WIE GE­LINGT DER UM­STIEG AUF EI­NE KREIS­LAUF­WIRT­SCHAFT?

RE­PORT

WeAr (German) - - INHALT - Al­exis Ro­ma­no, Ja­na Mel­ku­mo­va-Reynolds

Was ge­schieht mit den bei Ih­nen ge­kauf­ten Klei­dungs­stü­cken, wenn sie nicht mehr ge­tra­gen wer­den? Wahr­schein­lich brin­gen Ih­re Kun­den sie zur Wohl­fahrt oder zur nächs­ten Re­cy­cling­s­ta­ti­on. Aber war­um bit­ten Sie sie nicht, Ih­nen die Mo­de zu­rück­zu­brin­gen und ver­wan­deln die­se Trans­ak­ti­on in ei­ne wei­te­re Chan­ce zur Kun­den­bin­dung?

Im­mer mehr Mar­ken und La­den­ket­ten neh­men die ge­brauch­te Mo­de ih­rer Kund­schaft im Aus­tausch ge­gen ei­nen Treue­bo­nus zu­rück und stär­ken so­mit ihr öko­lo­gi­sches En­ga­ge­ment und gleich­zei­tig die Kun­den­be­zie­hung. Das Re­cy­cling der Mo­de über­tra­gen vie­le Un­ter­neh­men dem Dienst­leis­ter I:CO, der den Groß­teil da­von zu nie­der­wer­ti­ge­ren Pro­duk­ten wie Iso­la­ti­ons­ma­te­ri­al ver­ar­bei­tet. Das Glei­che pas­siert im „Go Gre­en“-Re­cy­cling­pro­gramm von Cot­ton Blue Je­ans und „Zap­pos for Good“: Mit Un­ter­stüt­zung ei­ner di­gi­ta­len Kam­pa­gne mit Er­klär­vi­de­os und dem Hash­tag #blue­jeans­go­green schi­cken Kun­den ih­re al­ten Je­ans gra­tis per Post zu­rück oder brin­gen sie di­rekt zu Han­dels­part­nern wie Le­vi’s, Ma­de­well, rag & bo­ne, O.N.S., Ame­ri­can Eagle Out­fit­ters und Ari­at und er­hal­ten da­für Ra­bat­te.

Man­che Mo­de­mar­ken ver­wer­ten ih­re ei­ge­ne ge­brauch­te Klei­dung selbst. Über die „Was­te no mo­re“-Initia­ti­ve hat die US-Brand Ei­leen Fis­her seit 2009 mehr als ei­ne Mil­li­on ge­tra­ge­ner Klei­dungs­stü­cke von Kun­den zu­rück­er­hal­ten. Mo­de in per­fek­tem Zu­stand wird ge­rei­nigt und im Rah­men des „Re­new“-Pro­gramms ver­kauft. Der Rest wird über ein be­son­de­res Filz­ver­fah­ren zu Kunst- und De­ko­ra­ti­ons­ob­jek­ten ver­ar­bei­tet. Für je­des zu­rück­ge­brach­te Klei­dungs­stück er­hal­ten Kun­den ei­nen Gut­schein über fünf US-Dol­lar. Re- und Up­cy­cling sind nicht die ein­zi­gen Op­tio­nen zur Ver­wer­tung von Alt­klei­dung: Vie­le Un­ter­neh­men wol­len mit Wie­der­ver­käu­fen ih­re Um­sät­ze stär­ken. Ih­re Kon­kur­renz sind Resale-Fir­men wie The Re­alRe­al, Grai­led, Posh­mark und das neue „Se­cond Life“von Far­fetch. Wie WeAr be­rich­te­te (sie­he: Re­port „Boom-Markt Se­con­dhand“in Aus­ga­be 55), schlos­sen sich Mul­til­a­bel-Stores wie Ga­le­ries La­f­ay­et­te, die Neu­wa­re ver­kau­fen, mit dem On­line-Re­sa­ler Re­bel­le zu­sam­men, um ge­tra­ge­ne Krea­tio­nen ih­rer Kun­den wei­ter­zu­ver­kau­fen. An­de­re Retailer, wie das schwe­di­sche Un­ter­neh­men Aplace, bie­ten Se­con­dhand-Mo­de ne­ben neu­en Kol­lek­tio­nen in ih­ren Shops an. Die ka­li­for­ni­sche Fir­ma Yerd­le des ehe­ma­li­gen Wal­mart-Ma­na­gers An­dy Ru­ben schafft maß­ge­schnei­der­te Wie­der­ver­kaufs­ka­nä­le für Händ­ler und De­si­gner, die sich in be­ste­hen­de Sys­te­me in­te­griert las­sen – sie­he un­se­re Ru­brik Bu­si­ness Talks für wei­te­re De­tails.

Die­se Bei­spie­le le­gen na­he, dass Re­cy­cling ein Um­den­ken bei Pro­duk­ten, Mer­chan­di­sing und Mar­ke­ting be­deu­ten kann. Se­con­dhand-Klei­dung lässt sich in Vin­ta­geAb­tei­lun­gen wie­der­ver­kau­fen oder wie in Ei­leen Fis­hers Mo­dell zu an­de­ren Pro­duk­ten, La­den­aus­stat­tung und De­ko-Ob­jek­ten um­funk­tio­nie­ren. Ei­ni­ge Ih­rer Brands ver­fü­gen viel­leicht schon über Re­cy­cling-Maß­nah­men, die Sie über­neh­men könn­ten. Und für un­ver­käuf­li­che Re­tou­ren? Wen­den Sie sich an Re­cy­cling-Un­ter­neh­men wie TEXAID – es könn­te der ers­te Schritt auf Ih­rem Weg zu ech­ter Nach­hal­tig­keit sein.

Queen of Raw (see our Bu­si­ness Talks sec­tion for mo­re in­fo)

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