Aalener Nachrichten

Wann es ei­nen frei­en Tag gibt, ist bran­chen­ab­hän­gig

- Business · Berlin

Au­gen the­ma­ti­siert wer­den. Auch wenn es Be­trof­fe­nen schwer fällt, soll­ten sie mit fes­ter Stim­me und kla­rem Blick auf die Na­sen­wur­zel des Ge­gen­übers klar­ma­chen, dass man be­lei­di­gen­des Ver­hal­ten nicht to­le­riert. „Zeigt sich das Ge­gen­über un­ein­sich­tig, soll­te das Gespräch mit Vor­ge­setz­ten ge­sucht wer­den. Hilft das nicht, dann soll­te die Ge­schäfts­füh­rung schrift­lich über den Vor­fall in­for­miert wer­den“, rät Fi­scher. Je nach Grö­ße des Un­ter­neh­mens hel­fen vi­el­leicht auch ge­schul­te Kräf­te aus dem Be­triebs­rat oder ei­ne Gleich­stel­lungs­stel­le.

Be­rufs­ein­stei­ge­rin­nen und Be­rufs­ein­stei­gern rät Sa­bi­ne G. Fi­scher zu­dem, ei­gen­in­itia­tiv das The­ma Hoch­ge­wicht im Be­wer­bungs­schrei­ben oder -gespräch an­zu­ge­hen. „Wir kön­nen un­ser Ge­wicht nicht ver­ste­cken, aber wir kön­nen aus­lo­ten, ob wir auf Vor­ur­tei­le in ei­nem Un­ter­neh­men tref­fen. Wird uns dann klar si­gna­li­siert, dass wir nicht ge­wollt sind, ha­ben wir gut für uns selbst ge­sorgt und kön­nen uns un­an­ge­neh­me Si­tua­tio­nen er­spa­ren.“

Wer­de sach­lich über das ho­he Kör­per­ge­wicht ge­spro­chen, sei das völ­lig in Ord­nung: „Die Fra­ge da­nach, wie es sich mit ei­nem so ho­hen Kör­per­ge­wicht lebt, darf ru­hig ge­stellt wer­den, wenn sie nicht ab­wer­tend for­mu­liert wird. Oder wenn Vor­ge­setz­te of­fen fra­gen, ob das ho­he Kör­per­ge­wicht mit ge­rin­ge­rer Be­last­bar­keit ein­her­geht, lässt sich das klä­ren.“

Es gibt al­ler­dings auch Fir­men, die öf­fent­lich deut­lich ma­chen, dass sie di­cken Men­schen vor­ur­teils­frei be­geg­nen. Das Un­ter­neh­men pme Fa­mi­li­en­ser­vice star­te­te im ver­gan­ge­nen Jahr die Kam­pa­gne „Dick im Ge­schäft“, um ge­zielt di­cke Fach­kräf­te an­zu­spre­chen. Auch CEO Ale­xa Ah­mad hat in ih­rem Be­rufs­le­ben Ver­ach­tung, Her­ab­wür­di­gung und miss­bil­li­gen­de Bli­cke er­lebt. Sie woll­te zei­gen, dass es auch an­ders geht.

„Wir er­mun­tern ge­zielt Per­so­nen sich bei uns zu be­wer­ben, die Mob­bing er­lebt ha­ben oder sich auf­grund ih­res Ge­wichts dis­kri­mi­niert füh­len“, sagt sie. Es zäh­le, was je­der Ein­zel­ne zum Work­flow bei­tra­gen kann.

Zwar zei­ge sich die Ge­sell­schaft meist of­fen für Di­ver­si­tät und ak­zep­tie­re man­nig­fa­che Le­bens­ent­wür­fe, doch für den Kör­per­um­fang gilt das Ah­mads Er­fah­rung nach be­dau­er­li­cher­wei­se noch nicht: „Wir Di­cken

End­lich Wo­che­n­en­de! Vie­le Be­schäf­tig­te kön­nen sich am Frei­tag auf zwei Ta­ge Er­ho­lung freu­en. An­ders­wo wird auch am Wo­che­n­en­de ge­ar­bei­tet. Aber nach wie vie­len Ta­gen muss es dann ei­nen frei­en Tag ge­ben?

Laut Ar­beits­zeit­ge­setz kön­nen Ar­beit­neh­mer in der Re­gel an den Werk­ta­gen, al­so von Mon­tag bis Sams­tag, be­schäf­tigt wer­den, er­klärt Pe­ter Mey­er, Fach­an­walt für Ar­beits­recht in Berlin. An Sonn­ta­gen und ge­setz­li­chen Fei­er­ta­gen dür­fen sie in der Re­gel nicht be­schäf­tigt wer­den.

Es gibt aber auch Bran­chen oder Be­ru­fe, in de­nen Sonn- und Fei­er­tags­ar­beit nö­tig und er­laubt sind, et­wa zur War­tung der an den Werk­ta­gen be­nö­tig­ten IT oder im Kran­ken­haus.

Hier sind Fäl­le mög­lich, in de­nen Be­schäf­tig­te we­sent­lich län­ger auf ei­nen frei­en Tag war­ten müs­sen: „Wer an ei­nem Mon­tag an­fängt zu ar­bei­ten, kann theo­re­tisch nach dem Ar­beits­zeit­ge­setz bis zu 19 Ta­gen am Stück ar­bei­ten, be­vor für die Sonn­tags­ar­beit ein Er­satz­ru­he­tag ge­währt wer­den muss“, sagt Mey­er. Denn laut Ge­setz muss Sonn­tags­ar­beit erst nach 14 Ta­gen mit ei­nem frei­en Tag aus­ge­gli­chen wer­den.

Das sei aber ein sehr theo­re­ti­scher Fall, so der Fach­an­walt. Viel­fach be­stimm­ten Ta­rif­ver­trä­ge oder Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen frü­he­re ar­beits­freie Ta­ge. (dpa)

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FOTO: LUIS LOUROPANTH­ERMEDIA/DPA
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