Tür­kei will kei­nen Ver­mitt­ler

Abendzeitung München - - POLITIK - Von Chris­toph Trost und Mar­co Ha­dem

ISTAN­BUL An­ka­ra hat ein An­ge­bot Frank­reichs zur Ver­mitt­lung im Kon­flikt mit der sy­ri­schen Kur­den­mi­liz YPG em­pört zu­rück­ge­wie­sen und die Re­gie­rung in Pa­ris vor Kon­se­quen­zen ge­warnt. Ein sol­cher Vor­schlag „ist ei­ne of­fe­ne Un­ter­stüt­zung für Ter­ro­ris­mus, Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen und Ter­ro­ris­ten“, teil­te Vi­ze-Mi­nis­ter­prä­si­dent Be­kir Boz­dag mit.

Bay­erns neu­er Mi­nis­ter­prä­si­dent hat nur noch sel­ten Zeit, mit sei­nen Hun­den Fan­ny und Bel­la spa­zie­ren zu ge­hen – doch viel mehr will der vier­fa­che Va­ter von sei­nem Fa­mi­li­en­le­ben nicht preis­ge­ben

Mar­kus Sö­der, Mi­nis­ter­prä­si­dent von Bay­ern, beim Spa­zie­ren­ge­hen mit La­b­ra­dor Fan­ny (l.) und Zwerg­pin­scher Bel­la.

Mar­kus Sö­der steigt als ers­tes aus der schwar­zen Di­enst­li­mou­si­ne aus, dann die bei­den Da­men: Fan­ny, die gro­ße, und Bel­la, die klei­ne. Die ei­ne aus­ge­spro­chen ge­müt­lich, die an­de­re hat’s da­ge­gen rich­tig ei­lig. Spä­tes­tens seit Sö­ders Wahl zum Mi­nis­ter­prä­si­den­ten zäh­len die bei­den wohl zu den pro­mi­nen­tes­ten Hun­den im Frei­staat. Der 51-Jäh­ri­ge zieht sich ei­nen dunk­len Hut mit ei­ner brei­ten Krem­pe auf – und los geht’s in den Nürn­ber­ger Wald. Seit Mit­te März ist Sö­der nun baye­ri­scher Mi­nis­ter­prä­si­dent, we­ni­ge Ta­ge spä­ter stell­te er sei­ne Re­gie­rungs­mann­schaft zu­sam­men. Dann gleich die ers­te Ka­bi­netts­sit­zung – wich­tig war ihm: noch vor Os­tern. In sei­nem Ka­len­der reiht sich Ter­min an Ter­min – wo­bei mehr als vor­her, als er Fi­nanz­mi­nis­ter war, geht ei­gent­lich gar nicht. Jetzt aber, nach ei­ner Ma­ra­thon-Wo­che, hat Sö­der wie­der ein­mal ei­ne St­un­de Zeit, um mit den bei­den Hun­den kurz auf Tour zu ge­hen.

ei­ner er­eig­nis­rei­chen Wo­che tut es rich­tig gut, ein­mal durch­schnau­fen zu kön­nen“, sagt Sö­der, wäh­rend Zwerg­pin­scher Bel­la, zwei Jah­re alt, an der Lei­ne zerrt. „Sie ist ein ab­so­lu­ter Wir­bel­wind und der per­fek­tes­te Wach­hund, den wir je hat­ten.“La­b­ra­dor Fan­ny, zehn Jah­re alt, sei da­ge­gen „die ent­spann­te Da­me“.

Ein Spa­zier­gang mit Hun­den: Das ist schon das höchs­te der Ge­füh­le, auf das sich Sö­der ein­lässt, wenn man sei­ne nicht-öf­fent­li­che, sei­ne pri­va­te Sei­te er­kun­den will. Sö­der mit Hun­den – das sind ja auch schö­ne Bil­der für den Wahl­kampf. Und na­tür­lich, so ist das bei ihm, ist al­les auch im­mer ein Stück Ins­ze­nie­rung: Sö­der auf ei­ner ve­ne­zia­ni­schen Gon­del im Nym­phen­bur­ger Schloss­park, Sö­der mit Ka­pi­täns­müt­ze, Sö­der in Fi­scher­ho­se – und eben Sö­der mit Tie­ren. Schirm­herr bei ei­nem Bern­har­di­ner-Ver­ein war er auch schon­mal.

Das al­les soll wohl Sym­pa­thie-Punk­te brin­gen, denn da hat er auch jüngs­ten Um­fra­gen zu­fol­ge noch am ehes­ten Nach­hol­be­darf. Des­halb auch die neue CSU-Ver­an­stal­tungs­rei­he „Sö­der per­sön­lich“, bei der er eben­falls sehr do­sier­te und wohl über­leg­te Ein­bli­cke in sein Tun und Den­ken ge­währt. Mar­kus Sö­der zieht aber ei­ne kla­re Gren­ze: Ei­ne Ho­me-Sto­ry mit Frau und Kin­dern wird es bei ihm nie­mals ge­ben. „Ich ach­te sehr dar­auf, dass Fa­mi­lie Fa­mi­lie bleibt. Bei uns gilt: Pri­vat bleibt pri­vat und zu Hau­se bleibt zu Hau­se“, sagt er. „Ich möch­te den Kin­dern wei­ter ihr nor­ma­les Le­ben er­mög­li­chen.“Nicht ein­mal zu sei­ner Wahl und Ve­rei­di­gung im Land­tag hat­te Sö­der sei­ne bei­den Söh­ne und sei­ne bei­den Töch­ter mit­ge­nom­men. Drei sind noch im Schul­al­ter, ei­ne Toch­ter stu­diert in­zwi­schen.

Sei­ne Frau Ka­rin, die neue baye­ri­sche First La­dy, war aber mit da­bei, saß auf der Eh­ren­tri­bü­ne. Aber auch sie will ihr Le­ben nicht völ­lig um­krem­peln. „Als El­tern ist es uns wich­tig, dass es den Kin­dern gut geht“, sagt Sö­der. „Au­ßer­dem bleibt mei­ne Frau wei­ter­hin be­rufs­tä­tig. Al­les an­de­re ent­schei­de sie sel­ber. „Bei Staats­ter­mi­nen wird sie mich si­cher öf­ters be­glei­ten. Aber wel­che Schirm„Nach herr­schaf­ten sie über­nimmt, kann sie selbst ent­schei­den, und das wird sich fin­den.“

Pri­vat bleibt pri­vat, Sö­der er­zählt nur von sich sel­ber – und das auch nur in en­gen Gren­zen. „Ich ste­he sehr früh auf am Mor­gen, zwi­schen 5.30 und 6.00 Uhr. Und wenn ich am Wo­che­n­en­de da­heim bin, dann ge­he ich mit den Hun­den zum Bä­cker.“Al­ko­hol trinkt er be­kannt­lich fast kei­nen. Und Sport? „Fahr­rad­fah­ren, Schwim­men, Ten­nis. Vor al­lem Schwim­men be­freit den Kopf.“ Für sei­ne Hob­bys hat der neue Mi­nis­ter­prä­si­dent, Fan von Se­ri­en wie „Star Wars“und „Ga­me of Thro­nes“, jetzt aber mög­li­cher­wei­se noch et­was we­ni­ger Zeit als bis­her schon. „Ich ge­he nach wie vor ger­ne ins Ki­no“, sagt er. Und: „Ich ha­be ei­nen sehr gro­ßen Fern­se­her. Den Lu­xus ha­ben wir uns mal ge­leis­tet.“Und was ist Lu­xus sonst für ihn? „Zeit“, ent­geg­net er. „Mor­gens auf­ste­hen und ein­mal kei­nen Ter­min­plan zu ha­ben, sich nichts vor­zu­neh­men.“

Ganz lässt ihn die Po­li­tik aber of­fen­bar nie los – nicht mal beim Gas­si­ge­hen. „Da flie­gen mir die Ge­dan­ken zu.“Dann kommt es vor, dass er nach Hau­se kommt und sich ein paar Notizen macht. Gibt es Mo­men­te, in de­nen er die Po­li­tik mal kom­plett ab­schal­ten kann? „Wenn ich schla­fe.“

Beim Gas­si­ge­hen flie­gen ihm die Ge­dan­ken zu, sagt er

Fo­to: dpa

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