Aalener Nachrichten

Welt­fuß­bal­ler

Der neue Welt­fuß­bal­ler Ro­bert Le­wan­dow­ski hat ei­ne er­staun­li­che Wand­lung zum Te­am­play­er hin­ter sich

- Von Patrick Stras­ser Sports · FC Bayern Munich · Bavaria · Sidney L. Stürmer · Robert Lewandowski · FIFA · Lionel Messi · Cristiano Ronaldo · Ronaldo · Jürgen Klopp · Manuel Neuer · Leuven · German Football Association · DFB-Pokal · Robert I of Scotland · Wolfsburg · Arjen Robben · Niko Kovač · Thomas Müller · David Alaba · David, Panama · Joshua Kimmich · Morgause

FC Bay­ern-Stür­mer Ro­bert Le­wan­dow­ski (Fo­to: St­a­che/AFP) ist zum Welt­fuß­bal­ler ge­kürt wor­den. Bei der FI­FA-Ga­la per Vi­deo­über­tra­gung setz­te er sich ge­gen Lio­nel Mes­si und Cris­tia­no Ro­nal­do durch. Welt­trai­ner wur­de Jür­gen Klopp vor Tri­ple­si­e­ger Han­si Flick.

- Mei­ne Da­men und Her­ren, es spricht der neue Ro­bert Le­wan­dow­ski, der Mann­schafts­spie­ler, der Te­am­play­er, und der neue Welt­fuß­bal­ler des Jah­res (sie­he Mel­dung rechts): „Wir müs­sen ab der ers­ten Mi­nu­te be­reit und wach sein. Wir be­kom­men zu oft das ers­te Tor.“Ge­meint war die neue „Seu­che“der Münch­ner, die in den letz­ten sechs Bun­des­li­ga­spie­len im­mer in Rück­stand ge­ra­ten wa­ren. Und den­noch ge­wann der „FC Neu­ern­dow­ski“ge­gen die Wolfs­bur­ger noch mit 2:1. Dank der Pa­ra­den des Welt­tor­hü­ters Ma­nu­el Neu­er und dank des Dop­pel­packs des ak­tu­ell welt­bes­ten Stür­mers, der ge­gen die be­mit­lei­dens­wer­ten Op­fer­läm­mer im Wolfs­pelz nun schon 23 Tref­fer in 20 Spie­len er­zielt hat.

Nicht die ein­zi­ge, irr­sin­ni­ge Sta­tis­tik des 32-Jäh­ri­gen, der nun der drit­te Bun­des­li­ga­pro­fi ist, der über 250 Bun­des­li­ga­to­re er­zielt hat (er steht bei 251 in 332 Ein­sät­zen). Nur Gerd Mül­ler, der le­gen­dä­re Bom­ber der Na­ti­on (365 To­re), und Klaus Fi­scher (268) lie­gen in der ewi­gen Bes­ten­lis­te vor Le­wan­dow­ski. Den Ex-Lö­wen und Ex-Schal­ker Fi­scher könn­te der Po­le noch in die­ser Sai­son ein­ho­len. 2020 sam­mel­te er sämt­li­che Tro­phä­en für den Bun­des­li­ga-, DFB-Po­kal- und Cham­pi­ons­Le­ague-Tor­schüt­zen­kö­nig ein. Er ist:

Kö­nig Ro­bert I. – un­be­strit­ten.

Der neue Ro­bert Le­wan­dow­ski agiert we­ni­ger ego­is­tisch als frü­her, nicht mehr nur auf sich und sei­ne Bi­lan­zen fo­kus­siert. Bei ei­nem 2:1 wie ge­gen Wolfs­burg hät­te ihn vor Jah­ren wohl nicht das (zu) frü­he Ge­gen­tor ge­wurmt, son­dern die Tat­sa­che, dass ihm kein drit­tes oder vier­tes Tor ge­lun­gen ist, um sein Kon­to des Ka­len­der­jah­res auf 42 zu er­hö­hen. Dar­auf an­ge­spro­chen ant­wor­te­te Le­wan­dow­ski bei Sky: „Man muss im­mer ego­is­tisch sein, dass die­ser In­stinkt nach To­ren bleibt, aber ich ver­su­che, im­mer auch für die Mann­schaft zu spie­len. Manch­mal ist Ego­is­mus ei­ne po­si­ti­ve Sa­che, aber ich ver­su­che auch zu­zu­spie­len und im­mer et­was Neu­es zu zei­gen.“Der frü­he­re Ego-Shoo­ter mit ei­ner ganz neu­en Sei­te: Frü­her konn­te er sich nicht ein­mal rich­tig freu­en, wenn ein Mit­spie­ler traf und da­bei den bes­ser po­si­tio­nier­ten Le­wan­dow­ski über­sah. Mit Flü­gel­spie­ler Ar­jen Rob­ben, der zig Tref­fer des Mit­tel­stür­mers vor­be­rei­te­te, ver­band ihn ei­ne Art Hass­lie­be. Man brauch­te sich, man schätz­te sich – und man ver­fluch­te sich hin und wie­der. Zwei Me­ga-Ehr­geiz­lin­ge eben.

„Er ver­blüfft mich im­mer wie­der“, er­zähl­te Ehe­frau An­na in Bay­erns Mit­glie­der­ma­ga­zin „51“und schwärm­te: „Er ist ein ab­so­lu­ter Pro­fi, cle­ver, am­bi­tio­niert, nicht aus der Ru­he zu krie­gen. In­zwi­schen ist er auch noch ein gu­ter Va­ter.“Im Mai kam Lau­ra zur Welt. Nun hat Kla­ra (3), die 2017 ge­bo­ren wur­de, ein klei­nes Schwes­ter­chen. Die neue Rol­le als Va­ter, mehr Ver­ant­wor­tung in den ei­ge­nen vier

Wän­den – auch das ei­ne Ur­sa­che sei­nes Wan­dels. „Sei­ne Fa­mi­lie ist ihm sehr wich­tig, sei­ne Schwes­ter und sei­ne Mut­ter. Rob­bie ist ein ru­hi­ger Typ, aber vol­ler Wär­me“, er­klärt sei­ne An­na, lan­ge Zeit er­folg­rei­che Pro­fi­sport­le­rin (Ka­ra­te) und heu­te Er­näh­rungs­be­ra­te­rin, Buch­au­to­rin und Be­trei­be­rin ih­rer ei­ge­nen Ca­féket­te na­mens „He­althy Store by Ann“.

Auf dem Platz gibt sich Le­wan­dow­ski mitt­ler­wei­le of­fe­ner, kom­mu­ni­ka­ti­ver, ver­ant­wor­tungs­vol­ler. Im Ja­nu­ar 2019 be­för­der­te ihn der da­ma­li­ge Trai­ner Ni­ko Ko­vac hin­ter Neu­er und Tho­mas Mül­ler zum drit­ten Ka­pi­tän bei Bay­ern, da­zu ist Le­wan­dow­ski im Mann­schafts­rat, dem auch Da­vid Ala­ba und Jos­hua Kim­mich an­ge­hö­ren.

Le­wan­dow­skis Kör­per ist sein Ka­pi­tal. Er pflegt ihn rund um die Uhr, vor al­lem im (aus­gie­bi­gen) Schlaf. Flick ver­gleicht den Kör­per des Mit­tel­stür­mers mit ei­nem „For­mel-1-Au­to“, weil er „auf je­des De­tail schaut, um Höchst­leis­tung brin­gen zu kön­nen“. Mit dem Krö­nungs­jahr 2020 will er sich nicht zur Ru­he set­zen. Im Ge­gen­teil. „Er will mehr“, sagt An­na, „nach dem Mot­to: Heu­te freue ich mich, aber mor­gen ge­he ich wie­der an die Ar­beit. Es geht wei­ter.“Sein Ver­trag bei Bay­ern läuft bis 2023. Re­kor­de sind da­zu da, um von Ro­bert Le­wan­dow­ski ge­bro­chen zu wer­den.

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FO­TO: DPA Au­gen zu und lä­cheln: Ro­bert Le­wan­dow­ski beim Auf­wär­men vor dem Spiel.

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