„Das birgt Ex­plo­si­ons­ge­fahr“

Abendzeitung München - - WIRTSCHAFT -

Der Wirt­schafts­flü­gel der Uni­on for­dert, dass deut­sche Spa­rer nicht für ma­ro­de ita­lie­ni­sche Ban­ken haf­ten dürf­ten. Den Vor­stel­lun­gen Ma­crons er­teilt Ge­ne­ral­se­kre­tär Stei­ger ei­ne kla­re Ab­sa­ge

Der Wirt­schafts­flü­gel der Uni­on er­höht den Druck auf Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) und Fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (SPD), in der Eu­ro­pa­po­li­tik nicht vor dem fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Em­ma­nu­el Ma­cron ein­zu­kni­cken, son­dern am strik­ten Sta­bi­li­täts­kurs des ExFi­nanz­mi­nis­ters Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) fest­zu­hal­ten.

Im Ge­spräch mit der AZ er­teilt der Ge­ne­ral­se­kre­tär des Wirt­schafts­ra­tes der CDU, Wolf­gang Stei­ger, den For­de­run­gen Ma­crons nach ei­ner ge­mein­sa­men Fi­nanz­po­li­tik und ei­ner da­mit ver­bun­de­nen Ver­ge­mein­schaf­tung der Ri­si­ken ei­ne Ab­sa­ge. „Eu­ro­pa muss im be­ste­hen­den Rah­men sei­ne Kri­sen lö­sen und wie­der zu ver­bind­li­chen Re­geln zu­rück­keh­ren, be­vor es Schrit­te zur Ver­tie­fung ein­lei­tet.“ Aus­drück­lich for­dert Stei­ger die CDU/CSU-Bun­des­tags­frak­ti­on auf, dar­auf zu ach­ten, dass die neue Bun­des­re­gie­rung „kei­nen Mil­li­me­ter vom jüngs­ten CDUPar­tei­tags­be­schluss“ab­weicht und den eu­ro­päi­schen Part­nern weit­rei­chen­de fi­nan­zi­el­le Zu­ge­ständ­nis­se zu Las­ten der deut­schen Steu­er­zah­ler macht.

Mit be­son­de­rer Sor­ge bli­cken die li­be­ral-kon­ser­va­tiv aus­ge­rich­te­ten Ver­tre­ter des CDUWirt­schafts­flü­gels nach Ita­li­en, des­sen Schul­den­berg in den letz­ten Jah­ren als Fol­ge der mas­si­ven An­lei­hen­käu­fe der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) an­ge­stie­gen ist. Längst gilt Ita­li­en als größ­ter Sor­gen­fall der Eu­ro­zo­ne. Wür­de die EZB die Zin­sen nur leicht an­he­ben, könn­te Ita­li­en zah­lungs­un­fä­hig wer­den.

„Ei­ne Ita­li­en-Kri­se birgt Ex­plo­si­ons­ge­fahr für die ge­sam­te EU und vor al­lem für die Eu­ro­Zo­ne. Das muss end­lich ehr­lich the­ma­ti­siert wer­den“, for­dert Stei­ger. Plä­ne, ei­nen eu­ro­päi­schen Ein­la­gen­si­che­rungs­fonds zu schaf­fen, um die Spa­rer in Eu­ro­pa vor ei­ner Plei­te ih­rer Bank zu schüt­zen, lehnt der Ge­ne­ral­se­kre­tär des Wirt­schafts­ra­tes strikt ab. „Deut­sche Spa­rer dür­fen nicht da­zu ver­dammt wer­den, für schlecht wirt­schaf­ten­de Ban­ken in Ita­li­en die Ze­che zu zah­len.“

Zu­dem ver­hin­de­re ein der­ar­ti­ger Fonds, dass die enor­men Ri­si­ken im ita­lie­ni­schen Ban­ken­sys­tem ge­löst wer­den. „Be­woh­ner ei­nes Hau­ses am Rhein oder auf der Schwä­bi­schen Alb wür­den doch auch nicht ei­ne ge­mein­sa­me Hoch­was­ser­ver­si­che­rung Stei­ger. mit glei­chen Prä­mi­en ein­ge­hen“, sagt er.

Der Wirt­schafts­rat der CDU ver­weist auf die Po­si­ti­on acht nord­eu­ro­päi­scher Län­der, die auf ei­ne Ein­hal­tung der Sta­bi­li­täts­re­geln po­chen. „Die neue Bun­des­re­gie­rung darf die acht Nord­eu­ro­pä­er auf kei­nen Fall vor den Kopf sto­ßen, in­dem sie Ma­cron und EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­dent Je­an-Clau­de Juncker auf ih­rem Weg tie­fer in die Trans­fer­uni­on folgt.“ „Es ist ei­ne Le­bens­lü­ge, dass sich die Kri­se durch mehr Trans­fers lö­sen lässt“, sagt Stei­ger. Die deut­schen Spa­rer wür­den schon jetzt durch „künst­lich nied­rig ge­hal­te­ne Zin­sen“den Preis für ei­ne fal­sche Fi­nanz­po­li­tik be­zah­len. Mar­tin Fer­ber

F: dpa

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