Aalener Nachrichten

Tü­bin­ger Mo­dell als Vor­bild

Test­stra­te­gie auch in min­des­tens 25 wei­te­ren Städ­ten

- Von Lud­ger Möl­lers Coronavirus (COVID-19) · Baden-Württemberg · Baden-Württemberg · Tubingen · Democratic Republic of Congo · Austria · Italy · Ministry of Health of Germany · Jens Spahn · president of Germany · Berlin · Jan Josef Liefers · Muenster · Wirtschaft und Gesellschaft · Thomas Samuel Kuhn · Rottenburg am Neckar · Mossingen

(mö) - Ei­nen Schnell­test ab­sol­vie­ren, das ne­ga­ti­ve Er­geb­nis er­hal­ten und dann mit gu­tem Ge­wis­sen im Kreis der Fa­mi­lie Weih­nach­ten fei­ern: Kos­ten­lo­se Co­ro­naSchnell­test­ak­tio­nen, die die Tü­bin­ger No­t­ärz­tin Li­sa Fe­der­le in der Uni­ver­si­täts­stadt am Ne­ckar ein­ge­führt hat, soll es in min­des­tens 25 wei­te­ren Städ­ten in Ba­den-Würt­tem­berg am 23. und 24. De­zem­ber ge­ben. De­tails zu den lan­des­wei­ten Schnell­tests will das So­zi­al­mi­nis­te­ri­um in den nächs­ten Ta­gen ver­öf­fent­li­chen.

Ei­ne wei­te­re er­folg­rei­che Maß­nah­me der Tü­bin­ger Test­stra­te­gie im Schutz für al­te Men­schen, re­gel­mä­ßi­ge Tests für das Pfle­ge­per­so­nal in Al­ten­und Pfle­ge­hei­men und Schnell­tests für je­den Be­su­cher, soll bun­des­weit um­ge­setzt wer­den. Da­mit war der Aus­bruch der Pan­de­mie in Tü­bin­ger Ein­rich­tun­gen weit­ge­hend ver­mie­den wor­den.

Als Kind hat­te Li­sa Fe­der­le ei­nen Be­rufs­wunsch: „Ich woll­te im­mer Mis­si­ons­ärz­tin wer­den“, er­in­nert sich die 59-Jäh­ri­ge, „da­von ha­be ich ge­träumt.“Ei­nen Teil des Traums hat sie wahr ge­macht, ist Me­di­zi­ne­rin ge­wor­den, ar­bei­tet heu­te als Ärz­tin in Tübingen. Den an­de­ren Teil des Traums, ih­ren mis­sio­na­ri­schen We­sens­zug, lebt sie nicht in fer­nen Län­dern, son­dern eben­falls in Tübingen aus. Im Co­ro­na-Jahr heißt die Her­aus­for­de­rung, ih­re Mis­si­on: „Wir ret­ten Weih­nach­ten und ar­bei­ten dar­an, dass aus der Stil­len Nacht kei­ne ein­sa­me Nacht wird: Dar­um bie­ten wir kos­ten­lo­se Schnell­tests an.“Je­der, der sich tes­ten lässt, kön­ne mit ei­nem ne­ga­ti­ven Tes­t­er­geb­nis gu­ten Ge­wis­sens Weih­nach­ten mit der Fa­mi­lie fei­ern: „Groß­el­tern kön­nen ih­re Kin­der und En­kel ein­la­den, En­kel und Kin­der kön­nen Oma und Opa be­su­chen“, be­schreibt Fe­der­le ihr Ziel, „aber sie müs­sen im­mer die AHA-Re­geln be­ach­ten, al­so Ab­stand hal­ten, Hy­gie­ne be­ach­ten und Mas­ke tra­gen!“In der Uni­ver­si­täts­stadt am Ne­ckar bie­tet Fe­der­le mit ih­rem Team vom DRK die kos­ten­lo­sen Co­ro­na-Schnell­tests in ei­nem Arzt­mo­bil, ei­nem zur mo­bi­len Arzt­pra­xis um­ge­bau­ten Wohn­mo­bil, seit fast vier Wo­chen be­reits mit gro­ßem Er­folg an. Bald soll es sie lan­des­weit ge­ben: Am 23. und 24. De­zem­ber kann man sich in min­des­tens 25 wei­te­ren Städ­ten in Ba­denWürt­tem­berg tes­ten las­sen und da­mit er­mög­li­chen, Groß­el­tern und an­de­re Ver­wand­te an Weih­nach­ten sor­gen­frei­er zu be­su­chen. Das Land stellt hier­für min­des­tens 50 000 Schnell­tests aus ei­ner Not­re­ser­ve zur Ver­fü­gung.

Fe­der­le hat Er­fah­rung dar­in, Hil­fe schnell und ef­fek­tiv zu or­ga­ni­sie­ren: 2015 ent­wi­ckel­te sie die Idee, ei­ner „rol­len­den Arzt­pra­xis“, um Ge­flüch­te­te in ih­ren Un­ter­künf­ten ver­sor­gen zu kön­nen. „Das war der ers­te Ein­satz des Arzt­mo­bils“, er­in­nert sich die Ärz­tin, „spä­ter ha­ben wir an­de­ren Be­dürf­ti­gen mit der mo­bi­len Sprech­stun­de ge­hol­fen, dar­un­ter Be­woh­nern ei­nes Ob­dach­lo­sen­heims.“Kurz nach Aus­bruch der Co­ro­na-Pan­de­mie, als noch nie­mand ei­ne Test­stra­te­gie für nö­tig hielt, folg­te der nächs­te Ein­satz des Fahr­zeugs als mo­bi­le Co­ro­na-Test­stel­le: „Zu­nächst für Men­schen, die bei­spiels­wei­se aus Ös­ter­reich zu­rück­ka­men“, sagt Fe­der­le. Dann fuhr sie zu Pfle­ge­ein­rich­tun­gen.

Denn: „Ei­nem wirk­sa­men Schutz der vul­nera­blen Grup­pen – al­so ge­ra­de auch der Be­woh­ne­rin­nen und Be­woh­ner von Al­ten­und Pfle­ge­ein­rich­tun­gen – muss in der Co­ro­na-Pan­de­mie obers­te Prio­ri­tät zu­kom­men.“

Vor und kurz nach dem Start mit dem Arzt­mo­bil wur­den Fe­der­le und ihr eh­ren­amt­lich ar­bei­ten­des DRKTeam noch be­lä­chelt: Flä­chen­de­cken­de Tests oh­ne Ver­dacht auf ei­ne Co­ro­na-In­fek­ti­on wa­ren im März oder April in Al­ten- und Pfle­ge­hei­men noch nicht vor­ge­se­hen. „Doch nach­dem wir di­rekt im ers­ten Heim 17 po­si­ti­ve Per­so­nen ge­tes­tet ha­ben, wur­de uns klar: Ver­hält­nis­se wie in Ita­li­en darf und wird es bei uns nicht ge­ben“, er­in­nert sich Fe­der­le, „ei­ne Test­stra­te­gie für Hei­me und äl­te­re Men­schen muss­te ent­wi­ckelt wer­den.“Kon­kret hieß dies: „Wir ha­ben mit dem Arzt­mo­bil die Hei­me re­gel­mä­ßig ge­tes­tet.“Im­mer wie­der weist Fe­der­le im Ge­spräch auf das Ziel hin: „Wenn äl­te­re Men­schen vor Co­vid-19 be­hü­tet wer­den, dann aber de­pres­siv wer­den oder ster­ben, hat das kei­nen Sinn.“Ih­re Ge­gen­stra­te­gie: „Es ist wich­tig, so zu tes­ten, dass Vul­nerable nicht iso­liert wer­den, wir dür­fen die Hei­me nicht iso­lie­ren!“

Als im Mai nach­ein­an­der das Stutt­gar­ter So­zi­al­mi­nis­te­ri­um und dann auch Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) prä­ven­ti­ve und flä­chen­de­cken­de Tests in Pfle­ge­hei­men an­kün­dig­ten und auch ei­ne Fi­nan­zie­rungs­zu­sa­ge ga­ben, wa­ren im Land­kreis Tübingen al­le 1349 Be­woh­ner und 1441 Mit­ar­bei­ter der 29 Pfle­ge­ein­rich­tun­gen be­reits ge­tes­tet.

Im Sep­tem­ber lach­te nie­mand mehr. Nach und nach er­fuhr das Tü­bin­ger Mo­dell An­er­ken­nung. Sie han­de­le im­mer wie­der vor­aus­schau­end, um an­de­ren zu hel­fen, be­grün­de­te Bun­des­prä­si­dent Fran­kWal­ter St­ein­mei­er, als er Fe­der­le das Bun­des­ver­dienst­kreuz ver­lieh: „Men­schen wie Li­sa Fe­der­le bil­den den Kitt in un­se­rer Ge­sell­schaft – und das nicht nur in Kri­sen­zei­ten“, lob­te das Staats­ober­haupt.

Im Ok­to­ber, recht­zei­tig vor Be­ginn der zwei­ten Co­ro­na-Wel­le, be­sorg­te Fe­der­le für 100 000 Eu­ro Schnell­tests, um Pfle­ge­kräf­te im 14-Ta­ge-Rhyth­mus und Be­su­cher vor ih­rer Vi­si­te zu tes­ten. Für die Fi­nan­zie­rung die­ser Ak­ti­on ge­wann sie die Bür­ger­meis­ter im Land­kreis Tübingen, der Se­nio­ren­rat ver­teil­te die Tests, lern­te die Pfle­ge­kräf­te in der rich­ti­gen An­wen­dung ein. Der Er­folg: Wäh­rend an­dern­orts Hei­me ge­schlos­sen wer­den muss­ten, wur­de in Tübingen bis zum ver­gan­ge­nen Mitt­woch kein ein­zi­ger In­fek­ti­ons­fall in den Pfle­ge­ein­rich­tun­gen re­gis­triert. Am Mon­tag die­ser Wo­che hieß es, 26 Be­woh­ner und elf Pfle­ge­kräf­te sei­en in­fi­ziert. In ei­nem Heim sei­en die Schnell­tests nicht ein­ge­setzt wor­den, sag­te Ober­bür­ger­meis­ter Bo­ris Pal­mer (Grü­ne) der „Schwä­bi­schen Zei­tung“: „Ob­wohl es mehr­fach In­fek­tio­nen bei den Pfle­ge­kräf­ten gab, hat die Bar­rie­re, die wir durch die re­gel­mä­ßi­gen Schnell­tests er­rich­tet ha­ben, in den meis­ten Fäl­len ge­hal­ten. Lei­der war das Netz nicht eng­ma­schig ge­nug, denn wir konn­ten die Tests nicht ver­pflich­tend an­ord­nen.“

No­t­ärz­tin Li­sa Fe­der­le

Doch ganz of­fen­sicht­lich hat die in Tübingen ent­wi­ckel­te Test­stra­te­gie Auf­merk­sam­keit auch in Ber­lin auf sich ge­zo­gen: In den Be­schlüs­sen der Kanz­le­rin und der Mi­nis­ter­prä­si­den­ten sind für Al­ten- und Pfle­ge­hei­me so­wie mo­bi­le Pfle­ge­diens­te be­son­de­re Schutz­maß­nah­men vor­ge­se­hen. Der Bund un­ter­stützt sie mit me­di­zi­ni­schen

Schutz­mas­ken und durch die Über­nah­me der Kos­ten für Schnell­tests. Die Län­der wer­den ei­ne ver­pflich­ten­de Te­s­tung mehr­mals pro Wo­che für das Per­so­nal in den Al­ten­und Pfle­ge­ein­rich­tun­gen an­ord­nen. In Re­gio­nen mit er­höh­ter In­zi­denz soll der Nach­weis ei­nes ak­tu­el­len ne­ga­ti­ven Co­ro­na-Tests für die Be­su­cher ver­bind­lich wer­den.

Zu­rück zu Li­sa Fe­der­le. Mit 17 ver­lässt sie die Schu­le und wird zum ers­ten Mal Mut­ter, der Sohn ist heu­te 41 Jah­re alt. Zwei Jah­re spä­ter be­steht sie den Haupt­schul­ab­schluss und be­kommt ihr zwei­tes Kind, ei­ne Toch­ter. Jobs als Kell­ne­rin und als Wir­tin fol­gen. Das drit­te Kind, wie­der ein Bub, kommt 1988 auf die Welt: Da­mals steht sie im Abitur. Das vier­te Kind, eben­falls ein Sohn, wird 1994 ge­bo­ren, als Fe­der­le Me­di­zin stu­diert. Als vier­fa­che Mut­ter, in der ei­ge­nen Pri­vat­arzt­pra­xis tä­tig, lernt man, sich und an­de­re zu or­ga­ni­sie­ren. Nicht nur das: „Als No­t­ärz­tin bin ich es auch ge­wohnt, schnell ent­schei­den zu müs­sen.“

Im Ge­spräch wird wei­ter klar: Die Frau ver­fügt nicht nur über ein her­vor­ra­gen­des Netz­werk in Rich­tung Po­li­tik, Wirt­schaft und Ge­sell­schaft, sie nutzt es auch für ih­re Mis­si­on. Ein Bei­spiel: Jan Jo­sef Lie­fers, vor al­lem be­kannt als Müns­te­ra­ner „Tat­ort“-Rechts­me­di­zi­ner Prof. Dr. Dr. Karl-Fried­rich Bo­er­ne. Fe­der­le be­rich­tet: „Lie­fers und ich sind pri­vat be­freun­det. Un­ser Arzt­mo­bil ge­fällt ihm so gut, dass er die Schirm­herr­schaft da­für über­nom­men hat.“

Ist sie selbst von ei­ner Idee über­zeugt, über­zeugt sie schnell an­de­re: So hat sie in Schla­ger­sän­ger Die­ter-Tho­mas Kuhn ei­nen pro­mi­nen­ten Mit­strei­ter an ih­rer Sei­te. Mit ei­nem sei­ner Band-Kol­le­gen hat der 55-Jäh­ri­ge das Pla­kat für die Kam­pa­gne „Stil­le Nacht, ein­sa­me Nacht? Muss nicht sein!“ent­wi­ckelt. „Das ist ei­ne gu­te Sa­che. Ich bin fast je­des Mal da­bei“, sagt der ge­bür­ti­ge Tü­bin­ger. Und in So­zi­al­mi­nis­ter Man­fred Lu­cha (Grü­ne) hat Fe­der­le mitt­ler­wei­le ei­nen der wich­tigs­ten po­li­ti­schen Ent­schei­der im Land von der Ak­ti­on über­zeu­gen kön­nen: Er wird am Mor­gen des 24. De­zem­ber nach Tübingen kom­men.

Lu­cha sagt heu­te be­reits: „Li­sa Fe­der­le ist ei­ne Pio­nie­rin der auf­su­chen­den Hil­fe und setzt sich auf be­wun­derns­wer­te Wei­se seit Lan­gem für die Schwächs­ten in un­se­rer Ge­sell­schaft ein. Mit ih­rem neu­es­ten eh­ren­amt­lich auf die Bei­ne ge­stell­ten Pro­jekt, der kos­ten­lo­sen

Co­ro­na-Schnell­test-Ak­ti­on ,Stil­le Nacht, ein­sa­me Nacht? Muss nicht sein!’ im Land­kreis Tübingen, stellt sie ein­mal mehr ein­drucks­voll un­ter Be­weis, was eh­ren­amt­li­ches En­ga­ge­ment be­we­gen kann.“

Blo­ße Po­li­ti­ker­pro­sa? Fe­der­le freut sich über das Lob, vor al­lem aber freut sie sich über die me­di­zi­nisch nach­weis­ba­ren Er­fol­ge, die mit dem Arzt­mo­bil auf den Markt­plät­zen in Tübingen, Rot­ten­burg und Mös­sin­gen er­zielt wer­den: „Zwei bis vier Pro­zent der Ge­tes­te­ten sind po­si­tiv“, be­rich­tet sie, ,,das heißt: Wenn bis zu 200 Per­so­nen an ei­nem Tag im Arzt­mo­bil ge­tes­tet wer­den, ha­ben wir acht Per­so­nen, die eben kei­nen Ver­wand­ten­be­such ma­chen und auch nie­man­den an­ste­cken kön­nen.“Acht In­fek­ti­ons­ket­ten sei­en dann ge­bro­chen.

In Tübingen ist Fe­der­le nicht al­lei­ne. In Land­rat Joa­chim Wal­ter und Ober­bür­ger­meis­ter Bo­ris Pal­mer hat die Ärz­tin Mit­strei­ter, die ne­ben der Test­stra­te­gie in Pfle­ge­ein­rich­tun­gen und Schnell­tests auf Markt­plät­zen auf die Ver­nunft der Men­schen set­zen. Mit Er­folg: Der An­teil der über 65-Jäh­ri­gen an den In­fi­zier­ten liegt in der Uni­ver­si­täts­stadt bei et­wa zehn Pro­zent und da­mit weit un­ter dem Bun­des­wert. In sei­nem „Tü­bin­ger Ap­pell“hat­te Pal­mer Se­nio­ren ge­be­ten, an­ge­sichts der stei­gen­den Co­ro­naIn­fek­ti­ons­zah­len den Stadt­bus nicht zu nut­zen und aufs Fahr­rad oder auf das be­reits seit April zur Ver­fü­gung ste­hen­de An­ruf­sam­mel­ta­xi zum Stadt­bus-Preis um­zu­stei­gen. Zu­dem wer­den jun­ge Men­schen auf­ge­ru­fen, zwi­schen 9.30 und 11.00 Uhr nicht ein­kau­fen zu ge­hen und die­se Zeit den Se­nio­ren zu über­las­sen. Au­ßer­dem sind schon früh al­le über 65Jäh­ri­gen in Tübingen kos­ten­los mit hoch­wer­ti­gen FFP2-Mas­ken ver­sorgt wor­den. Beim Lan­des­se­nio­ren­rat war Pal­mers Ap­pell zum Bus-Ver­zicht auf Kri­tik ge­sto­ßen.

Im Ge­spräch mit der „Schwä­bi­schen Zei­tung“ver­tei­dig­te Pal­mer sei­nen Auf­ruf er­neut: „Mit Blick auf Ita­li­en sa­hen wir schon im März, dass 85 Pro­zent der Co­ro­na-Op­fer al­te Men­schen wa­ren.“In der öf­fent­li­chen De­bat­te ha­be er „Prü­gel be­zo­gen“. Nach wie vor se­he er in sei­nem Ap­pell kei­ne Aus­gren­zung von Se­nio­ren. „Wir müs­sen uns ein­fach klar­ma­chen: Bei Men­schen über 80 gab es 500-mal mehr To­des­fäl­le als bei de­nen un­ter 40. Die­ses Vi­rus ist ex­trem al­ters­dis­kri­mi­nie­rend. Dar­über kla­gen nutzt nichts“, sag­te der Grü­nen­Po­li­ti­ker: „Au­ßer­dem ha­be ich nicht den Ein­druck, dass beim Ein­kau­fen die wich­ti­gen so­zia­len Kon­tak­te ab­lau­fen.“Man müs­se die Chan­ce nut­zen, die In­ten­siv­sta­tio­nen vor Über­las­tung zu be­wah­ren, in­dem man vor al­lem den Äl­te­ren da­bei hel­fe, sich vor Co­ro­na zu schüt­zen. „Ap­pel­le und An­ge­bo­te iso­lie­ren nie­man­den.“

Pal­mer plä­diert ein­dring­lich für mehr Tests. So kön­ne man die sym­ptom­lo­sen Über­trä­ger iden­ti­fi­zie­ren. „Schnell­tests gibt es ge­nug.“Er lobt die Ak­ti­on auf dem Markt­platz, für die Fe­der­le im Ok­to­ber Schnell­tests be­sorg­te und das DRK von der Vor­fi­nan­zie­rung in Hö­he von 110 000 Eu­ro über­zeug­te: „So kann man un­mit­tel­bar vor dem Be­such bei den be­tag­ten Ver­wand­ten si­cher­stel­len, dass man ih­nen nicht den Tod bringt.“Fe­der­le bringt ih­re Sor­ge vor al­lem um al­te Men­schen auf den Punkt: „Wir wol­len er­rei­chen, dass sich zum Bei­spiel die al­ten Freun­din­nen, die sich lan­ge nicht ge­se­hen ha­ben, be­su­chen kön­nen: De­nen wol­len wir die Angst neh­men.“

„Ver­hält­nis­se wie in Ita­li­en darf und wird es bei uns nicht ge­ben.“

„Die­ses Vi­rus ist ex­trem al­ters­dis­kri­mi­nie­rend.“

Der Tü­bin­ger Obe­brür­ger­meis­ter Bo­ris Pal­mer

 ?? FO­TO: TOM WELLER/DPA ?? Schla­ger­sän­ger Die­ter Tho­mas Kuhn und die Tü­bin­ger No­t­ärz­tin Li­sa Fe­der­le tra­gen ein Pla­kat mit der Auf­schrift „Stil­le Nacht Ein­sa­me Nacht? Muss nicht sein!“auf dem Rat­haus­platz. Kuhn un­ter­stützt die kos­ten­lo­se Co­ro­naSchnell­test­ak­ti­on der Tü­bin­ger No­t­ärz­tin. Die Ak­ti­on soll lan­des­weit aus­ge­wei­tet wer­den.
FO­TO: TOM WELLER/DPA Schla­ger­sän­ger Die­ter Tho­mas Kuhn und die Tü­bin­ger No­t­ärz­tin Li­sa Fe­der­le tra­gen ein Pla­kat mit der Auf­schrift „Stil­le Nacht Ein­sa­me Nacht? Muss nicht sein!“auf dem Rat­haus­platz. Kuhn un­ter­stützt die kos­ten­lo­se Co­ro­naSchnell­test­ak­ti­on der Tü­bin­ger No­t­ärz­tin. Die Ak­ti­on soll lan­des­weit aus­ge­wei­tet wer­den.
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FO­TO: TOM WELLER/DPA Die Tü­bin­ger No­t­ärz­tin Li­sa Fe­der­le hat die Co­ro­na-Schnell­test­sta­ti­on in­iti­iert.
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FO­TO: IM­A­GO IMAGES Das Arzt­mo­bil ist im Land­kreis Tübingen un­ter­wegs und bie­tet kos­ten­lo­se Co­ro­na-Tests an.

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