UM­ZUG IM EILTEMPO

Das neue Zu­hau­se von Jen und Jim

20 Private Wohntraeume - - INHALT - TEXT: LUITGARD AUSBURG/JA­NE BOWLES

Dass es dann doch so schnell klap­pen wür­de, da­mit hat­ten die Swa­les nicht ge­rech­net. Wie so vie­le an­de­re Fa­mi­li­en woll­ten sie das hek­ti­sche Groß­stadt­le­ben ge­gen ein fried­li­ches, ent­schleu­nig­tes Land­le­ben tau­schen. Ziel der Träu­me war De­von. „Hier ha­ben wir als Fa­mi­lie vie­le Ur­lau­be ver­bracht, und je­des Mal ist uns der Ab­schied schwe­rer ge­fal­len“, er­zählt Jen. „Als un­se­re äl­tes­te Toch­ter Ma­cy vor dem Wech­sel auf die wei­ter­füh­ren­de Schu­le stand, schien uns der Zeit­punkt für ei­nen Neu­an­fang per­fekt.“Die Swa­les bo­ten ihr Haus zum Ver­kauf an und hat­ten noch nicht rich­tig mit der Su­che nach ei­nem neu­en Zu­hau­se in De­von be­gon­nen, als die ers­ten In­ter­es­sen­ten vor der Tür stan­den und ein so gu­tes An­ge­bot mach­ten, das Jen und Jim

un­mög­lich aus­schla­gen konn­ten. „Von ei­nem Tag auf den an­de­ren stan­den wir oh­ne Haus da, an die­se Mög­lich­keit hat­ten wir nicht ge­dacht“, er­in­nert sich Jen. Die ein­zi­ge Mög­lich­keit: Erst mal zur Über­brü­ckung in ein Miets­haus zie­hen und dann die Su­che in­ten­si­vie­ren. Auch das gar nicht so leicht, denn als fünf­köp­fi­ge Fa­mi­lie soll­te es ein Haus mit vier Schlaf­zim­mern und ei­nem Gar­ten sein. „Sechs Mo­na­te, be­vor das neue Schul­jahr be­gann, wur­den wir ein we­nig pa­nisch“, lacht Jen rück­bli­ckend, „dann hat­te das Schick­sal ein Ein­se­hen mit uns.“Durch Zu­fall hör­ten sie und Jim von ei­nem Cot­ta­ge in East De­von, des­sen Be­sit­zer ge­ra­de be­gon­nen hat­te, es mit ei­nem zwei­ge­schos­si­gen An­bau zu er­gän­zen, es aber nun krank­heits­be­dingt ver­kau­fen muss­te. „Als wir es be­sich­tig­ten,

stell­ten wir fest, dass der Groß­teil der Renovierung schon in vol­lem Gan­ge war“, er­zählt Jim, der als Hob­by­hand­wer­ker so­fort er­kann­te, dass die aus­ste­hen­de Ar­beit gut zu stem­men war. Und dann ging al­les ganz schnell: Zu­sam­men mit ei­nem be­freun­de­ten Schrei­ner küm­mer­te er sich um den In­nen­aus­bau, wäh­rend Jen Um­zugs­kar­tons pack­te. „Wir ha­ben es tat­säch­lich ge­schafft, kurz vor Schul­be­ginn ein­zu­zie­hen, aber es war ei­ne knap­pe Ge­schich­te“, lacht sie. Nach ei­ner kur­zen Ver­schnauf­pau­se ging es mit Elan ans Ein­rich­ten und De­ko­rie­ren – ein Fall für Jen, die un­zäh­li­ge Ein­rich­tungs­ma­ga­zi­ne und -bü­cher auf der Su­che nach Ide­en durch­stö­bert hat­te. „Ich wuss­te genau, was ich woll­te: ein ge­müt­li­ches Zu­hau­se, in­spi­riert vom Scan­diS­tyle, mit viel Holz, de­ko­ra­ti­ven Ta­pe­ten und lich­ten Grau­tö­nen.“Die Auf­tei­lung des Hau­ses ist per­fekt: Im Erd­ge­schoss mit dem neu ge­stal­te­ten Koch- und Ess­be­reich, der auf den Gar­ten hin­aus­geht, war ne­ben dem Wohn­zim­mer noch Platz für Jims Ar­beits­zim­mer, im obe­ren Ge­schoss lie­gen die Schlaf­zim­mer und Bä­der der

Fa­mi­lie. Rück­bli­ckend war der Um­zug im Eiltempo kein leich­tes Un­ter­fan­gen, ge­ra­de auf per­sön­li­cher Ebe­ne. Fa­mi­lie und Freun­de zu­rück­zu­las­sen, fiel Jen und Jim zu­nächst nicht leicht. „Aber heu­te be­su­chen uns al­le und gra­tu­lie­ren uns zu der Ent­schei­dung, die für uns die bes­te un­se­res Le­bens war“, sagt Jen.

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FO­TOS: CO­LIN POO­LE/GAP IN­TE­RI­ORS

LIEBLINGSSTÜCK Die wei­ße Holz­bank bie­tet nicht nur Platz zum Sit­zen, son­dern auch Stau­raum un­ter der Sitz­flä­che.

TRA­DI­TI­ON An dem Ess­tisch, den sie von ih­ren El­tern ge­erbt hat, saß Jen schon als Kind.

TREFF­PUNKT Die Kü­che im Sha­ker-Stil mit der ty­pi­schen In­sel ist das Herz­stück.

SCANDI-MO­MEN­TE Die An­rich­te aus Kie­fern­holz ist ein ebaySchätz­chen, dem Jen ei­nen neu­en grau­en An­strich ver­pass­te.

GLAS­KLAR Die al­ten, de­ko­ra­ti­ven Glas­fla­schen ver­kauft Jen in ih­rem ei­ge­nen La­den Dot­ty Ho­me.

DIE RU­HE SELBST Ge­dämpf­te Grau­tö­ne schaf­fen im Schlaf­zim­mer ei­ne wun­der­bar ru­hi­ge At­mo­sphä­re.

KIN­DER­SPIEL Wills Spiel­zeug ver­schwin­det un­kom­pli­ziert in prak­ti­schen Ein­bau­ten.

COUN­TRY-STYLE Holz­ver­klei­dung und Flie­sen in Na­tur­stein­op­tik prä­gen das Bad.

SCHMUCK­STÜ­CKE Die Kom­mo­de aus ge­kalk­tem Ei­chen­holz und das de­ko­ra­ti­ve Herz aus Treib­holz stam­men aus Jens La­den.

ZEIT­ZEU­GE Dem Trep­pen­haus schenkt die über­di­men­sio­na­le Wand­uhr mit rö­mi­schen Zif­fern Cha­rak­ter.

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