Ge­färb­te Eier kau­fen?

Abendzeitung München - - MÜNCHEN -

Bei ge­färb­ten oder ver­ar­bei­te­ten Ei­ern gibt es kei­ne Kenn­zeich­nungs­pflicht.

Für Ver­brau­cher ist al­so nicht er­kenn­bar, aus wel­cher Tier­hal­tung bun­te Os­te­rei­er oder die Eier in Nu­deln stam­men. Vie­le Su­per­märk­te sind zwar mitt­ler­wei­le da­zu über­ge­gan­gen,

Wie vie­le Eier legt ein Huhn?

Auf ho­he Le­ge­leis­tung ge­züch­te­te Hüh­ner le­gen in der In­ten­siv­tier­hal­tung un­ter Kunst­licht­ma­ni­pu­la­ti­on et­wa 300 Eier im Jahr. Ei­ne der­art un­na­tür­li­che und letzt­end­lich tier­quä­le­ri­sche Le­ge­leis­tung hält aber kei­ne Hen­ne lan­ge durch, wes­halb sie oft schon ein Jahr nach Be­ginn der Le­ge­rei­fe als Sup­pen­huhn en­det – wenn sie nicht schon vor­her stirbt. Art­ge­rech­ter ge­hal­te­ne Le­ge­hen­nen le­gen bis zu 250 Eier im Jahr, Fleisch- und Zier­ras­sen 60 bis 150 Eier. Flei­ßi­ge Eier­le­ger sind üb­ri­gens auch Lauf­en­ten, von de­nen es man­che auf mehr als 160 Eier im Jahr brin­gen.

War­um so vie­le Eier?

Wie al­le Vö­gel, le­gen auch Hüh­ner von Na­tur aus nur so vie­le Eier, wie sie be­brü­ten kön­nen. Das Maß da­für ist der so ge­nann­te Brut­fleck, ei­ne be­son­ders gut durch­blu­te­te und von Klein­fe­dern freie Flä­che auf der Brust, die beim Brü­ten den in­ten­si­ven Wär­me­kon­takt mit den Ei­ern ge­währ­leis­tet. Ist ab­seh­bar, dass kei­ne wei­te­ren Eier mehr un­ter den Brut­fleck pas­sen, stellt der Vo­ge­l­or­ga­nis­mus die Eier­pro­duk­ti­on ein. Durch re­gel­mä­ßi­ges Ab­sam­meln der Eier wird bei Le­ge­hen­nen der Brut­fleck nie voll und die Tie­re le­gen im­mer wei­ter.

Soll man eher klei­ne Eier kau­fen?

Gut mög­lich, dass sich klei­ne Eier leich­ter le­gen als gro­ße. Wür­de der Kon­su­ment des­halb aber aus­schließ­lich zu klei­ne­ren Ei­ern grei­fen, wür­den die Le­ge­hen­nen wohl noch eher ge­schlach­tet als sie es oh­ne­hin schon wer­den. Denn gro­ße Eier sind auch ei­ne Fra­ge des Al­ters. Noch sehr jun­ge Hen­nen le­gen klei­ne­re Eier, voll aus­ge­reif­te Hen­nen gro­ße. frei­wil­lig An­ga­ben zur Hal­tungs­form der Hüh­ner zu ma­chen. „Steht aber nichts Ge­gen­tei­li­ges auf der Ver­pa­ckung, han­delt es sich meist um Kä­fig– eier“, teilt der Deut­sche Tier­schutz­bund mit. Wer das nicht möch­te, muss (Bio-)Eier kau­fen und selbst fär­ben.

Brau­ne Hen­nen, brau­ne Eier?

Nein, die Far­be des Fe­der­kleids ver­rät nichts über die Far­be der Eier. Trotz­dem kann man am Huhn die wahr­schein­li­che Eier­far­be ab­se­hen, und zwar an der so ge­nann­ten Ohr­schei­be, ei­nem Haut­lap­pen an bei­den Kopf­sei­ten un­ter­halb des Oh­res. Ist die weiß, legt das Huhn eher wei­ße Eier. Ist sie rot, eher brau­ne.

Wie lan­ge sind Eier halt­bar?

Län­ger als vie­le glau­ben; und das na­tur­be­dingt. Denn da­mit die Kü­ken al­le zur glei­chen Zeit schlüp­fen, be­ginnt ei­ne Hen­ne erst zu brü­ten, wenn das Ge­le­ge bzw. der Brut­fleck voll ist. Das kann schon mal zwei Wo­chen oder gar län­ger dau­ern. Min­des­tens so lan­ge liegt al­so das ers­te Ei auch oh­ne Küh­lung un­be­scha­det im Nest. Eier­bäue­rin­nen wis­sen zu be­rich­ten, dass Eier dann am bes­ten schme­cken, wenn sie bei Raum­tem­pe­ra­tur ge­la­gert erst et­wa 14 Ta­ge nach dem Le­gen im Koch­topf lan­den. Ei­ne in­tak­te Scha­le vor­aus­ge­setzt, kann man ro­he Eier ab dem Le­ge­da­tum pro­blem­los 18 bis 20 Ta­ge oh­ne Küh­lung la­gern. Im Kühl­schrank sind sie vier bis sechs Wo­chen gut la­ger­fä­hig. Für Frisch­ei­spei­sen wie Ti­ra­mi­su oder Mayon­nai­se soll­ten aber si­cher­heits­hal­ber nur Eier ver­wen­det wer­den, die nicht äl­ter als 18 Ta­ge sind. Hart­ge­koch­te Eier kön­nen un­ge­kühlt ei­ne Wo­che und im Kühl­schrank bis zu vier Wo­chen auf­ge­ho­ben wer­den, im­mer ei­ne in­tak­te Scha­le vor­aus­ge­setzt (nicht an­piek­sen) und in Zwei­fels­fäl­len auch ein­fach mal dran rie­chen.

Lässt sich das Al­ter ei­nes Eis ab­schät­zen?

Ei in ein vol­les Was­ser­glas le­gen. Geht es un­ter und bleibt der Län­ge nach am Bo­den lie­gen, ist es wohl ziem­lich frisch. Steht es senk­recht am Bo­den, ist es schon äl­ter und soll­te bald ver­braucht wer­den. Schwimmt es, ist es nur noch gut durch­ge­kocht oder auch gar nicht mehr zu ge­nie­ßen. Dies um­so we­ni­ger, je wei­ter es aus dem Was­ser ragt. Grund für die zu­neh­men­de Schwimm­fä­hig­keit ist die mit dem Al­ter grö­ßer wer­den­de Luft­bla­se im Ei. Las­sen sich Eier nach dem Ko­chen schlecht schä­len, ist das üb­ri­gens kein Al­ters­s­tig­ma, son­dern um­ge­kehrt ein Zei­chen da­für, dass die Eier noch kei­ne Wo­che alt wa­ren, als sie ge­kocht wur­den.

Ro­hes oder ge­koch­tes Ei?

Wenn Sie es beim Os­ter­me­nü ein­fach auf­schla­gen, ist es im Fal­le des Fal­les zu spät und mög­li­cher­wei­se ge­nießt ein frag­wür­di­ger Witz­bold sei­ne Scha­den­freu­de. We­ni­ger ris­kant ist der Ver­such, das Ei auf dem Tisch wie ei­nen Krei­sel zu dre­hen. Ro­tiert es bes­tens, ist es ge­kocht, ei­ert es schlapp vor sich hin, ist es roh.

Mit dem Ei in die Sau­na?

Es dau­ert zwar län­ger als in hei­ßem Was­ser, aber frü­her oder spä­ter ist das ro­he Ei in ei­ner um die 100 Grad war­men Sau­na hart­ge­kocht. War­um macht uns die glei­che Sau­na­hit­ze we­ni­ger aus? Weil wir im Un­ter­schied zum Ei haut­küh­lend schwit­zen. Wer­ner Stingl Und so funk­tio­niert das Gan­ze.

F.: dpa

Wachs­weich – so muss es sein.

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