­ren Woh­nung vor der Ver­stei­ge­rung steht oder wenn ein ge­richt­li­cher Räu­mungs­ter­min vor­han­den ist, ste­hen mit 450 Punk­ten ganz oben auf der Lis­te.

Ge­gen Neid

Auch Men­schen, die sich ih­re ak­tu­el­le Woh­nung nicht mehr leis­ten kön­nen oder de­ren Un­ter­kunft de­so­lat ist, ha­ben eben­so gu­te Chan­cen auf ei­ne re­la­tiv ra­sche Zu­tei­lung wie Personen mit Be­hin­de­rung, de­ren Woh­nung nicht bar­rie­re­frei ist. Eben­falls zu be­rück­sich­ti­gen sind Men­schen, die we­gen ei­ner Schei­dung oder häus­li­cher Ge­walt nicht mehr in ih­rer bis­he­ri­gen Woh­nung blei­ben kön­nen. Wei­te­re Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne ge­mein­nüt­zi­ge Woh­nung sind auf ei­ner Lis­te, die vom Land her­aus­ge­ge­ben wur­de, zu­sam­men­ge­fasst. Dorn­birns Woh­nungs­stadt­rat Wal­ter Schön­beck (FPÖ) legt Wert dar­auf, dass die Richt­li­ni­en mög­lichst ge­nau ein­ge­hal­ten wer­den. Al­ler­dings ge­be es auch ganz spe­zi­el­le Fäl­le, die ra­sches Han­deln er­for­dern. Ihm geht es auch dar­um, Neid zu ver­mei­den. Er ver­weist in die­sem Zu­sam­men­hang auf den Brand­fall in ei­ner Süd­ti­ro­ler Sied­lung, ver­ur­sacht durch ei­nen jun­gen Be­woh­ner. Ei­ne er­bos­te Bür­ge­rin woll­te wis­sen, wie­so die­ser ei­ne güns­ti­ge Woh­nung er­hal­ten ha­be. Die Wahr­heit ist, dass der Mann kei­nes­falls al­lein dort wohnt, son­dern ge­mein­sam mit sei­ner Mut­ter und ei­nem Bru­der, die au­ßer Haus weil­ten, als das Feu­er aus­brach.

We­nig ge­bracht hat bis­her die Ak­ti­on „Si­che­res Ver­mie­ten“. Da­bei soll­ten leer ste­hen­de Woh­nun­gen auf den Markt kom­men. Als Zu­ckerl wer­den den Ver­mie­tern die Ver­wal­tung durch die Vo­ge­wo­si und si­che­re Miet­ein­nah­men ver­spro­chen. Als Ge­gen­leis­tung müs­sen Woh­nungs­ei­gen­tü­mer Miet­prei­se, die un­ter dem orts­üb­li­chen Stand lie­gen, ak­zep­tie­ren. Es wird ge­schätzt, dass in Dorn­birn der­zeit hun­dert oder weit mehr Woh­nun­gen leer ste­hen.

Dar­an wird sich nicht viel än­dern, denn bis­lang mach­ten nur we­ni­ge Ver­mie­ter vom An­ge­bot Ge­brauch, weiß Wal­ter Schön­beck zu be­rich­ten: „Bis­her ha­ben wir le­dig­lich sie­ben Woh­nun­gen ver­mit­telt.“Als Grün­de nennt er un­ter an­de­rem den be­fürch­te­ten Är­ger mit den Mie­tern oder feh­len­de Mit­spra­che bei der Aus­wahl der Mie­t­in­ter­es­sen­ten. Trotz­dem ist er da­für, dass sie Ak­ti­on wei­ter­ge­führt wird. HA

VN/HAR­TIN­GER

VN-DROHNE In Dorn­birn gibt es der­zeit 3181 ge­mein­nüt­zi­ge Woh­nun­gen. Der Be­darf ist al­ler­dings viel hö­her.

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