DAS BLAUE VOM HIM­MEL

Ei­gent­lich hat­te San­na von ei­ner Alt­bau­woh­nung ge­träumt. Doch in die­sem mo­der­nen Apart­ment fand sie ihr Wohn­glück – ein Mi­niPa­ra­dies in Blau­tö­nen.

20 Private Wohntraeume - - INHALT - TEXT: LUITGARD AUSBURG, STINE HOLLBERG STYLING: TONE CROCHET FO­TOS: FILIPPA TREDAL

San­na Up­p­lings Os­lo­er Stadt­woh­nung

Wie so oft, pas­siert vie­les im Le­ben ganz an­ders, als man denkt. Die­se Er­fah­rung mach­te auch San­na Up­p­ling. Die 30Jäh­ri­ge stammt aus Schwe­den, zog aber der Ar­beit we­gen nach Nor­we­gen. „ Ich ha­be im­mer von ei­ner romantischen Alt­bau­woh­nung mit ho­hen De­cken, Stuck­leis­ten und -Ro­set­ten ge­träumt. Und wo bin ich let­zen En­des ge­lan­det? In ei­nem top­mo­der­nen Apart­ment in ei­nem Neubau“, lacht sie rück­bli­ckend. Ein hal­bes Jahr hat­te sie er­folg­los nach dem Alt­bau­t­raum Aus­schau ge­hal­ten, dann ent­deck­te sie das Neu­bau­pro­jekt in Ny­da­len im Nor­den der nor­we­gi­schen Haup­stadt und nur we­ni­ge Mi­nu­ten von ih­rem Ar­beits­platz ent­fernt. Ei­ne Wo­che spä­ter war San­na stol­ze Woh­nungs­be­sit­ze­rin. Ein­mal ein­ge­zo­gen, stell­te sich bald her­aus, dass die vor­han­de­nen Mö­bel wun­der­bar in ei­ne Alt­bau­woh­nung pass­ten, in ei­nem schlich­ten Apart­ment aber fehl am Platz wirk­ten. „ Mei­ne Ein­rich­tung war vor­her ty­pisch skan­di­na­visch, mit viel Weiß und hel­lem Holz. Im neu­en Zu­hau­se wirk­te das al­les furcht­bar lang­wei­lig“, er­zählt die Schwe­din, der klar war: Hier muss ein Pro­fi ans Werk. Über ei­ne Freun­din lern­te sie die In­te­ri­or-De­si­gne­rin Ka­ri­na Hol­men ken­nen. Nach ei­ner ge­mein­sa­men Er­kun­dung der Woh­nung ließ San­na der De­si­gne­rin freie Hand. Sich für ein Farb­sche­ma zu ent­schei­den, fiel am schwers­ten. San­na mal­te un­zäh­li­ge Farb­mus­ter an die Wän­de und ließ sie meh­re­re Wo­chen auf sich wir­ken, um her­aus­zu­fin­den, wie sie in den ver­schie­de­nen Licht­stim­mun­gen zur Gel­tung ka­men. Am En­de fiel die Wahl auf hel­le Blau­tö­ne, die das Wohn­zim­mer und den Flur zie­ren. „ Ich war erst et­was un­ent­schlos­sen, ob ich auch die Zim­mer­de­cke far­big strei­chen las­sen soll“, er­zählt San­na, die sich dann doch von Ka­ri­na Hol­men über­zeu­gen ließ. „ Zum Glück, denn die blaue Zim­mer­de­cke schenkt dem Gan­zen ei­ne har­mo­ni­sche Ein­heit.“Ei­nen ganz an­de­ren Weg schlug San­na im Schlaf­zim­mer ein: Hier gibt ein pud­ri­ges Ro­sa den Ton an, das gar nicht so mäd­chen­haft wirkt, wie die Schwe­din an­fangs be­fürch­tet hat­te. „ Ich bin ein ord­nungs­lie­ben­der Mensch und ha­be es ger­ne auf­ge­räumt. Gera­de in ei­ner klei­ne­ren Woh­nung wie mei­ner fin­de ich das wich­tig.“Ein­bau­schrän­ke im Flur und in der Kü­che sind der Schlüs­sel zum Stau­raum­wun­der. Selbst in der klei­nen Kü­che war Platz für ei­ne In­sel. „Su­per­prak­tisch“, fin­det San­na, „denn da­mit ha­be ich Ar­beits­flä­che, Stau­raum und Sitzgelegenheit in Ei­nem.“Rund um den Kü­chen­block ste­hen vier Stühle, da­für ver­zich­te­te sie auf ei­nen se­pa­ra­ten Ess­tisch. Oh­ne­hin ist we­ni­ger mehr – da­von ist San­na über­zeugt. „ Ich kau­fe nur noch das, was ich wirk­lich brau­che und über­le­ge vor Neu­an­schaf­fun­gen für die

Woh­nung, ob und wo sie sinn­voll sind.“Die bes­te In­ves­ti­ti­on war für San­na zwei­fels­frei die Zu­sam­men­ar­beit mit Ka­ri­na Hol­men. „ Oh­ne sie wä­re das En­d­er­geb­nis nur halb so schön!“Und ei­ni­ge der bes­ten Wohn­tipps ver­dankt sie eben­falls der In­te­ri­or- De­si­gne­rin. So gibt es im Flur statt un­or­dent­li­chem Ja­cken- und Schuh­cha­os platz­spa­ren­de Ein­bau­schrän­ke, hin­ter de­ren Tü­ren al­les ver­schwin­det. Da sie im sel­ben Farb­ton wie die Wand ge­stri­chen sind, wirkt der lang­ge­zo­ge­ne Flur gleich viel groß­zü­gi­ger. Und noch ei­nen Tipp von Ka­ri­na hat San­na in ih­rem 45 Qua­drat­me­ter gro­ßen Apart­ment um­ge­setzt: Klei­ne Woh­nun­gen se­hen viel luf­ti­ger aus, wenn man die Tü­ren zwi­schen den ein­zel­nen Räu­men ent­fernt. „ Oder Sie er­set­zen die Tür durch ei­nen Vor­hang, dann kön­nen Sie die Räu­me im­mer noch op­tisch tren­nen“, so San­na. Neu­bau­g­lück statt Alt­bau­t­raum? Für die jun­ge Schwe­din auf al­le Fäl­le! „ Ich ar­bei­te viel und ge­he oft di­rekt da­nach zum Trai­ning ins Fit­ness­stu­dio. Wenn ich dann abends nach Hau­se kom­me, ge­nie­ße ich die be­ru­hi­gen­de At­mo­sphä­re in mei­nem klei­nen Reich.“Und auch das läs­ti­ge Auf­räu­men ent­fällt, denn wer wie San­na über je­de Men­ge viel­sei­tig nutz­ba­ren Stau­raum ver­fügt, kann sein Zu­hau­se kur­zer­hand in vol­len Zü­gen ge­nie­ßen.

DE­KO MIT STIL Ei­ne zart anmutende Blü­te ziert die de­ko­ra­ti­ve Glas­glo­cke, die mes­sing­far­be­nen, klei­nen Wind­lich­ter stam­men von Tom Di­xon.

Ein glä­ser­ner Brief­be­schwe­rer und Wind­lich­ter aus Mes­sing ge­hö­ren zu den zahl­rei­chen Eye­cat­chern in San­nas Zu­hau­se. GLANZSTÜCKE

San­na liebt ih­re kom­pak­te Kü­che mit der prak­ti­schen In­sel und den Bar­ho­ckern. KLEI­NE KÜ­CHE GANZ GROSS

Ei­ne Achat­schei­be dient als Un­ter­la­ge für San­nas Fin­ger- und Ohr­rin­ge, die auf die­se Wei­se ele­gant prä­sen­tiert wer­den. SCHMUCKE STÜ­CKE

FAMILIENTRADITION Den an­ti­ken Stuhl im Schlaf­zim­mer hat San­na von ih­rer Oma ge­erbt. Vin­ta­ge-Stü­cke fü­gen sich pri­ma ins Kon­zept ein.

STRAHL­KRAFT Das Bad ist der ein­zi­ge Raum, der nach der Re­no­vie­rung weiß blieb.

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