Aalener Nachrichten

Mül­lers ein­dring­li­cher Ap­pell

Ent­wick­lungs­mi­nis­ter warnt vor Fol­gen der Pan­de­mie

- Hunger · Coronavirus (COVID-19) · Gerd Müller · Christian Social Union · United States of America · Amazon · Google · Facebook · Apple Inc · Syria · Iraqi Kurdistan · Lebanon · Beirut · Beirut · World Food Programme · Yazidis · Germany · Harthauser Straße 3 · Mosul · Iraq · Yemen · European Union · Europe · United Nations · Bundestag · Bundestag of Germany · Jeffrey Bezos · Melinda Gates · Auch · World Health Organization · India · South Africa · Africa · Stein, St. Gallen · Amtzell · Baghdad

(clak) - Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler wirft der in­ter­na­tio­na­len Ge­mein­schaft vor, in der Co­ro­naK­ri­se das Leid der Flücht­lin­ge welt­weit zu we­nig im Blick zu ha­ben. „Al­les fo­kus­siert sich auf die Co­ro­naPan­de­mie und de­ren un­mit­tel­ba­ren Fol­gen vor der Haus­tür. Die Not der Flücht­lin­ge scheint weit weg“, sag­te Mül­ler im In­ter­view mit der „Schwä­bi­schen Zei­tung“. Da­bei sei­en der­zeit 80 Mil­lio­nen Men­schen auf der Flucht, „so vie­le wie seit dem Zwei­ten Welt­krieg nicht mehr“.

Zugleich be­zeich­ne­te es der CSU-Po­li­ti­ker als „Schan­de“, dass sich ins­ge­samt nur zehn Län­der an der Fi­nan­zie­rung welt­wei­ter So­li­da­ri­tät be­tei­lig­ten. „Al­le Staa­ten müs­sen bei­tra­gen“, for­der­te Mül­ler.

- Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler be­fürch­tet in­fol­ge der Co­ro­na-Pan­de­mie schwe­re Rück­schlä­ge für die Men­schen in är­me­ren Welt­re­gio­nen. Ge­ra­de Flücht­lin­ge sei­en hart von der Kri­se be­trof­fen, sag­te der CSU-Po­li­ti­ker im In­ter­view mit Clau­dia Kling. „Die Men­schen müs­sen über­le­ben – oh­ne Kurz­ar­bei­ter­geld, Hartz IV oder ir­gend­ei­ne so­zia­le Grund­si­che­rung“, so Mül­ler. Die Fol­ge sei­en „Hun­ger, bit­te­re Ar­mut und Ar­beits­lo­sig­keit“. Um das Elend die­ser Men­schen zu lin­dern, ruft der Ent­wick­lungs­mi­nis­ter Su­per­rei­che da­zu auf, sich fi­nan­zi­ell an der Be­wäl­ti­gung der Kri­se zu be­tei­li­gen. „Ich den­ke an die gro­ßen Ge­win­ner der Co­ro­na-Kri­se wie Ama­zon, Goog­le, Face­book oder App­le“, sag­te Mül­ler.

Herr Mi­nis­ter Mül­ler, bei ei­ner Ta­gung über Kin­der in Kon­flikt­ge­bie­ten sag­te vor Kur­zem ei­ne sy­ri­sche Re­fe­ren­tin, für die Men­schen in ih­rem Land ha­be Co­ro­na kei­ne Prio­ri­tät, weil sich vie­le nicht ein­mal ge­nü­gend Es­sen leis­ten könn­ten. Ist Co­ro­na in ers­ter Li­nie ein Pro­blem rei­cher Staa­ten mit durch­schnitt­lich äl­te­rer Be­völ­ke­rung?

Für Sy­ri­en, für wei­te Tei­le des Iraks, ins­be­son­de­re auch den Nord­irak, sind die Fol­gen der Kri­se noch dra­ma­ti­scher als das Vi­rus selbst: Hun­ger, bit­te­re Ar­mut und Ar­beits­lo­sig­keit. In die­ser Dau­er­kri­se geht es für Mil­lio­nen Men­schen ums nack­te Über­le­ben. In Sy­ri­en geht der Krieg im März ins elf­te Jahr. Der Li­ba­non, der 1,5 Mil­lio­nen sy­ri­sche Flücht­lin­ge auf­ge­nom­men hat, steht vor dem Staats­bank­rott. Vor drei Mo­na­ten er­eig­ne­te sich in Bei­rut ei­ne rie­si­ge Ka­ta­stro­phe, als gro­ße Tei­le des Ha­fens ex­plo­diert sind. Das hat ge­nau für ei­ne Wo­che in­ter­na­tio­na­le Auf­merk­sam­keit ge­reicht. Seit­her sind die Schein­wer­fer aus­ge­blen­det, aber wir dür­fen das Leid die­ser Men­schen nicht ver­ges­sen.

Auch aus den Flücht­lings­camps im Nord­irak er­rei­chen uns Nach­rich­ten, dass den Men­schen al­le Ein­kom­mens­quel­len weg­ge­bro­chen sind, weil sie sich nicht mehr als Ta­ge­löh­ner ver­din­gen kön­nen. Gleich­zei­tig schrumpft die staat­li­che Un­ter­stüt­zung, da auch den Re­gie­run­gen dort das Geld aus­geht. Ha­ben das die Staa­ten im Wes­ten im Fo­kus?

Durch die Co­ro­na-Kri­se fal­len 130 Mil­lio­nen Men­schen welt­weit in Hun­ger und bit­te­re Ar­mut zu­rück. Weil durch die Lock­downs Ver­sor­gungs­ket­ten zu­sam­men­ge­bro­chen sind, Nah­rung und Me­di­ka­men­te nicht mehr an­kom­men. Die Men­schen müs­sen über­le­ben – oh­ne Kurz­ar­bei­ter­geld, Hartz IV oder ir­gend­ei­ne so­zia­le Grund­si­che­rung. Ex­per­ten rech­nen 2020 mit zwei Mil­lio­nen zu­sätz­li­chen To­ten – nicht weil sie an Co­ro­na er­krankt wä­ren, son­dern weil ih­nen Le­bens­mit­tel und Me­di­ka­men­te für an­de­re Krank­hei­ten wie Mala­ria, HIV und Tu­ber­ku­lo­se feh­len. Das trifft na­tür­lich ganz be­son­ders die Flücht­lin­ge. Da­zu kommt, dass hu­ma­ni­tä­re Or­ga­ni­sa­tio­nen wie das Wel­ter­näh­rungs­pro­gramm nicht mehr so ein­fach in die Flücht­lings­camps und Dör­fer kom­men.

Und wie re­agiert die in­ter­na­tio­na­le Staa­ten­ge­mein­schaft dar­auf?

Zu we­nig. Durch Co­ro­na ist das Flücht­lings­leid ins Hin­ter­tref­fen ge­ra­ten. Al­les fo­kus­siert sich auf die Co­ro­na-Pan­de­mie und de­ren un­mit­tel­ba­re Fol­gen vor der Haus­tür. Die Not der Flücht­lin­ge scheint weit weg. Da­bei hat sie sich in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten dra­ma­tisch ge­stei­gert. 80 Mil­lio­nen Men­schen sind welt­weit auf der Flucht, so vie­le wie seit dem Zwei­ten Welt­krieg nicht mehr. Des­halb ha­ben wir die Zu­sam­men­ar­beit mit den Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen in den Flücht­lings­camps ver­stärkt – als Teil un­se­res welt­wei­ten Co­ro­na-So­fort­pro­gramms. So si­chern wir das Über­le­ben von Hun­dert­tau­sen­den Frau­en, Män­nern und Kin­dern.

Im Irak hat sich im ver­gan­ge­nen Mo­nat mit dem Ab­kom­men zwi­schen der zen­tra­l­ira­ki­schen und der kur­di­schen Re­gie­rung über das Shin­gal-Ge­biet ei­ne Wen­de voll­zo­gen. Die deut­sche Re­gie­rung un­ter­stützt seit Jah­ren die Shin­galRe­gi­on. Wird das Ab­kom­men tat­säch­lich mehr Si­cher­heit und so­mit viel­leicht auch mehr In­ves­ti­tio­nen brin­gen?

Wir müs­sen ab­war­ten, ob sich die Si­cher­heits­la­ge sta­bi­li­siert. Es gibt dort dra­ma­ti­sche Zer­stö­run­gen, es fehlt an Was­ser, Schu­len, Kran­ken­häu­sern, über­haupt an In­fra­struk­tur. Aber die Je­si­den sind so hei­mat­ver­bun­den, dass sie den­noch zu­rück­wol­len. Des­we­gen un­ter­stüt­zen wir ih­re Rück­kehr in en­ger Zu­sam­men­ar­beit mit der kur­di­schen Re­gie­rung und der Zen­tral­re­gie­rung in Bag­dad. Zwi­schen­zeit­lich hat Deutsch­land 56 Schu­len ge­baut oder re­no­viert, 800 000 Kin­der kön­nen wie­der zur Schu­le ge­hen. In Mos­sul bau­en wir ein Be­helfs­kran­ken­haus für Co­ro­naPa­ti­en­ten und bau­en das Kin­der­kran­ken­haus aus. Und 700 000 Men­schen nut­zen schon das er­neu­er­te Trink­was­ser­netz. Vor al­lem hel­fen wir auch den trau­ma­ti­sier­ten Je­si­din­nen. Denn wir dür­fen nicht ver­ges­sen, was war: Die Je­si­den wur­den 2014 Op­fer ei­nes Völ­ker­mords. Auch wenn die Welt von Co­vid-19 in Atem ge­hal­ten wird, muss die­ses Un­recht ju­ris­tisch auf­ge­ar­bei­tet und ge­sühnt wer­den.

Wel­che Zu­kunft se­hen Sie für die je­si­di­schen Flücht­lings­camps in der Nä­he der kur­di­schen Stadt Do­huk? Dort ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ja viel pas­siert. Mit deut­scher Hil­fe wur­den bei­spiels­wei­se Schu­len, Klär­an­la­gen und Spiel­plät­ze ge­baut.

Nach wie vor le­ben 250 000 Bin­nen­ver­trie­be­ne in den Camps. Von der je­si­di­schen Be­völ­ke­rung im Irak lebt über die Hälf­te noch in dürf­ti­gen Zelt­la­gern, im bes­ten Fall in Con­tai­nern. Bis sie al­le in das Shin­gal-Ge­biet zu­rück­keh­ren kön­nen, wird es dau­ern. Der­zeit wis­sen wir von cir­ca 30 000 Rück­keh­rern in den letz­ten Mo­na­ten. Doch auch wenn die Le­bens­ver­hält­nis­se in den Camps be­engt sind, ent­ste­hen dort Zu­kunfts­per­spek­ti­ven: Die je­si­di­schen Mäd­chen und Jun­gen kön­nen dort si­cher zur Schu­le ge­hen. Das ist in vie­len Fäl­len ei­ne bes­se­re Aus­gangs­po­si­ti­on als in den Hei­mat­dör­fern. Für die­se Kin­der und Ju­gend­li­chen ist die

Rück­kehr in das Shin­gal-Ge­biet nicht un­be­dingt ers­te Prio­ri­tät, wenn es dort kei­ne Bil­dungs­chan­cen gibt. Sie träu­men von Ar­beit und Auf­stiegs­chan­cen. Das ist ja ab­so­lut ver­ständ­lich.

Se­hen Sie ei­ne Chan­ce, dass die­ser Bil­dungs­auf­bruch auch im Shin­galGe­biet wei­ter­ge­führt wer­den kann?

Wenn es ge­län­ge, den Krieg in Sy­ri­en end­lich zu be­en­den, könn­te der Nord­irak re­la­tiv rasch wie­der zu der wirt­schaft­lich pro­spe­rie­ren­den Re­gi­on wer­den, die er vor ei­ni­gen Jah­ren war. Aber mo­men­tan ist das Shin­gal-Ge­biet ei­ne vom Krieg zer­stör­te Re­gi­on. Die äl­te­ren Je­si­den ha­ben ih­re Wur­zeln dort, des­halb neh­men sie dies in Kauf. Es könn­te je­doch zu ei­nem Ge­ne­ra­tio­nen­bruch kom­men, wenn die jün­ge­ren, die nicht an das frü­he­re Le­ben ge­bun­den sind, nicht mehr in die­se Dör­fer und die alt­her­ge­brach­ten Struk­tu­ren zu­rück­wol­len.

Wie schwie­rig ist es für ei­nen Ent­wick­lungs­mi­nis­ter in Co­ro­na-Zei­ten, Ge­hör – und viel­leicht auch Geld­mit­tel – für The­men zu fin­den, die au­ßer­halb des eu­ro­päi­schen Blick­win­kels lie­gen?

In Deutsch­land ha­ben wir die­se The­men im Blick – und ein Zei­chen ge­setzt mit ei­nem drei Mil­li­ar­den Eu­ro Co­ro­na-So­fort­pro­gramm für Ent­wick­lungs­und Schwel­len­län­der. Doch das reicht nicht – al­le Staa­ten müs­sen bei­tra­gen. Dem Wel­ter­näh­rungs­pro­gramm feh­len rund fünf Mil­li­ar­den Dol­lar. Des­halb wur­den bei­spiels­wei­se im Je­men be­reits die Es­sens­ra­tio­nen hal­biert. Die Fi­nan­zie­rung der welt­wei­ten So­li­da­ri­tät und der Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen liegt auf den Schul­tern von nur zehn Län­dern! Das ist ei­ne Schan­de und muss sich än­dern.

In Län­dern wie dem Irak, des­sen Ge­sund­heits­ver­sor­gung ziem­lich am Bo­den ist, könn­ten Imp­fun­gen ge­gen Co­ro­na da­zu bei­tra­gen, dass die Men­schen we­nigs­tens ih­ren Le­bens­un­ter­halt wie­der selbst ver­die­nen kön­nen. Doch die meis­ten Impf­stoff­do­sen für 2021 ha­ben sich die rei­chen Staa­ten ge­si­chert. Ist das die So­li­da­ri­tät, von der im­mer wie­der die Re­de war?

Of­fen­sicht­lich ha­ben ei­ni­ge Re­gie­run­gen ver­ges­sen, dass wir Co­ro­na nur welt­weit oder gar nicht be­sie­gen. Selbst wenn wir in Deutsch­land und Eu­ro­pa die Co­ro­na-Pan­de­mie mit ei­ner Impf­kam­pa­gne in den Griff be­kom­men, wür­de das Vi­rus mor­gen mit ei­nem Flie­ger zu­rück­kom­men. Auch des­halb ist es so wich­tig, dass die Ent­wick­lungs­län­der an ei­ner Impf­kam­pa­gne teil­ha­ben. UN-Ge­ne­ral­se­kre­tär An­to­nio Gu­ter­res, der am Frei­tag im Bun­des­tag zum 75. Jah­res­tag der Grün­dung der Ver­ein­ten Na­tio­nen ge­spro­chen hat, be­zif­fert die Fi­nan­zie­rungs­lü­cke auf knapp 30 Mil­li­ar­den Dol­lar. Das ist ein rie­si­ger Be­trag, aber für die Welt­ge­mein­schaft ist das mach­bar. Zum Ver­gleich: Die US-Ame­ri­ka­ner ha­ben in die­sem Jahr in­mit­ten der Kri­se ih­ren Ver­tei­di­gungs­haus­halt um 55 Mil­li­ar­den Dol­lar er­höht. Zu­dem müs­sen wir ei­nen Weg fin­den, dass die Su­per­rei­chen, die von die­ser Kri­se im­mens pro­fi­tie­ren, sich auch an der Kri­sen­be­wäl­ti­gung be­tei­li­gen.

Wen ha­ben Sie da im Blick und wie wol­len Sie die­se Men­schen da­zu be­we­gen, sich fi­nan­zi­ell zu en­ga­gie­ren?

Ich den­ke an die gro­ßen Ge­win­ner der Co­ro­na-Kri­se wie Ama­zon, Goog­le, Face­book oder App­le. Al­lein Ama­zon-Chef Jeff Be­zos ist in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten um rund 70 Mil­li­ar­den Dol­lar rei­cher ge­wor­den. Und bei uns in Deutsch­land lei­det der Ein­zel­han­del un­ter der Kri­se. Mein Vor­schlag wä­re, dass die­se Su­per­rei­chen ei­nen Teil der Ge­win­ne ein­brin­gen und die in­ter­na­tio­na­le Impf­platt­form Co­vax und das Wel­ter­näh­rungs­pro­gramm un­ter­stüt­zen, so dass die Welt schnel­ler aus der Kri­se kommt. Das kann na­tür­lich nur über Ap­pel­le funk­tio­nie­ren. Aber es gibt sie ja be­reits, die Mil­li­ar­dä­re, die ihr Ver­mö­gen für hu­ma­ni­tä­re Zwe­cke aus­ge­ben – den­ken Sie an die Stif­tung von Bill und Me­lin­da Ga­tes. Auch in Deutsch­land fin­den sich rei­che Men­schen, die ho­he Mil­lio­nen­be­trä­ge ih­res Pri­vat­ver­mö­gens für die Be­kämp­fung der Fol­gen der Co­ro­na-Kri­se ein­set­zen.

Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen for­dern, den Pa­tent­schutz vor­über­ge­hend aus­zu­set­zen, um auch är­me­ren Län­dern ei­nen Zu­gang zum Co­ro­naImpf­stoff zu er­mög­li­chen. Doch dies wird un­ter an­de­rem von der EU bis­lang ab­ge­lehnt. Ist das für Sie nach­voll­zieh­bar?

Es ist ab­so­lut nach­voll­zieh­bar, dass erst­mal an die ei­ge­ne Fa­mi­lie, das ei­ge­ne Land ge­dacht wird. Aber es wä­re ein Trug­schluss, wenn wir es da­bei be­las­sen. Dass Phar­ma­un­ter­neh­men wie Mo­der­na jetzt an­bie­ten, auf Pa­tent­rech­te zu ver­zich­ten, ist er­mu­ti­gend. Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on ar­bei­tet dar­an, li­zen­sier­te Impf­stof­fe für är­me­re Län­der zur Ver­fü­gung zu stel­len. In­di­en und Süd­afri­ka wer­den auch bald im­stan­de sein, Impf­stof­fe zu pro­du­zie­ren. Das sind po­si­ti­ve Ent­wick­lun­gen. Für die eu­ro­päi­sche Be­völ­ke­rung hat die EU be­reits 1,5 Mil­li­ar­den Impf­do­sen re­ser­viert. Es muss al­so in Deutsch­land nie­mand Angst ha­ben, dass hier die Do­sen knapp wer­den könn­ten, wenn auch Ärz­te und Kran­ken­schwes­tern in är­me­ren Län­dern ge­gen Co­ro­na ge­impft wer­den. Zu­mal dort auch an­de­re For­men von Impf­stof­fen not­wen­dig sind.

Wann wer­den Sie sich selbst imp­fen las­sen, da­mit die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit vom Schreib­tisch aus ein En­de neh­men kann?

Ich las­se mich imp­fen, so­bald ich dran bin. Und dann freue ich mich dar­auf, im neu­en Jahr end­lich Afri­ka wie­der be­su­chen und mit den Men­schen spre­chen zu kön­nen.

Ziel un­se­res Pro­jek­tes ist, ...

... zu­sam­men mit der Initia­ti­ve „Kom­mu­na­les Know-how für Nah­ost“des Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­te­ri­ums Kom­mu­nen im Li­ba­non bei Fra­gen der Da­seins­vor­sor­ge so­wie bei der Un­ter­brin­gung und Ver­sor­gung von ge­flüch­te­ten Men­schen aus Sy­ri­en zu un­ter­stüt­zen. Durch die li­ba­ne­si­sche Staats­kri­se und die Aus­wir­kun­gen der Co­ro­naPan­de­mie wei­tet sich die Hil­fe auch mehr und mehr auf die be­dürf­ti­ge ein­hei­mi­sche Be­völ­ke­rung aus.

Mit der fi­nan­zi­el­len Hil­fe durch die Spen­den der Le­ser der „Schwä­bi­schen Zei­tung“soll im Jahr 2021 ...

... zu­nächst wie­der­um die Le­bens­mit­tel­ver­sor­gung von Not lei­den­den Men­schen ge­si­chert wer­den. Da­ne­ben un­ter­stüt­zen wir den Auf­bau ei­ner eh­ren­amt­li­chen Nach­bar­schafts­hil­fe.

Für die Zu­kunft un­se­res Pro­jek­tes hof­fen und wün­schen wir uns, ...

... dass wir auch in den kom­men­den Jah­ren un­se­ren li­ba­ne­si­schen Freun­den mit So­li­da­ri­tät und Part­ner­schaft auf glei­cher Au­gen­hö­he hel­fen kön­nen, die un­glaub­li­chen Auf­ga­ben zu be­wäl­ti­gen. Un­se­re Ar­beit be­deu­tet si­cher­lich nur ei­nen Trop­fen auf den sprich­wört­lich hei­ßen St­ein und trotz­dem ist sie so wich­tig für Völ­ker­ver­stän­di­gung und Frie­den. (msc)

’’ Paul Lo­che­rer, Vor­sit­zen­der des Ver­eins Für­ein­an­der – Mit­ein­an­der in Amt­zell

 ??  ??
 ?? FOTO: UWE STEINERT ?? „Durch die Co­ro­na-Kri­se fal­len 130 Mil­lio­nen Men­schen welt­weit in Hun­ger und bit­te­re Ar­mut zu­rück“, sagt Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler (CSU). Durch die Lock­downs sei­en Ver­sor­gungs­ket­ten zu­sam­men­ge­bro­chen, Nah­rung und Me­di­ka­men­te kä­men nicht mehr dort an, wo sie ge­braucht wer­den.
FOTO: UWE STEINERT „Durch die Co­ro­na-Kri­se fal­len 130 Mil­lio­nen Men­schen welt­weit in Hun­ger und bit­te­re Ar­mut zu­rück“, sagt Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler (CSU). Durch die Lock­downs sei­en Ver­sor­gungs­ket­ten zu­sam­men­ge­bro­chen, Nah­rung und Me­di­ka­men­te kä­men nicht mehr dort an, wo sie ge­braucht wer­den.
 ?? FOTO: CLAU­DIA KLING ?? Der Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­ter vor den Trüm­mern der ira­ki­schen Stadt Mos­sul. Im April 2018 mach­te sich Gerd Mül­ler selbst ein Bild von den Zer­stö­run­gen im Irak. In­zwi­schen läuft der Wie­der­auf­bau.
FOTO: CLAU­DIA KLING Der Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­ter vor den Trüm­mern der ira­ki­schen Stadt Mos­sul. Im April 2018 mach­te sich Gerd Mül­ler selbst ein Bild von den Zer­stö­run­gen im Irak. In­zwi­schen läuft der Wie­der­auf­bau.
 ??  ??

Newspapers in German

Newspapers from Germany