Aalener Nachrichten

„Gott be­geg­net uns im­mer dort, wo wir gera­de sind“

Weih­nachts­got­tes­diens­te fin­den statt – Pfar­rer zei­gen Ver­ständ­nis fürs Fern­blei­ben

- Von Jo­sef Schnei­der Landschaftsverband Rheinland · Auch

- Die Got­tes­diens­te der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de und der Kir­chen­ge­mein­de Sankt Vi­tus an Hei­lig­abend auf dem Markt­platz fin­den bei Wind und Wet­ter wie ge­plant statt, eben­so die Weih­nachts­got­tes­diens­te der ver­schie­de­nen Kir­chen­ge­mein­den an Hei­lig­abend, am ers­ten und am zwei­ten Weih­nachts­fei­er­tag. Wäh­rend der Got­tes­diens­te muss ein Mund-Na­sen-Schutz ge­tra­gen wer­den, die not­wen­di­gen Ab­stän­de sind ein­zu­hal­ten, die Hän­de zu des­in­fi­zie­ren. Ei­ne vor­he­ri­ge An­mel­dung in den Pfarr­bü­ros ist zwin­gend er­for­der­lich.

An den Got­tes­diens­ten auf dem Markt­platz kön­nen pro Got­tes­dienst im Frei­en ma­xi­mal 200 Men­schen teil­neh­men. Die Got­tes­diens­te wer­den auch in die Ba­si­li­ka und in die evan­ge­li­sche Stadt­kir­che über­tra­gen, wo wei­te­re je­weils um die 100 Men­schen Platz fin­den. Um schlech­tes Wet­ter an Hei­lig­abend macht sich der evan­ge­li­sche Pfar­rer Mar­tin Schus­ter kei­ne Sor­gen: „Wir ge­hen da­von aus, dass die Men­schen ei­nen Ano­rak und ei­ne Ka­pu­ze ha­ben und sich dem Wet­ter ent­spre­chend klei­den, und wir wer­den uns be­mü­hen, die Got­tes­diens­te in ei­ner gu­ten hal­ben St­un­de zu fei­ern“, sagt der Geist­li­che. Und ist sich da­bei si­cher, dass auch kei­ner ei­nen Schnup­fen kriegt, wenn man da­nach wie­der in sei­ne be­heiz­te Woh­nung geht und sich auf ei­nen war­men Tee freut.

„Wir freu­en uns über je­den, der kommt, und bit­ten die Got­tes­dienst­be­su­cher, sich an­zu­mel­den“, un­ter­streicht Pfar­rer Mar­tin Schus­ter. Zur bis­he­ri­gen Nach­fra­ge sagt er: „Es ge­hen An­mel­dun­gen ein, aber es ist noch nicht so, dass es voll wä­re.“Auf „Stil­le Nacht“und „O du fröh­li­che“dür­fen sich die Kirch­gän­ger auf je­den Fall schon jetzt freu­en, denn die­se bei­den Lie­der wer­den von den Blä­sern ge­spielt und von der Scho­la ge­sun­gen. „Ich hof­fe sehr, dass es für al­le Be­tei­lig­ten ein Er­leb­nis wird, von dem man nach­her sagt: Es war schön, dass wir da­bei wa­ren“, sagt Schus­ter.

Der Pfar­rer hat al­ler­dings auch Ver­ständ­nis für die­je­ni­gen, die lie­ber zu Hau­se blei­ben. Nord­rhein-West­fa­lens Mi­nis­ter­prä­si­dent Ar­min La­schet dür­fe sei­ne Ein­schät­zun­gen und Wün­sche je­der­zeit äu­ßern, aber je­der Mensch ha­be die Frei­heit, sich zu ent­schei­den, meint Schus­ter mit

Blick auf die Durch­füh­rung von Prä­senz­got­tes­diens­ten wäh­rend des har­ten Lock­downs. Schus­ters ka­tho­li­scher Amts­kol­le­ge Pfar­rer Micha­el Win­disch weist auf die ver­bind­li­chen An­mel­dun­gen zu den Got­tes­diens­ten

hin und geht da­von aus, dass die­se wie ge­plant statt­fin­den.

Auch die Got­tes­diens­te auf dem Schö­nen­berg fin­den wie ge­plant statt. Die bis­he­ri­ge Re­so­nanz sei „ei­gent­lich gut“, be­rich­tet Schö­nen­berg­pfar­rer

Mar­tin Leit­göb über die ers­ten drei An­mel­de­ta­ge. Vor al­lem am Mitt­woch hät­ten sich in der vor­ge­ge­be­nen Zeit zwi­schen 17 und 19 Uhr sehr vie­le Men­schen te­le­fo­nisch an­ge­mel­det: „Es ver­gin­gen kei­ne zehn Se­kun­den, bis der nächs­te An­ru­fer da war.“Und vie­le sei­en gar nicht durch­ge­kom­men. Aber, so sagt der Geist­li­che: „Wir ha­ben im­mer noch ge­nug Platz.“Je­der, der ei­nen Platz su­che, be­kom­me ei­nen, ver­wies Leit­göb auch auf Plät­ze auf der Em­po­re und hin­ten an der Krip­pe: „Aber wir ha­ben auch un­ten noch ge­nü­gend Plät­ze.“Na­tür­lich wür­den da­bei die vor­ge­ge­be­nen Ab­stän­de von ein­ein­halb Me­tern ein­ge­hal­ten.

„Auf der ei­nen Sei­te lau­fen die Te­le­fo­ne schon heiß, auf der an­de­ren Sei­te sind die Leu­te vor­sich­tig, und nicht je­der kommt“, sagt Leit­göb. Die Epi­de­mio­lo­gen hät­ten aber den bei­den gro­ßen Kir­chen Deutsch­lands ein gu­tes Zeug­nis aus­ge­stellt, was die Ein­hal­tung von Hy­gie­ne­maß­nah­men

be­trifft. Un­ter die­sen Vor­aus­set­zun­gen könn­ten sie sich auch Weih­nachts­got­tes­diens­te vor­stel­len. Für je­des Fern­blei­ben zeigt der Pries­ter den­noch Ver­ständ­nis, denn: „Gott be­geg­net uns im­mer dort, wo wir gera­de sind, und nicht wo wir sein möch­ten. Er wird uns an Weih­nach­ten selbst­ver­ständ­lich auch zu Hau­se be­geg­nen.“

Leit­göb glaubt aber, dass man Weih­nach­ten auch in Co­ro­na-Um­stän­den gut fei­ern kön­ne: „Wir wer­den nicht über­füllt sein. Die Ge­burt Je­su ist auch un­ter ganz ein­fa­chen Um­stän­den ab­ge­lau­fen, oh­ne gro­ßes Tra­ra.“Leit­göb kann sich vor­stel­len, dass „Stil­le Nacht“von der Or­gel im­pro­vi­siert wird, denn es herr­sche „ab­so­lu­tes Sing­ver­bot“.

Ei­ne An­mel­dung ist auch für die Teil­nah­me am „Schö­nen­ber­ger Weih­nachts­weg“rund um die Kir­che an Hei­lig­abend (Be­ginn 14.30, En­de 16.30 Uhr) zwin­gend not­wen­dig. „Die Ver­an­stal­tung fin­det bei je­dem Wet­ter statt“, so Leit­göb.

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FO­TO: HAFI Die Got­tes­diens­te an Hei­lig­abend auf dem Markt­platz fin­den bei Wind und Wet­ter wie ge­plant statt.

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