Raz­zia ge­gen Ara­ber-Clan

Abendzeitung München - - Panorama/bayern -

Ara­bi­sche Groß­fa­mi­li­en, die in kri­mi­nel­le Struk­tu­ren ver­wi­ckelt sind, gibt es in Deutsch­land ei­ni­ge. Sie ma­chen der Po­li­zei das Le­ben schwer, denn ihr Kon­strukt äh­nelt dem der Ma­fia. Es ist schwer, an In­for­ma­tio­nen und Be­wei­se zu kom­men, weil wie bei der klas­si­schen Ma­fia ei­ne Art Schwei­ge­pflicht herrscht. Doch nun hat es in Ber­lin laut Po­li­zei um­fang­rei­che Zeu­gen­aus­sa­gen ge­ge­ben, durch die der Po­li­zei ein Schlag ge­gen ei­nen kri­mi­nel­len Ara­ber-Clan ge­lun­gen ist.

Bei ei­ner Groß­raz­zia der Ber­li­ner Po­li­zei am frü­hen Di­ens­tag­mor­gen ha­ben die Be­am­ten 18 Woh­nun­gen, Gast­stät­ten und Fir­men­räu­me der ara­bi­schen Groß­fa­mi­lie Al Z. durch­sucht. Acht Män­ner im Al­ter von 20 bis 56 Jah­ren sind da­bei fest­ge­nom­men wor­den. 220 Po­li­zis­ten wa­ren im Ein­satz, dar­un­ter auch 60 Mit­glie­der ei­nes Spe­zi­al­ein­satz­kom­man­dos (SEK).

mit dem spek­ta­ku­lä­ren Raub­über­fall auf die Schmuck­ab­tei­lung im Lu­xus­kauf­haus KaDeWe im De­zem­ber 2014. Doch das ist nicht der ein­zi­ge Ver­dacht ge­gen die Fa­mi­lie. Sie soll au­ßer­dem in die An­stif­tung zu ei­nem Auf­trags­mord ver­wi­ckelt sein, der al­ler­dings nicht aus­ge­führt wur­de. Au­ßer­dem geht es um il­le­ga­len Waf­fen­be­sitz.

Die Po­li­zei be­schlag­nahm­te ei­ne Schuss­waf­fe, Mu­ni­ti­on, Schmuck, Bar­geld und ei­nen Por­sche. Schwer­punkt des Ein­sat­zes lag in Nord-Neu­kölln na­he dem Kott­bus­ser Damm. Auch in Gro­pi­us­stadt im Sü­den des Be­zirks so­wie in Lank­witz (Ste­glitz) und Herms­dorf (Rei­ni­cken­dorf) gab es Durch­su­chun­gen. Min­des­tens ei­ner der ver­haf­te­ten Män­ner soll sich ge­gen die Po­li­zis­ten ge­wehrt ha­ben.

der im März durch ei­ne Bom­be un­ter ei­nem Au­to in Char­lot­ten­burg ums Le­ben ge­kom­men war.

Die be­reits seit län­ge­rem lau­fen­den Er­mitt­lun­gen der Po­li­zei und der Staats­an­walt­schaft stütz­ten sich auf Aus­sa­gen und Hin­wei­se aus der kri­mi­nel­len Sze­ne oder dem Um­feld der Clans. In­nen­se­na­tor Frank Hen­kel (CDU) und die Po­li­zei spra­chen von „um­fang­rei­chen Zeu­gen­aus­sa­gen“, die „un­ge­wöhn­lich für die­ses Mi­lieu“sei­en. Hen­kel er­klär­te wei­ter: „Das ist ei­ne wich­ti­ge Bot­schaft: Fällt die Mau­er des Schwei­gens, kön­nen die Si­cher­heits­kräf­te noch kon­se­quen­ter han­deln. Es wä­re gut, wenn da­durch auch an­de­re er­mu­tigt wer­den, über die Sze­ne aus­zu­pa­cken.“

Sie ver­sprüh­ten Reiz­gas, zer­schlu­gen Vi­tri­nen und er­beu­te­ten Schmuck und Uh­ren im Wert 817 000 Eu­ro (AZ be­rich­te­te). Im Früh­jahr 2015 wur­den drei Män­ner im Al­ter von 26, 27 und 29 Jah­ren fest­ge­nom­men. Im Herbst be­gann der Pro­zess vor dem Ber­li­ner Land­ge­richt.

sein. Der 27-Jäh­ri­ge hat­te den an­de­ren, un­ter de­nen auch ein Cou­sin war, laut sei­ner ei­ge­nen Aus­sa­ge nur sein Au­to ge­lie­hen. In sei­ner Er­klä­rung vor Ge­richt hieß es, er ha­be sich entschloss­en, sein Wis­sen zu of­fen­ba­ren. Er wol­le ei­nen neu­en Weg in sei­nem Le­ben ein­schla­gen – oh­ne Kri­mi­na­li­tät und oh­ne Rück­sicht auf frü­he­re Freun­de „und de­ren Eh­ren­ko­dex“. Ob un­ter den jetzt Fest­ge­nom­me­nen wei­te­re Be­tei­lig­te des Über­falls sind und ob die Er­von mitt­lun­gen mit den Aus­sa­gen der An­ge­klag­ten zu­sam­men­hän­gen, wird die Po­li­zei jetzt er­mit­teln.

Rund 220 Po­li­zis­ten durch­su­chen Woh­nun­gen, Ge­schäf­te und Lo­ka­le der kri­mi­nel­len Groß­fa­mi­lie in Ber­lin. Sie soll in den Raub­über­fall auf das KaDeWe ver­wi­ckelt sein. Doch das ist noch nicht al­les Der Au­to­bom­ben-Mord geht wohl nicht auf das Kon­to der Fa­mi­lie

Fo­tos: Gre­gor Fi­scher/dpa

Po­li­zis­ten füh­ren ei­nen Mann in Hand­schel­len aus ei­nem Haus in Ber­lin im Be­zirk Neu­kölln. Ins­ge­samt kam es zu acht Fest­nah­men. Den Über­fall auf das KaDeWe ver­üb­ten am 20. De­zem­ber fünf mas­kier­te und be­waff­ne­te Män­ner. Zwei der Män­ner sol­len bei dem...

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