Aalener Nachrichten

Letz­te Run­de im Pro­zess um Waf­fen­ex­por­te von Heck­ler & Koch

Bun­des­ge­richts­hof ver­han­delt über Lie­fe­rung von Sturm­ge­weh­ren nach Me­xi­ko – Re­vi­si­on ge­gen Ent­schei­dung am Land­ge­richt

- Crime · Mexico · Because you suck. And we hate you.

(dpa) - Zwei Jah­re nach ei­nem Ur­teil zu Waf­fen­ex­por­ten von Heck­ler & Koch (HK) nach Me­xi­ko nimmt sich der Bun­des­ge­richts­hof des The­mas an. Die münd­li­che Ver­hand­lung sei für den 11. Fe­bru­ar ge­plant, hieß es vom höchs­ten deut­schen Straf­ge­richt. Im Fe­bru­ar 2019 hat­te das Stutt­gar­ter Land­ge­richt zwei ehe­ma­li­ge Fir­men­mit­ar­bei­ter zu Be­wäh­rungs­stra­fen ver­ur­teilt, zu­dem muss der Obern­dor­fer Waf­fen­bau­er 3,7 Mil­lio­nen Eu­ro zah­len. So­wohl die Stutt­gar­ter Staats­an­walt­schaft als auch die bei­den Ver­ur­teil­ten so­wie das Un­ter­neh­men gin­gen in Re­vi­si­on. Nun steht der Ter­min für das BGH-Ver­fah­ren fest.

In dem Ver­fah­ren geht es um die Fra­ge, wie in den Jah­ren 2006 bis 2009 et­wa 4500 Sturm­ge­weh­re in me­xi­ka­ni­sche Un­ru­he­pro­vin­zen ge­lan­gen konn­ten, wo sie nicht hät­ten lan­den dür­fen. Nach Auf­fas­sung des Stutt­gar­ter Land­ge­richts gab es min­des­tens vier HK-Mit­ar­bei­ter, die ge­mein­schaft­lich das il­le­ga­le Ge­schäft ab­zu­wi­ckel­ten. Das Ver­fah­ren zu ei­nem der drei da­ma­li­gen HK-Mit­ar­bei­ter wur­de ab­ge­kop­pelt, da er nicht vor dem deut­schen Ge­richt er­schien und als me­xi­ka­ni­scher Staats­bür­ger in Me­xi­ko lebt. Ein an­de­rer Ver­triebs­mit­ar­bei­ter starb vor dem Ver­fah­ren. An­de­re Be­schul­dig­te aus HK-Rei­hen ka­men straf­frei da­von.

Der An­walt Hol­ger Ro­th­bau­er, der 2010 für den Frei­bur­ger Frie­dens­ak­ti­vis­ten Jür­gen Gräss­lin Straf­an­zei­ge ge­gen HK we­gen der Me­xi­koEx­por­te ge­stellt hat­te, misst der BGH-Ver­hand­lung ei­ne grund­sätz­li­che Be­deu­tung für die Rüs­tungs­bran­che bei. Es ste­he die Fra­ge auf dem Prüf­stand, wie mit so­ge­nann­ten End­ver­bleib­s­er­klä­run­gen um­ge­gan­gen wer­de. Heck­ler & Koch will sich zum Ver­fah­ren nicht äu­ßern.

Sol­che End­ver­bleib­s­er­klä­run­gen sind Vor­aus­set­zung für die Ex­port­ge­neh­mi­gung durch die Bun­des­re­gie­rung und das Aus­fuhr­amt, mit de­nen der Käu­fer die Nut­zung der Waf­fen in sei­nem Ter­ri­to­ri­um oder nur in ei­nem Teil da­von zu­si­chert. Im Fal­le der Me­xi­ko-Ex­por­te hät­ten die­se laut End­ver­bleib­s­er­klä­rung nur in der Haupt­stadt und an­de­ren si­che­ren Lan­des­tei­len ein­ge­setzt wer­den dür­fen – tat­säch­lich lan­de­ten sie aber in den Un­ru­he­pro­vin­zen.

Das Stutt­gar­ter Ge­richt maß so ei­nem Pa­pier nach Darstel­lung von Ro­th­bau­er nur ei­ne nach­ran­gi­ge Be­deu­tung bei. „Die­se End­ver­bleib­s­er­klä­rung sah das Stutt­gar­ter Land­ge­richt nicht als not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung zur Er­tei­lung ei­ner Aus­fuhr­ge­neh­mi­gung“, er­klär­te der Ju­rist. Den Ver­ur­teil­ten soll klar ge­we­sen sein, dass man sich nicht an die Er­klä­rung hal­ten wür­de.

 ?? FO­TO: IMA­GO ?? Lo­go Heck­ler& Koch: Staats­an­walt­schaft, Ver­ur­teil­te und Un­ter­neh­men wol­len das Ur­teil vom Bun­des­ge­richts­hof über­prü­fen las­sen.
FO­TO: IMA­GO Lo­go Heck­ler& Koch: Staats­an­walt­schaft, Ver­ur­teil­te und Un­ter­neh­men wol­len das Ur­teil vom Bun­des­ge­richts­hof über­prü­fen las­sen.

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