Aalener Nachrichten

Wer hat zu, wo gibt’s was?

Was die neue Co­ro­na-Ver­ord­nung des Lan­des dem Ein­zel­han­del er­laubt.

- Von Eckard Schei­de­rer Business · Aalen

- Auf den ers­ten schnel­len Blick ist am Mitt­woch­vor­mit­tag rund um den Aa­le­ner Markt­platz vom ers­ten Tag des neu­er­li­chen stren­gen Co­ro­na-Lock­downs nicht viel zu spü­ren ge­we­sen: Der Wo­chen­markt war schein­bar um­so bes­ser be­sucht, je mehr die Son­ne her­aus­kam, Pu­bli­kums­ver­kehr auch in den um­lie­gen­den Bä­cke­rei­en, Metz­ge­rei­en, Kon­di­to­rei­en oder – ein paar Ecken wei­ter – im Reichs­städ­ter Markt. Erst der Blick auf die Stra­ßen um die Mit­tags­zeit, et­wa auf die Fried­rich­stra­ße, zeig­te dann ein ganz an­de­res Bild: Es war auf­fal­lend ru­hig, denn es fehl­te al­lein je­ner teils ge­wal­ti­ge Ver­kehr, der mit den Schu­len zu tun hat, et­wa mit der Men­ge an Fahr­zeu­gen, die sich tag­täg­lich vom Be­rufs­schul­zen­trum durch die Stadt er­gießt.

Wel­che Ge­schäf­te im Ein­zel­han­del bis vor­erst zum 10. Ja­nu­ar kom­plett zu sind und wel­che of­fen blei­ben dür­fen, das ist den meis­ten Men­schen im Gro­ben noch vom ers­ten Lock­down im Früh­jahr her ge­läu­fig: Le­bens­mit­te­lund Ge­trän­ke­märk­te, Di­rekt­ver­mark­ter, Metz­ge­rei­en, Bä­cke­rei­en und Kon­di­to­rei­en et­wa blei­ben auf, eben­so die Wo­chen­märk­te, Ta­fel­lä­den, Apo­the­ken, Re­form­häu­ser, Dro­ge­ri­en, Sa­ni­täts- und Or­tho­pä­die­häu­ser, Hör­ge­rä­teakus­ti­ker, Op­ti­ker, Ba­by­fach­märk­te, Tank­stel­len, Post­stel­len und Pa­ket­diens­te, Ban­ken und Spar­kas­sen so­wie Rei­se- und Kun­den­zen­tren zum Fahr­kar­ten­ver­kauf im öf­fent­li­chen Ver­kehr, Rei­ni­gun­gen und Wasch­sa­lons, der Zeit­schrif­ten­und Zei­tungs­ver­kauf, Ge­schäf­te für Tier­be­darf und Fut­ter­mit­tel­märk­te und der Groß­han­del. So ist es in der ak­tu­ell gül­ti­gen Co­ro­na-Ver­ord­nung der ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­re­gie­rung auf­ge­lis­tet. Nach der et­wa auch Christ­bäu­me wei­ter­hin ver­kauft wer­den dür­fen.

Un­si­cher­hei­ten bei den Kun­den und Ein­käu­fern blei­ben den­noch. Wie ist es et­wa mit den so­ge­nann­ten Non­Food-Be­rei­chen in den Le­bens­mit­te­lund Su­per­märk­ten, al­so all je­nen Be­rei­chen, die mit dem ei­gent­li­chen Le­bens­mit­tel­ver­kauf nichts mehr zu tun ha­ben: Tex­ti­li­en, Schreib­wa­ren, Kü­chen­und Haus­halts­wa­ren, Spiel­wa­ren, und, und, und? Die Co­ro­na-Ver­ord­nung des Lan­des re­gelt das so:

Wenn Misch­sor­ti­men­te an­ge­bo­ten wer­den, dür­fen Sor­ti­ments­tei­le, de­ren Ver­kauf nicht ge­stat­tet ist, den­noch wei­ter­hin ver­kauft wer­den, wenn der er­laub­te Sor­ti ments­teil über­wiegt. Die­se Ver­brau­cher­und Dro­ge­rie­märk­te dür­fen dann al­le Sor­ti­men­te ver­trei­ben, die sie ge­wöhn­lich auch ver­kau­fen. Dort, wo hin­ge­gen der ver­bo­te­ne Teil des Sor­ti­ments über­wiegt, darf der er­laub­te Teil al­lein wei­ter­ver­kauft wer­den, „wenn ei­ne räum­li­che Ab­tren­nung mög­lich ist“, wie es in der Ver­ord­nung des Lan­des heißt.

„Wenn wir Hin­wei­se er­hal­ten, dass Ver­stö­ße vor­lie­gen, ge­hen wir de­nen nach“,

Bau- und Gar­ten­märk­te so­wie der Bau­stoff- und Land­han­del sind nach der Ver­ord­nung für den Pu­bli­kums­ver­kehr eben­falls ge­schlos­sen. „Zu­läs­sig sind aus­schließ­lich Lie­fer­diens­te, ein­schließ­lich sol­cher des On­line-Han­dels, so­wie der Ver­kauf von Weih­nachts­bäu­men an Pri­vat­kun­den, so­fern die­ser nicht in ge­schlos­se­nen Räu­men statt­fin­det“, heißt es in der ak­tu­el­len Co­ro­na-Ver­ord­nung wei­ter. Zu­läs­sig ist dem­nach auch die Ein­rich­tung ei­nes Ab­hol­ser­vices für ge­werb­li­che Kun­den und Land­wir­te, „so­fern für

sagt die Pres­se­spre­che­rin der Stadt Aa­len, Ka­rin Ha­isch.

de­ren aus­ge­üb­te Tä­tig­keit er­for­der­lich“. Ge­schäf­te mit ei­nem un­ter­sag­ten Sor­ti­ment, die als Ne­ben­leis­tung ei­ne Post­stel­le oder ei­nen Pa­ket­dienst be­trei­ben, dür­fen aus­schließ­lich da­für nur dann öff­nen, wenn die mit dem Be­trieb der Post­stel­le oder dem Pa­ket­dienst er­wirt­schaf­te­ten Um­sät­ze ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le spie­len.

Schließ­lich sind den Ein­zel­han­dels­be­trie­ben und Märk­ten be­son­de­re Ver­kaufs­ak­tio­nen ver­bo­ten, „die ei­nen ver­stärk­ten Zustrom von Men­schen­men­gen er­war­ten las­sen“, wie in der Ver­ord­nung steht. Al­so: Ra­batt­ak­tio­nen, Son­der­an­ge­bo­te, Räu­mungs­ver­käu­fe oder der­glei­chen – ge­stri­chen.

Über die Ein­hal­tung all die­ser Re­geln und Vor­ga­ben müs­sen die Orts­po­li­zei­be­hör­den

wa­chen, im Fal­le Aa­lens al­so das Ord­nungs­amt der Stadt. Wie bis­her kon­trol­lie­re das Ord­nungs­amt im Rah­men sei­ner Mög­lich­kei­ten die Ein­hal­tung der Ver­ord­nung, sagt die Pres­se­spre­che­rin der Stadt, Ka­rin Ha­isch, auf Nach­fra­ge der „Aa­le­ner Nach­rich­ten / Ipf- und Jagst-Zei­tung“. Und das im­mer in Ab­stim­mung mit der Po­li­zei. Schon bis­her ha­be die Stadt, so Ha­isch wei­ter, stich­pro­ben­wei­se in den Ge­schäf­ten kon­trol­liert. Gleich­zei­tig müss­ten aber auch die Un­ter­neh­men und Ge­schäfts­in­ha­ber selbst da­für Sor­ge tra­gen, dass die gel­ten­den Vor­schrif­ten ent­spre­chend um­ge­setzt wür­den. „Wenn wir Hin­wei­se er­hal­ten, dass Ver­stö­ße vor­lie­gen, ge­hen wir de­nen nach und ge­ge­be­nen­falls gibt’s dann ein Buß­geld“, sagt Ha­isch.

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FO­TO: THO­MAS SIED­LER
 ?? FO­TO: THO­MAS SIED­LER ?? Le­bens­mit­tel­märk­te wie hier in Hof­herrn­wei­ler blei­ben auch beim zwei­ten har­ten Lock­down ge­öff­net.
FO­TO: THO­MAS SIED­LER Le­bens­mit­tel­märk­te wie hier in Hof­herrn­wei­ler blei­ben auch beim zwei­ten har­ten Lock­down ge­öff­net.

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