Aalener Nachrichten

Co­ro­na-Schnell­tests kom­men flä­chen­de­ckend

Süd­wes­ten plant 150 Stand­or­te – Impf­fahr­plan steht – 770 neue To­des­fäl­le

- Von St­ef­fi Dob­mei­er und dpa Coronavirus (COVID-19) · Baden-Württemberg · Baden-Württemberg · Stuttgart · Ministry of Health of Germany · Jens Spahn · Germany · European Union · Robert Koch Institute · Karl Lauterbach · Tubingen · FC Bayern Munich · Bavaria · Free State

(lsw/AFP/sz) Ba­den-Würt­tem­berg will die Co­ro­na-Schnell­tests vor Weih­nach­ten flä­chen­de­ckend im gan­zen Land an­bie­ten. Das teil­te das So­zi­al­mi­nis­te­ri­um am Don­ners­tag in Stutt­gart mit. Dem­nach kön­nen sich die Men­schen an 150 Stand­or­ten in mehr als 120 Städ­ten und Ge­mein­den auf das Co­ro­na­vi­rus tes­ten las­sen. Das Land stellt da­für 80 000 Schnell­tests zur Ver­fü­gung. Ge­plant ist die Ak­ti­on für den 23. und 24. De­zem­ber.

Die kos­ten­lo­sen Schnell­tests sol­len vor den Fei­er­ta­gen er­mög­li­chen, dass sich Fa­mi­li­en oh­ne Sor­gen tref­fen kön­nen. „Wir wol­len mit der Ak­ti­on er­rei­chen, dass kein Mensch das Weih­nachts­fest ein­sam und al­lei­ne ver­brin­gen muss“, sag­te Ge­sund­heits­mi­nis­ter Man­fred Lu­cha.

Die Ak­ti­on mit dem Na­men „Stil­le Nacht, ein­sa­me Nacht? Muss nicht sein!“, über die die „Schwä­bi­sche Zei­tung“vor­ab be­rich­tet hat­te, rich­tet sich laut So­zi­al­mi­nis­te­ri­um vor al­lem an An­ge­hö­ri­ge von Ri­si­ko­grup­pen wie et­wa Groß­el­tern und Per­so­nen mit Vo­r­er­kran­kun­gen. Al­le Stand­or­te und Sta­tio­nen für die Tests sind im In­ter­net ab­ruf­bar un­ter www.schwä­bi­sche.de/schnell­tests.

Zu den ers­ten ge­plan­ten Imp­fun­gen gab Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) am Don­ners­tag De­tails be­kannt. In Deutsch­land sol­len dem­nach ab dem 27. De­zem­ber zu­nächst über 80-Jäh­ri­ge und Men­schen in Pfle­ge­hei­men die Mög­lich­keit zur Imp­fung be­kom­men. Auch im Rest der EU soll es am 27., 28. oder 29. De­zem­ber mit den Imp­fun­gen los­ge­hen.

Die Zahl der Co­ro­na-Neu­in­fek­tio­nen in Deutsch­land stieg un­ter­des­sen wei­ter an. Das Ro­bert-Koch-In­sti­tut (RKI) gab mehr als 30 000 neue Fäl­le in­ner­halb ei­nes Tages an. Au­ßer­dem wur­den 771 neue To­des­fäl­le ge­mel­det. Spahn sprach von „sehr, sehr“ho­hen Zah­len, die in den kom­men­den Ta­gen wohl in die­ser Grö­ßen­ord­nung blei­ben wür­den.

Der SPD-Ge­sund­heits­ex­per­te Karl Lau­ter­bach mach­te we­nig Hoff­nung auf ein bal­di­ges En­de des Lock­downs in Deutsch­land. Er hal­te es für fast aus­ge­schlos­sen, dass bis zum 10. Ja­nu­ar die „Zielin­zi­denz“von un­ter 50 Neu­in­fek­tio­nen pro 100 000 Ein­woh­nern er­reicht wer­de, sag­te er der „Welt“. „Da­her ge­he ich fest von ei­ner Ver­län­ge­rung des Lock­downs aus.“

- An rund 150 Stand­or­ten in über 120 Städ­ten und Ge­mein­den in Ba­den-Würt­tem­berg kön­nen sich Men­schen vor Weih­nach­ten kos­ten­los auf das Co­ro­na­vi­rus tes­ten las­sen. Das teil­te das So­zi­al­mi­nis­te­ri­um in Stutt­gart am am Don­ners­tag mit. Das Land stellt da­für 80 000 Schnell­tests zur Ver­fü­gung. Ge­plant sind sie für den 23. und 24. De­zem­ber.

Die kos­ten­lo­sen Schnell­tests sol­len vor den Fei­er­ta­gen er­mög­li­chen, dass sich Fa­mi­li­en oh­ne Be­den­ken tref­fen kön­nen. „Wir wol­len mit der Ak­ti­on er­rei­chen, dass kein Mensch das Weih­nachts­fest ein­sam und al­lei­ne ver­brin­gen muss“, sag­te Ge­sund­heits­mi­nis­ter Man­fred Lu­cha (Grü­ne) am Don­ners­tag in Stutt­gart.

Die Ak­ti­on mit dem Na­men „Stil­le Nacht, ein­sa­me Nacht? Muss nicht sein!“rich­tet sich laut Mi­nis­te­ri­um in ers­ter Li­nie an An­ge­hö­ri­ge von Ri­si­ko­grup­pen, zu de­nen et­wa Groß­el­tern und Per­so­nen mit Vo­r­er­kran­kun­gen zäh­len.

Lu­cha ap­pel­lier­te zu­gleich an die Bür­ger, ver­ant­wor­tungs­be­wusst mit dem An­ge­bot um­zu­ge­hen. „Ein­ge­la­den zur Te­s­tung sind nur all je­ne, die an Hei­lig­abend und den Weih­nachts­fei­er­ta­gen al­te oder kran­ke An­ge­hö­ri­ge be­su­chen möch­ten, die sonst ein­sam und al­lei­ne wä­ren“, sag­te er laut Mit­tei­lung. „Wer sich für die Par­ty mit Freun­den ,frei tes­ten’ möch­te, ist hier fehl am Platz.“

Die Tü­bin­ger Not­fall­me­di­zi­ne­rin Li­sa Fe­der­le hat­te mit kos­ten­lo­sen Schnell­tests in Tü­bin­gen schon vor Wo­chen be­gon­nen. Un­ter­stützt wird sie da­bei vom Kreis­ver­band des Deut­schen Ro­ten Kreu­zes, der auch die Kos­ten der 25 000 Schnell­tests größ­ten­teils über­nimmt. Fe­der­les Ak­ti­on dien­te als Vor­bild für die nun an­ge­kün­dig­ten lan­des­wei­ten Tests in Ba­den-Würt­tem­berg. So­zi­al­mi­nis­ter Lu­cha hat­te die Ak­ti­on zu­sam­men mit Fe­der­le und den gro­ßen Ret­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen ver­ein­bart. Um­ge­setzt wer­den die Tests vor Ort vom Deut­schen Ro­ten Kreuz, dem Mal­te­ser Hilfs­dienst, der Jo­han­ni­terUn­fall-Hil­fe und dem Ar­bei­ter-Sa­ma­ri­ter-Bund, Hun­der­te eh­ren­amt­li­che Hel­fer wer­den im Ein­satz sein. Die Tests sind aus­drück­lich nicht für Bür­ger ge­dacht, die Co­ro­na-Sym­pto­me ha­ben. Be­trof­fe­ne soll­ten in die­sem Fall wei­ter­hin ei­nen Haus­arzt oder das Ge­sund­heits­amt kon­tak­tie­ren.

Der Test funk­tio­niert mit­tels ei­nes Na­sen-Ra­chen-Ab­strichs. Er ist nicht so zu­ver­läs­sig wie ein so­ge­nann­ter PCR-Test, da­für liegt das Er­geb­nis be­reits in­ner­halb von 15 bis 30 Mi­nu­ten vor. Ein ne­ga­ti­ves Tes­t­er­geb­nis be­deu­tet mit ei­ner Wahr­schein­lich­keit von 90 bis 95 Pro­zent, dass kei­ne ak­tu­el­le In­fek­ti­on vor­liegt. Ei­ne hun­dert­pro­zen­ti­ge Si­cher­heit bie­ten die Schnell­tests nicht.

Ist ein Tes­t­er­geb­nis po­si­tiv, muss man sich in Iso­la­ti­on be­ge­ben und die mög­li­che In­fek­ti­on mit ei­nem PCR-Test be­stä­ti­gen las­sen.

Ba­den-Würt­tem­berg fährt da­mit ei­ne an­de­re Test-Stra­te­gie als et­wa das Nach­bar­land Bay­ern. Wäh­rend sich im Frei­staat schon seit dem Som­mer al­le Bür­ger – auch oh­ne Sym­pto­me – kos­ten­los auf Co­ro­na tes­ten las­sen kön­nen, gibt es die­se kos­ten­lo­sen Tests der­zeit nicht für Men­schen oh­ne Sym­pto­me.

Bay­ern wird für die vie­len Tests im­mer wie­der kri­ti­siert. Un­ter an­de­rem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn hat­te un­ter Be­ru­fung auf das Ro­bert-Koch-In­sti­tut mehr­fach da­für plä­diert, die Co­ro­na-Tests stär­ker zu prio­ri­sie­ren. Zu­dem ent­ste­hen enor­me Kos­ten für den Frei­staat.

Ei­ne Über­sicht über al­le Test­sta­tio­nen fin­den Sie un­ter www.schwä­bi­sche.de/ schnell­tests

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FO­TO: SE­BAS­TI­AN GOLL­NOW/DPA So wie hier in Tü­bin­gen sol­len an rund 150 Stand­or­ten im Land vor Weih­nach­ten Men­schen kos­ten­los auf das Co­ro­na­vi­rus ge­tes­tet wer­den kön­nen.

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