De­bat­te über Down-Syn­drom

Bun­des­tag soll über Blut­tests auf Kran­ken­schein re­den

Aalener Nachrichten - - VORDERSEITE -

BER­LIN (sal) - Blut­tests auf DownSyn­drom werden be­reits seit 2012 in Deutsch­land an­ge­bo­ten. Sie sind kos­ten­güns­ti­ger und scho­nen­der als die Frucht­was­ser­un­ter­su­chun­gen, die in Ri­si­ko­fäl­len be­zahlt werden. Doch sol­len Blut­tests künf­tig Kas­sen­leis­tung werden? Die­se Fra­ge ist der Auf­hän­ger für hun­dert Ab­ge­ord­ne­te al­ler Frak­tio­nen im Bun­des­tag, ei­ne brei­te De­bat­te ein­zu­for­dern. Wür­den die Tests bei Schwan­ge­ren als ei­ne Art Rei­hen­un­ter­su­chung ein­ge­führt, so warn­te et­wa die frü­he­re Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­rin Ul­la Schmidt (SPD), wä­re das ein Si­gnal, dass das Down-Syn­drom ver­mie­den werden soll­te.

„Ich bin ge­gen sol­che Tests“, sag­te auch der Schau­spie­ler Se­bas­ti­an Urban­ski, der selbst das Down-Syn­drom hat, bei ei­ner Pres­se­kon­fe­renz am Frei­tag in Ber­lin. Vie­le Ab­ge­ord­ne­te se­hen die Ge­fahr ei­nes Damm­bruchs für Gen­tests al­ler Art und sor­gen sich ge­ne­rell um man­geln­de Wert­schät­zung für Be­hin­der­te.

LU­XEM­BURG (dpa) - Deutsch­land ver­län­gert sei­ne Kon­trol­len an der Gren­ze zu Ös­ter­reich für ein wei­te­res hal­bes Jahr. „Die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Auf­he­bung der Bin­nen­grenz­kon­trol­len sind der­zeit noch nicht ge­ge­ben“, sag­te In­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer (CSU) am Frei­tag. Deutsch­land und an­de­re Staa­ten sto­ßen we­gen der Grenzkontrollen im ei­gent­lich kon­troll­frei­en Schen­gen­Raum EU auf er­heb­li­chen Wi­der­stand in der EU.

See­ho­fers Mi­nis­te­ri­um be­grün­de­te die Ent­schei­dung da­mit, dass im­mer noch vie­le Mi­gran­ten von ei­nem EU-Land ins nächs­te wei­ter­zö­gen und der Au­ßen­grenz­schutz un­zu­rei­chend sei. Durch die Ver­län­ge­rung lau­fen die Kon­trol­len an der Gren­ze zu Ös­ter­reich nun bis zum 11. Mai 2019. Ein Staats­se­kre­tär in­for­mier­te die an­de­ren eu­ro­päi­schen Län­der am Frei­tag wäh­rend ei­nes Tref­fens der EU-In­nen­mi­nis­ter in Lu­xem­burg über See­ho­fers Ent­schei­dung.

Deutsch­land hat­te die Kon­trol­len an der Gren­ze zu Ös­ter­reich im Herbst 2015 ein­ge­führt, nach­dem sich Zehn­tau­sen­de Flücht­lin­ge und an­de­re Mi­gran­ten von Grie­chen­land über die Bal­kan-Rou­te auf den Weg nach We­st­eu­ro­pa ge­macht hat­ten. Der­zeit kon­trol­lie­ren fünf wei­te­re eu­ro­päi­sche Län­der zu­min­dest Tei­le ih­rer Schengen-Gren­zen: Ös­ter­reich, Schwe­den, Frank­reich, Dä­ne­mark so­wie das Nicht-EU-Land Nor­we­gen.

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