CHAR­MAN­TE VIL­LA

Ni­clas’ his­to­ri­sches El­tern­haus

20 Private Wohntraeume - - INHALT - TEXT: JES­SI­CA HOLM/SYBILLE FÖLL FO­TOS: KA­RIN JO­HANS­SON / HEI­DI HOL­DING

D irekt am Gö­ta Ka­nal und dem Bo­r­en­see ge­le­gen leuch­tet das Haus der Fa­mi­lie Sa­mu­els­son mit sei­nem ty­pi­schen Schwe­den­rot weit über die Fel­der hin­weg. An der Rück­sei­te, vom klei­nen Pri­vatstrand aus, führt ei­ne Lei­ter di­rekt ins Was­ser. „So le­ben zu kön­nen, ist der pu­re Lu­xus“, ist sich Fe­li­cia be­wusst. Kein Wun­der, dass im Som­mer im­mer vie­le Freun­de vor­bei­kom­men. Nicht sel­ten mün­den die Ba­de­nach­mit­ta­ge in ei­nem gro­ßen Fest im Gar­ten, der ge­nü­gend Platz da­für bie­tet. Seit et­wa ei­nem Jahr kann die Fa­mi­lie die Vor­zü­ge ih­res Do­mi­zils ge­nie­ßen – nach ei­ner um­fang­rei­chen Sa­nie­rung und Er­wei­te­rung. Ur­sprüng­lich ge­hör­te das 1890 er­bau­te Haus Ni­clas’ Groß­el­tern, be­vor er es über­nahm. Zu­sam­men mit sei­nen El­tern, sei­ner jün­ge­ren Schwes­ter und der Groß­mut­ter wuchs er hier auf. „Die Kü­che war ziem­lich dun­kel, ob­wohl mei­ne El­tern das Haus 1980 schon ein- mal re­no­vie­ren lie­ßen“, er­zählt er. Jetzt wirkt sie dank der hel­len Mö­bel groß und freund­lich, ver­strömt aber den­noch ein nost­al­gi­sches Flair. Das war dem Paar wich­tig: Kei­nen mo­der­nen Neu­bau zu er­schaf­fen, son­dern den Cha­rak­ter des Hau­ses zu er­hal­ten. Wo im­mer es mög­lich war, lie­ßen sie Ur­sprüng­li­ches be­ste­hen, wie et­wa die Holz­die­len im Wohn­zim­mer, frei­lie­gen­de Bal­ken im Dach­ge­schoss oder auch Tü­ren, zum Bei­spiel zur Gäs­te-

Toi­let­te, die dank ih­rer Holz­schnit­ze­rei­en be­son­ders schön ist. Zu­sam­men mit dem ge­müt­li­chen Wohn­zim­mer ne­ben­an und der licht­durch­flu­te­ten Ein­gangs­hal­le ist die Kü­che ei­ner der Lieb­lings­plät­ze, an de­nen sich Ni­clas mit sei­ner Frau und dem Nach­wuchs auf­hält. Fe­li­cia nickt. „Mit zwei klei­nen Kin­dern braucht man ein­fach ei­ne hel­le, kom­for­ta­ble Kü­che, das er­leich­tert das Le­ben deut­lich“, sagt sie. Das Wohn­zim­mer er­reicht man durch die Ein­gangs­hal­le, die im Zu­ge der Haus­er­wei­te­rung ent­stand. Durch die vie­len gro­ßen Fens­ter ist das ge­sam­te Erd­ge­schoss strah­lend hell. Die vor­wie­gend wei­ßen Wän­de, Mö­bel und Flie­sen im Haus un­ter­strei­chen das lich­te Am­bi­en­te. Hier und da set­zen klei­ne Ac­ces­soires aus ver­gan­ge­nen Zei­ten an­ti­ke Ak­zen­te in dem über­wie­gend mo­der­nen Land­haus-In­te­ri­eur und ver­lei­hen ihm ei­ne per­sön­li­che No­te. Ins­ge­samt sind die Sa­mu­els­sons sehr zu­frie­den mit dem Er­geb­nis der Um­bau­ar­bei­ten. „Wir ha­ben uns ei­ne klei­ne Vil­la er­schaf­fen, in der wir uns al­le sehr wohl füh­len“, re­sü­miert Fe­li­cia. Auch vom Bad im ers­ten Stock ist das Paar be­geis­tert. Aus ei­nem Mi­ni-Raum ent­stand ei­ne weit­läu­fi­ge Well­ness-Oa­se mit gro­ßer Ba­de­wan­ne und Dop­pel­du­sche. „Das Ba­de­zim­mer stand am An­fang der Re­no­vie­rung ganz oben auf un­se­rer Prio­ri­tä­ten­lis­te“, sagt Fe­li­cia lä­chelnd. Wenn sie oder Ni­clas ein­mal

das Be­dürf­nis ha­ben, sich aus dem Fa­mi­li­en­tru­bel zu­rück­zu­zie­hen, ist es genau der rich­ti­ge Ort da­für. „Be­son­ders im Win­ter ge­nie­ße ich es, im war­men Schaum­bad zu lie­gen und mei­nen Blick über die ver­schnei­te Land­schaft schwei­fen zu las­sen“, schwärmt Fe­li­cia. Wäh­rend der Re­no­vie­rung wohn­te die Fa­mi­lie in ei­nem klei­nen Ne­ben­ge­bäu­de auf dem Grund­stück, das mit ei­ner klei­nen Kü­che und ei­nem Bad aus­ge­stat­tet ist. „Das war sehr prak­tisch. Wir muss­ten nicht ki­lo­me­ter­weit fah­ren, son­dern wa­ren gleich vor Ort, wenn schnell Ent­schei­dun­gen ge­fällt wer­den muss­ten“, er­klärt Ni­clas. Wahr­schein­lich des­halb war der Um­bau schon nach we­ni­gen Mo­na­ten fer­tig. Viel­leicht auch, weil sich Fe­li­cia und Ni­clas seit der Stu­di­en­zeit an der Uni­ver­si­tät für An­ge­wand­te Wis­sen­schaf­ten in Stockholm ken­nen und ein gu­tes Team sind. Lan­ge Jah­re wa­ren sie nur Freun­de, aber bei ei­nem Jahr­gangs­tref-

fen vor sie­ben Jah­ren funk­te es. Da hat­te Ni­clas – nach­dem die El­tern nur rund ei­nen Ki­lo­me­ter ent­fernt auf ei­ne Farm ge­zo­gen wa­ren – das Haus der Groß­el­tern be­reits über­nom­men und Fe­li­cia zö­ger­te nicht lan­ge, zu ihm zu zie­hen. „Ich bin in Stockholm auf­ge­wach­sen, aber ich wuss­te im­mer, dass ich ein­mal aufs Land zie­hen möch­te, wenn ich Kin­der ha­be“, er­zählt sie la­chend. Wäh­rend Ni­clas auf der Farm sei­ner El­tern ar­bei­tet, wo die ge­mein- sa­me Eventagen­tur un­ter­ge­bracht ist, hat Fe­li­cia gera­de ih­re Aus­bil­dung zur Kin­der­kran­ken­schwes­ter be­en­det. „Ich woll­te ei­gent­lich im­mer et­was mit Pfer­den ma­chen, aber da­zu ist es nie ge­kom­men“, sagt sie, wäh­rend der acht Mo­na­te al­te Ol­le auf ih­ren Kni­en juchzt. Doch sie ist über­glück­lich. „Ob­wohl wir weit­ab von ei­ner Gr0ß­stadt le­ben, ha­ben wir Kin­der­gar­ten, Schu­le und Su­per­markt nur we­ni­ge Ki­lo­me­ter ent­fernt. Bes­ser geht es nicht!“

NEU­ES KLEID Trotz Mo­der­ni­sie­rung hat das Schwe­den­haus aus dem 19. Jahr­hun­dert nichts von sei­nem nost­al­gi­schen Charme ein­ge­büßt.

RELIKTE Ka­chel­ofen und Mo­ra-Uhr hat Fe­li­cia von ih­rer Groß­mut­ter ge­erbt. Sie har­mo­nie­ren gut mit dem an­sons­ten mo­der­nen In­te­ri­eur.

GE­MÜT­LICH Im Wohn­zim­mer sorgt der Ori­gi­nal-Holz­fuß­bo­den für ei­ne hei­me­li­ge At­mo­sphä­re. Die Kin­der ha­ben ih­ren ei­ge­nen Ses­sel.

Der gro­ße Tisch wird oft für ge­müt­li­che Fes­te mit Freun­den ge­nutzt. Ein Fens­ter aus dem Gar­ten­haus dient als Wand-De­ko. PARTYZONE

Coun­try-Style wird hier durch die Land­haus­kü­che mit weiß la­ckier­tem Bo­den und schwar­zen Farb­tup­fern neu in­ter­pre­tiert. IN­DI­VI­DU­ELL

Til­de liebt es, auf dem Bett zu hop­sen. Die Patch­work-De­cke hat Ma­ma ge­näht. SCHÖN BUNT

Fe­li­cia spielt mit Ol­le auf ei­ner Bank, die das Paar aus zwei Stüh­len selbst fer­tig­te. KREA­TIV

Die gro­ßen Fens­ter mit Blick auf den Gö­ta Ka­nal und Fel­der ma­chen ein Schaum­bad zum be­son­de­ren Spa-Er­leb­nis. BAD MIT AUS­SICHT

Im Schlaf­zim­mer blie­ben die Holz­bal­ken wie sie wa­ren. Zu­sam­men mit der ho­hen De­cke ent­steht so ei­ne Art ‘Scheu­nen-Flair’. NA­TÜR­LICH

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