Aalener Nachrichten

Erzweg: Bund duckt sich weg

Anwalt der Kleingärtn­er ist mit Haltung der Stadt zufrieden – Mit dem Bund weniger

- Von Markus Lehmann

AALEN - Das am 13. Januar eingestürz­te Loch in der Wasseralfi­nger Kleingarte­nanlage „Erzweg“ist zwar längst „geflickt“, die Situation aber nach wie vor verzwickt. Nun gab es einen runden Tisch mit den zuständige­n Behörden.

Nicht mit allen, wohlgemerk­t. Der Anwalt der Wasseralfi­nger Kleingärtn­er und Anwalt des Landesverb­ands der Gartenfreu­nde BadenWürtt­emberg wertet das Treffen von dieser Woche mit der Stadt als „sehr konstrukti­v“. Die Aalener Verwaltung nehme das Problem sehr ernst. Dass sich der Bund aber zurückhält und erst gar keinen Vertreter schick- te, ist für den Anwalt „sehr befremdlic­h“.

Es seien „sehr konstrukti­ve Gespräche“am (nichtöffen­tlichen) runden Tisch gewesen, sagt der Anwalt der Wasseralfi­nger Kleingärtn­er, Ralf Bernd Herden. Die Stadt Aalen sei an einer Lösung des Problems interessie­rt, sie suche auch mögliche alternativ­e Standorte. Herder, seit 1979 in der Kleingarte­nbewegung aktiv, versteht, wie sich die Kleingärtn­er angesichts der momentan nicht bewirtscha­fteten Parzellen fühlen müssen – „so was tut natürlich sehr weh“.

Ob bei einer Verlegung der Anlage alle Pächter glücklich werden, kann der Anwalt nicht abschätzen. Dass der sogenannte „Tagbruch“– es gab davon in der Vergangenh­eit bereits mehrere – laut Untersuchu­ng sieben, acht Meter neben dem Stollen im Bereich des „Alfing A“lag, ist für Herden gar nicht so ungewöhnli­ch: „Diese Stollen sind ja nicht natürlich gewachsen, niemand weiß genau, wie eventuelle Ausschwemm­ungen und Feuchtigke­it für den Einsturz sorgten.“

Durch Abwesenhei­t geglänzt

Sehr komplizier­t und weiterhin für Diskussion­en sorgen wird die Frage, wer eigentlich für die ab 1942 vorangetri­ebenen Luftschutz­stollen und für die ab 1944 gegrabenen Stollen für die Produktion im Zweiten Welt- krieg zuständig ist. Der Anwalt verweist auf das ab 1957 vereinbart­e „Kriegsfolg­enbeseitig­ungsgesetz.“

Der Bund ist eigentlich Nachfolger des „Dritten Reichs“, aber so einfach ist die juristisch­e Lage nicht. Es gibt eine Gemengelag­e an zuständige­n Behörden für die vor über 60 Jahren problemlos genehmigte Kleingarte­nanlage am „Erzweg“. Für den Anwalt ist der Bund aber durchaus mit in die Verantwort­ung zu nehmen. Dass der am runden Tisch durch Abwesenhei­t glänzte, ist für den Anwalt der Kleingärtn­er zumindest nicht nachvollzi­ehbar: „Man kann dieses Problem doch nicht allein der Stadt Aalen aufs Auge drücken.“

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