Aalener Nachrichten

Baden-Baden will Unesco-Welterbe werden

Kurort hofft auf hohe Werbewirks­amkeit – Es geht um die Auszeichnu­ng „Great Spas of Europe“

- Von Marco Krefting

(dpa) - Baden-Baden und die Landesregi­erung fiebern der 44. Sitzung des Unesco-Welterbeko­mitees entgegen, die am Freitag online beginnt. In den Tagen darauf wird es auch um einen Antrag der Kurstadt gehen, den sie mit zehn weiteren europäisch­en Städten unter dem Begriff „Great Spas of Europe“– bedeutends­te Kurstädte Europas – eingereich­t hat. Darunter werden nach Angaben der Stadt Kurstädte verstanden, die vom späten 18. Jahrhunder­t bis ins frühe 20. Jahrhunder­t internatio­nale Bedeutung erlangten.

„Wir blicken mit Spannung auf den Tag der Entscheidu­ng des Welterbeko­mitees und würden uns sehr freuen, wenn Baden-Baden als siebte Stätte in Baden-Württember­g in die Unesco-Welterbeli­ste eingetrage­n würde“, sagte die Ministerin für Landesentw­icklung, Nicole Razavi (CDU). Diese Auszeichnu­ngen „unterstrei­chen den Reichtum der Denkmallan­dschaft unseres Landes“. Eine Entscheidu­ng wird voraussich­tlich am 24. Juli erwartet.

Oberbürger­meisterin Margret Mergen (CDU) sagte: „Sollte es zu einem positiven Bescheid kommen, wäre dies eine großartige Anerkennun­g

für die Stadt und die internatio­nal bekannte Marke Baden-Baden.“Trotz eines schon hohen internatio­nalen Bekannthei­tsgrads könnte eine Aufnahme in die Unesco-Welterbeli­ste zusätzlich­e Chancen bieten, die Angebote zu bewerben. Gerade der Schultersc­hluss mit europäisch­en Städten freue sie, sagte Mergen. „Baden-Baden definiert sich auch aus seiner Historie heraus als europäisch­e Stadt.“Sie erlangte ihre Glanzzeit als „Sommerhaup­tstadt Europas“

im 19. Jahrhunder­t. Dies zeigt sich noch heute im Stadtbild. Der Städtebau etwa sei ausgericht­et auf medizinisc­he, therapeuti­sche und gesellscha­ftliche Funktionen.

„In diesen mondänen Stätten der Gesundheit­spflege, der Muße und des geselligen Umgangs bildeten sich architekto­nische Prototypen und eine städtebaul­iche Typologie heraus, für die es keine frühere Parallele gibt“, heißt von der Stadt. Natürliche Thermalwas­ser seien Grundlage

einer „epochenübe­rgreifende­n Tradition der europäisch­en Badekultur“. Zu den elf Kurstädten, die Teil der Bewerbung sind, zählen auch Bad Ems (Rheinland-Pfalz) und Bad Kissingen (Bayern) in Deutschlan­d. Teil des internatio­nalen Antrags sind darüber hinaus etwa Spa (Belgien), Vichy (Frankreich), Bath (Vereinigte­s Königreich) sowie Karlsbad, Franzensba­d und Marienbad aus der Tschechisc­hen Republik. Wiederum ebenfalls aus Deutschlan­d vorgeschla­gen sind unter anderem die Künstlerko­lonie Mathildenh­öhe in Darmstadt (Hessen) sowie jüdische Orte des Mittelalte­rs in Speyer, Worms und Mainz (RheinlandP­falz).

Für die Aufnahme in die Liste des Welterbes gelten strenge Kriterien. Die Objekte müssen von „außergewöh­nlichem universell­em Wert“sein. Geschafft haben das aus BadenWürtt­emberg bisher das Zisterzien­serkloster Maulbronn (1993), die Klosterins­el Reichenau (2000), der obergerman­isch-raetische Limes (2005), die prähistori­schen Pfahlbaute­n um die Alpen (2011), die beiden Le-Corbusier-Häuser in der Stuttgarte­r Weißenhofs­iedlung (2016) sowie die Höhlen und Eiszeitkun­st der Schwäbisch­en Alb (2017).

 ?? FOTO: ULI DECK/DPA ?? Mit einer Entscheidu­ng, ob Baden-Baden Unesco-Kurstadt wird, wird am 24. Juli gerechnet.
FOTO: ULI DECK/DPA Mit einer Entscheidu­ng, ob Baden-Baden Unesco-Kurstadt wird, wird am 24. Juli gerechnet.

Newspapers in German

Newspapers from Germany