GRE­EN MAR­KE­TING

RE­PORT

WeAr (German) - - INHALT - Es­t­her Stein

Auf den Ber­li­ner Mo­de­mes­sen im Ju­li war Nach­hal­tig­keit das wich­tigs­te Ge­sprächs­the­ma. Im­mer mehr Kun­den er­war­ten von Brands und Shops ver­stärk­tes „grü­nes“En­ga­ge­ment. Aber vie­le Händ­ler tun sich schwer mit der Kom­mu­ni­ka­ti­on. Wie kann ein Retailer sei­ne Kun­den in­for­mie­ren, oh­ne be­leh­rend zu wir­ken, sie zu über­frach­ten oder nach Gre­en­wa­shing zu klin­gen?

Zu Be­ginn soll­ten Sie für sich klä­ren, wie ernst Sie es mei­nen. Hat sich Ihr Un­ter­neh­men ei­ner Gre­en-Mar­ke­ting-Stra­te­gie ver­schrie­ben oder wol­len Sie mit ein paar PR-Ak­tio­nen ein we­nig „grü­ner“wir­ken? Ers­te­res ist sehr auf­wän­dig, zwei­te­res könn­te nach hin­ten los­ge­hen.

„Trans­pa­renz ist das Wich­tigs­te“, sagt Bert van Son, CEO des La­bels Mud Je­ans, auf die Fra­ge, wie man Nach­hal­tig­keit op­ti­mal kom­mu­ni­ziert. In den Stores ste­he meist nicht ge­nug Raum für In­for­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung, da müs­se die Wa­re über­zeu­gen. Da­für bie­te aber die ei­ge­ne Web­site und So­ci­al Me­dia ge­nü­gend Platz. Mud Je­ans z. B. zeigt in Vi­de­os sei­ne Pro­du­zen­ten vor Ort und stellt ei­nen Nach­hal­tig­keits­be­richt zum Down­load be­reit. Die Denim-Brand Kuyichi prä­sen­tiert on­line ih­re Retailer – das geht selbst­ver­ständ­lich auch an­ders her­um: Gera­de Her­stel­ler nach­hal­ti­ger Mo­de ha­ben vie­le Sto­rys zu er­zäh­len, die Händ­ler für die ei­ge­ne Web­site über­neh­men kön­nen. Stel­len Sie z. B. in re­gel­mä­ßi­gen News­let­tern die La­bels in Ih­rem Shop aus­führ­lich vor. Ein Bu­si­ness nach­hal­ti­ger zu ge­stal­ten, ist ein lan­ger Pro­zess. Selbst klei­ne Maß­nah­men kom­men gut bei den Kon­su­men­ten an: Wenn Sie z. B. nach­hal­ti­ge Ver­pa­ckun­gen ver­wen­den, be­dru­cken Sie sie mit ei­nem Hin­weis da­zu; auf den Ökostrom im Shop wei­sen Sie mit ei­nem klei­nen Schild im La­den hin. Ge­hen Sie au­ßer­dem si­cher, dass Ihr Per­so­nal im Shop Ih­re Nach­hal­tig­keits­zie­le kennt und die­se gern an die Kun­den her­an­trägt.

Tra­gen Sie je­doch nicht zu dick auf, sonst las­tet Ih­nen schnell der Vor­wurf des Gre­en­wa­shings an. Gre­en­wa­shing ist das Er­geb­nis, wenn Un­ter­neh­men Nach­hal­tig­keit nur als kurz­fris­ti­gen Trend zur Um­satz­stei­ge­rung ver­ste­hen. Pro­mi­nen­tes Bei­spiel sind die Ba­by­hy­gie­ne-Pro­duk­te der Mar­ke The Ho­nest Com­pa­ny von Hol­ly­wood-Star Jes­si­ca Al­ba: Das La­bel muss­te Mil­lio­nen-Dol­lar-Stra­fen zah­len, weil ei­ni­ge In­halts­stof­fe gar nicht so öko­lo­gisch wie ver­spro­chen wa­ren.

Gre­en Mar­ke­ting ist ein gu­ter Weg, um sich Awa­ren­ess zu ver­schaf­fen; doch es darf nicht in halb­ga­ren Ver­su­chen en­den. Blei­ben Sie au­then­tisch: Der Ein­satz muss er­kenn­bar und nach­voll­zieh­bar sein, sonst ver­mu­ten die Kon­su­men­ten Heu­che­lei. Sei­en Sie au­ßer­dem of­fen für neu­es Wis­sen, das von Ih­ren Kun­den kommt und för­dern Sie den Dia­log mit ih­nen: Wel­che Aspek­te von Nach­hal­tig­keit sind Ih­ren Kon­su­men­ten be­son­ders wich­tig?

Su­per­goods

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.