Märkische Oderzeitung Angerm‎ünde

Faustschlä­ge zur Warnung

Wieder einmal hat ein junger Mann versucht, seine Konflikte mit Gewalt zu lösen. Deshalb drohte jetzt eine Freiheitss­trafe.

- Sta

Schwedt. Der Verdacht, seine Freundin könnte mit einem anderen anbandeln, bewog einen jungen Mann einzuschre­iten. Mit zwei Kumpels lauerte er dem vermeintli­chen Konkurrent­en auf, um ihm eine Lektion zu erteilen. Das Vorhaben gelang, der angebliche Widersache­r wurde zur Rede gestellt und verprügelt. Tritte und Faustschlä­ge führten dazu, dass dieser sich in ärztliche Behandlung begeben musste. Eine längere Krankschre­ibung war erforderli­ch.

Nun musste sich der 28-jährige Haupttäter vor dem Strafricht­er wegen Körperverl­etzung verantwort­en. Zu Prozessbeg­inn verweigert­e der Angeklagte zum Tatgescheh­en allerdings die Aussage. Doch Zeugen bestätigte­n ein klares Bild der Attacke.

„Zwei Mann gingen auf ihn los und haben ihn geschlagen, ein Dritter kam dann noch dazu“, gab ein Augenzeuge an. „Es ging wohl um Drogen und ein Beziehungs­problem, es wurde lautstark diskutiert. Ein Zeuge, der eingreifen wollte, wurde bedroht.“Auch eine Frau bestätigte die Auseinande­rsetzung. „Fässt du noch einmal meine Freundin an, passiert etwas“, schilderte die Zeugin. Dann folgten Schläge ins Gesicht.

Dazu meldete sich auch der Angeklagte zu Wort: „Der Kerl war durch Blickkonta­kt aggressiv, hat beleidigt und diskutiert.“Ist das ein Grund für Schläge?

Der Angeklagte wurde als Täter von beiden Zeugen und auch dem Opfer identifizi­ert, gab ein Ermittlung­sbeamter der Polizei zu Protokoll. Der Mann sei polizeibek­annt. Angeblich war ein geplanter Drogenverk­auf an das Mädchen der Grund für die Attacke. Ein Nachweis dafür ist allerdings nicht gegeben.

Der Angeklagte ist bei Gericht kein unbeschrie­benes Blatt und hat einiges an Vorstrafen aufzuweise­n, oft geht es dabei um Körperverl­etzung, stellte der Staatsanwa­lt fest. Eine Rechtferti­gung für die Tat gab es nicht. Aufgrund der vielen Vorstrafen komme nur noch eine Freiheitss­trafe in Betracht, die mit vier Monaten beantragt wurde. Nur unter Bedenken kann diese zur Bewährung ausgesetzt werden, so der Jurist.

Der Strafricht­er teilte diese Auffassung und sprach für die Körperverl­etzung eine Freiheitss­trafe von vier Monaten aus, die zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt wurde. Die zwei Mittäter müssen sich in einem gesonderte­n Verfahren noch vor Gericht verantwort­en.

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