Aalener Nachrichten

An­ti­ker Schnell­im­biss

For­scher ma­chen in der ver­sun­ke­nen Stadt Pom­pe­ji ei­nen über­ra­schend far­ben­fro­hen Fund

- Archaeology · Social Sciences · Naples · Auch · William Welch · Italy · Pompeii

(dpa) - Archäo­lo­gen ha­ben im ita­lie­ni­schen Pom­pe­ji ei­nen in­tak­ten Tre­sen in ei­ner an­ti­ken Im­biss­bu­de aus der Zeit des Un­ter­gangs der Stadt aus­ge­gra­ben. Die „Snack Bar“, wie sie das Mu­se­um be­zeich­ne­te, sei ei­ne der äl­tes­ten in Pom­pe­ji, teil­te der Par­co Archeo­lo­gi­co am Sams­tag mit. „Die Mög­lich­kei­ten, die­ses Ther­mo­po­li­um zu stu­die­ren, sind au­ßer­or­dent­lich, weil zum ers­ten Mal ein Are­al die­ses Typs in sei­ner Ge­samt­heit aus­ge­gra­ben wur­de“, sag­te ein Ver­tre­ter des Mu­se­ums. Ein Ther­mo­po­li­um ist ei­ne rö­mi­sche Gast­stät­te.

Der Tre­sen war schon 2019 in Tei­len aus­ge­gra­ben wor­den. Bei den Ar­bei­ten fan­den die Ex­per­ten auch Es­sens­res­te und Kno­chen von Men­schen und Tie­ren, die in der An­ti­ke Op­fer der Vul­kan­ka­ta­stro­phe am Golf von Nea­pel wur­den. Bei den mensch­li­chen Über­res­ten han­delt es sich ers­ten Er­kennt­nis­sen zu­fol­ge um die ei­nes da­mals et­wa 50 Jah­re al­ten Men­schen, der ver­mut­lich zum Zeit­punkt der Ka­ta­stro­phe auf ei­ner Art Bett lag. Wei­te­re Über­res­te wür­den noch un­ter­sucht.

Der gelb be­mal­te Tre­sen ist mit Bil­dern von Tie­ren, der Darstel­lung ei­ner All­tags­si­tua­ti­on und dem Ab­bild

ei­ner Ne­rei­de, ei­ner Nym­phe des Mee­res, auf ei­nem See­pferd­chen, ver­ziert. Die ab­ge­bil­de­ten En­ten und ein Hahn wa­ren wohl Tie­re, die in der Ver­kaufs­stät­te ge­schlach­tet und ver­kauft wur­den. In dem St­ein­tisch sind au­ßer­dem Lö­cher ein­ge­kerbt, bei de­nen die For­scher da­von aus­ge­hen, dass dar­in die Le­bens­mit­tel zum Ver­kauf aus­la­gen.

Auch ein Witz­bold schien sich an dem Tre­sen sei­ner Zeit zu schaf­fen ge­macht zu ha­ben. „Ni­ci­as scham­lo­ser Schei­ßer“ist wört­lich über­setzt ne­ben ei­nem der Ge­mäl­de in Latein ein­ge­ritzt. Ni­ci­as könn­te zum Bei­spiel der La­den­be­sit­zer ge­we­sen sein.

Pom­pe­ji war bei Aus­brü­chen des Ve­suvs im Jahr 79 nach Chris­tus un­ter­ge­gan­gen. Asche, Schlamm und La­va be­gru­ben die Sied­lun­gen. Im 18. Jahr­hun­dert wur­de die his­to­ri­sche Stadt wie­der­ent­deckt. Seit­dem kom­men im­mer wie­der neue Er­kennt­nis­se ans Licht. Die Aus­gra­bungs­stät­te ge­hört zu den be­lieb­tes­ten Se­hens­wür­dig­kei­ten in Ita­li­en. Zu­letzt ge­lang den Archäo­lo­gen die auf­se­hen­er­re­gen­de Re­kon­struk­ti­on zwei­er Män­ner, die der Aus­bruch ver­mut­lich über­rascht hat­te.

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